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    Hendungen

    Acht Chöre aus drei Ländern beim Liederabend in Hendungen

    Ein kleines Jubiläum feiern die „Bandan Singers“ um Dirigentin Petra Kihn. Seit zehn Jahren intonieren sie beliebte Popsongs und Oldies. Foto: Georg Will

    Der traditionelle Liederabend des Gesangvereins Hendungen am Samstagabend in der Mehrzweckhalle war in diesem Jahr auch ein Nachhall auf 30 Jahre deutsche Wiedervereinigung. Die acht auftretenden Chöre kamen aus dem nahen Thüringen, Hessen und Bayern und symbolisierten damit, dass das Dreiländereck seitdem die Mitte Deutschlands ist und die Grenzbarrieren überwunden sind. Begrüßung und Moderation erfolgte durch Gottfried Langhammer, den Vorsitzenden der Hendunger Sänger.

    Während die Thüringer schon öfter in Hendungen gastierten, standen die hessischen Sänger vom Männergesangverein Findlos-Batten zum ersten Mal hier auf der Bühne. Sie waren mit ihrem tollen Klangvolumen aus klaren Tenor- und weichen Bassstimmen eine echte Bereicherung des Chorkonzerts und außerdem breit aufgestellt. Nach einem finnischen Volkslied intonierten sie ein poetisches Loblied auf die Hohe Rhön („Wo die vielen Quellen springen“) und präsentierten mehrstimmig den von-Goisern-Hit „Weit, weit weg“.

    Es lebe die Musik

    Das Begrüßungslied intonierten natürlich die Sänger des Gastgebers. Sein Titel war gleichsam das Motto des Abends: Viva la Musica – Es lebe die Musik! Bürgermeister Florian Liening-Ewert ergänzte das in seinem Grußwort mit dem Richard-Wagner-Zitat: „Das älteste, echteste und schönste Organ der Musik … ist die menschliche Stimme!“

    Der Liederabend des Gesangvereins Hendungen wurde eröffnet vom eigenen gemischten Chor mit dem Motto-Lied „Viva La Musica“. Den Sängern um Dirigent Egon Werner war auch der Schlussauftritt vorbehalten. Foto: Georg Will

    Wie vielseitig und wohlklingend menschliche Gesangsstimmen sind, zeigten die abwechslungsreichen Vorträge der Chöre. Davon hatte der Hendunger Gesangverein gleich zwei zu bieten, den gemischten Chor (Dirigent Egon Werner) und die „Bandan Singers“ unter Leitung von Petra Kihn. Während der ältere Chor mehr das traditionelle Volksliedgut pflegt, trällern die Jüngeren lieber Popsongs und Oldies, wie die Hitgiganten „Amazing Grace“, „The Longest Time“ und „Über den Wolken“. In beiden Gesangskategorien gelingt ihnen das sehr gut.

    Alter Karat-Hit begeistert noch heute

    Von thüringischer Seite zählt die „Chorgemeinschaft Bahragrund“ aus Behrungen schon zu den Stammgästen, die offenbar alle Spektren beherrscht, vom munteren Volksliedklassiker „Auf, auf zum fröhlichen Jagen“ über den Karat-Hit „Über sieben Brücken musst du gehen“ bis hin zu nachdenklicher vertonter Dichtkunst, wie der vom Alltagsfrieden im Kleinen handelnde Vortrag „Das ist der einfache Frieden“ (von der DDR-Dichterin Gisela Steineckert).

    Auch der Männergesangverein Queienfeld-Wolfmannshausen aus dem thüringischen Grabfeld begeisterte das sangesfreudige Publikum mit den Traditionals „Die Rose“, „Die Abendglocken rufen“ und dem lustigen Loblied auf den Wein „Aus der Traube in die Tonne“. Der dritte Männergesangverein kam aus Wollbach und beeindruckte mit wohligem Harmoniegesang zweier neuzeitlicher Lieder und eines Klassikers.

    Jüngste Chorleiterin aus dem Grabfeld

    Die jüngste Chorleiterin hatte mit Annette Holl der Sängerkranz Eyershausen. Der begleitende Pianist Felix Dömling und sie sind noch Schüler der Berufsfachschule für Musik Bad Königshofen. Ihr Genre bildete der klassische Schlager. Mit „Greensleeves“ war sogar einer mit Wurzeln aus dem englischen Mittelalter dabei.

    Chor Nummer acht kam aus Oberelsbach. Der Valentin-Rathgeber-Chor präsentierte zwei lebenslustige fröhliche Volksliedklassiker („Sing ein Lied“ und „Sing mit mir“) und setzte einen nachdenklichen Kontrast mit dem philosophisch geprägten zweihundert Jahre alten Freiheitslied „Die Gedanken sind frei“.

    Die Abschlusslieder waren wieder dem gemischten Hendunger Chor vorbehalten. Erst stimmte er das fröhliche regionale Wanderlied „So zieh’n wir durch die Wälder“ an und ließ das Singen besinnlich ausklingen mit dem Titel „Komm, stiller Abend, nieder“.

    Damit war der Abend aber noch lange nicht zu Ende, denn zum gemütlichen Ausklang wurde die Sängerschar noch unterhalten von den spielfreudigen Musikern des Musikvereins Hendungen mit dem jungen Dirigenten Adrian Blümm.

    Ehrungen beim Gesangverein Hendungen
    Die Bandan Singers feierten beim Hendunger Liederabend ihren zehnten Geburtstag. Dafür wurden sie von der Vorsitzenden der Sängergruppe Rhön-Grabfeld, Ursula Wetzstein, geehrt. Alle Gründungsmitglieder erhielten die „Ehrennadel in Bronze“ des Fränkischen Sängerbundes (FSB) und die Dirigentin eine Dankesurkunde. Die Geehrten sind Petra Kihn, Marion Bach, Konstanze Bach-Friedrich, Katharina Bach-Langhammer, Angelika und Ernst Hartung, Maria Jelinek, Felizitas, Magdalena und Marie-Bernadette Langhammer, Cornelia Ledermann, Elvira Reder und Birgit Seibt.
    Ehrungen gab es auch für Mitglieder des gemischten Chores, den es seit 1971 gibt. Für 25 Jahre aktives Singen wurde Ida Moritz mit der FSB-Ehrennadel in Silber ausgezeichnet, und für 40 Jahre gab es die Ehrennadel in Gold für Inge Kraus und Thomas Seifert.
    Der Liederabend bot den passenden Rahmen, um 14 Sängerinnen und 2 Sänger des Gesangvereins Hendungen mit Ehrennadeln und Dankesurkunden des Fränkischen Sängerbundes auszuzeichnen, überreicht von Ursula Wetzstein (6.v.l.), der Vorsitzenden der Sängergruppe Rhön-Grabfeld, und dem Gesangvereinsvorsitzenden Gottfried Langhammer (3.v.l.). Foto: Georg Will
    Von thüringischer Seite zählen die Sänger der „Chorgemeinschaft Bahragrund“ aus Behrungen schon zu den Stammgästen beim Hendunger Liederabend. Foto: Georg Will
    Der Männergesangverein Queienfeld-Wolfmannshausen aus dem thüringischen Grabfeld mit dem jungen Dirigenten Erik Rosenberg beeindruckte durch ausdrucksstarken harmonischen Gesang das sangesfreudige Publikum. Foto: Georg Will
    Der Männergesangverein Findlos-Batten gastierte zum ersten Mal auf der Hendunger Bühne. Mit seinem tollen Klangvolumen aus klaren Tenor- und weichen Bassstimmen war er eine echte Bereicherung des Chorkonzerts. Foto: Georg Will

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