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    SULZFELD

    Aahs und Oohs für jede Sternschnuppe

    Sulzfeld macht das Licht aus: Alle Bürger waren zur Nacht der Perseiden eingeladen, zum Betrachten der Sterne und der Sternschnuppen. Während durchfahrende Autobesitzer einen bedauerlichen Stromausfall vermuteten, waren die informierten Bürger mit Taschenlampen und Fackeln unterwegs. Vor allem die Kinder fanden es besonders abenteuerlich durch die dunklen Straßen und Gassen zu laufen. Die Autos fuhren im Ortsbereich langsamer als sonst und nahmen Rücksicht auf die Passanten, die plötzlich am Straßenrand auftauchten.

    Kerzen und Lagerfeuer

    Wie Oasen in der Dunkelheit wirken die Gastronomiebetriebe, die durch viele Kerzen und teilweise durch Lagerfeuer erhellt waren. Die Gäste schauten in den Himmel, ließen sich bewirten und genossen die außergewöhnliche Atmosphäre. „Wir finden es toll, dass so etwas gemacht wird. Das ist mal was ganz anderes und auch für die Kinder ein schönes Erlebnis“, sagte die Familie Vierling übereinstimmend. Die Vierlings stammen aus der Nähe von Heidelberg und verbringen im Schäferwagenhotel in Leinach Urlaubstage.

    So ähnlich äußerten sich auch andere Befragte. Im Waldcafe wurde jede Sternschnuppe mit lauten „Aahs“ und „Oohs“ kommentiert, die Gastwirtschaft Zum Hirschen hatte zusätzlich zum Himmelsschauspiel einen Musiker engagiert, im Haus des Gastes konnten die Kinder Sternbilder basteln und sich Filme darüber anschauen, im Cafe Gute Stube waren Alphornbläser zu Gast.

    Wirte arbeiten zusammen

    „Der Schlüssel für das Gelingen der Veranstaltung liegt bei den Wirten“, sagte Bürgermeister Jürgen Heusinger dazu. „Sie haben gelernt etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen und dann gelingt das auch.“ In einem Ort, in dem die Gastronomiebetriebe weit auseinanderliegen, müsse man sich etwas einfallen lassen, das mit Wandern und Ortswechsel verbunden ist, so der Bürgermeister, der mit gutem Beispiel voranging, seine Fackel anzündete und mit einer Gruppe die Stationen besuchte.

    Die Veranstaltung, die heuer zum dritten Mal organisiert wurde, ist sogar dann attraktiv, wenn Wolken keinen Blick auf die Sternschnuppen zulassen, wie das vergangene Jahr gezeigt hat. Diesmal war das Wetter optimal mit Neumond und wolkenlosem Himmel. Die Idee zur „Nacht der Perseiden“ geht auf Michael Pfaff, den damaligen Leiter der Tourismus GmbH Bayerische Rhön, zurück. Er regte auch das von der Gemeinde Sulzfeld umgesetzte Sommerprogramm für alle Generationen an, zu dessen Highlights die Sternennacht zählt. Wie gut das Angebot angenommen wird, zeigten die Gästezahlen, an allen Stationen waren die Tische fast ständig voll besetzt.

    Mechanik und Physik stehen hinter Perseiden

    Man musste ein wenig Geduld haben, um eine der Sternschnuppen zu sehen, die aus dem Sternbild des Perseus auftauchen. Was für die Menschen mit romantischen Vorstellungen verwoben ist, ist im Grunde ein mechanisch-physikalischer Vorgang: Der Komet 109P/Swift-Tuttle umrundet in 133 Jahren die Sonne und verliert dabei kleine Teile seiner Substanz, die als Staubpartikel den Meteorstrom bilden, dem die Erde im August besonders nahekommt. Das Verglühen der oft nur stecknadelkopfgroßen Teilchen in einer Höhe von 80 bis 100 Kilometern über der Erde sehen die Menschen als Sternschnuppen.

    Um den 12. August ist jeweils der Höhepunkt des Himmelsereignisses erreicht, wobei man in lichtarmen Gegenden den Himmel besonders gut sehen kann. Um das zu ermöglichen, hat Sulzfeld die Straßenbeleuchtung ausgeschaltet. „Das macht sonst keine Gemeinde – ich finde, das ist eine prima Idee“, sagte einer der Gäste. Er hat sich vorgenommen, das Ereignis auch im kommenden Jahr keinesfalls zu versäumen.

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