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    Schönau

    Alle schunkeln gemeinsam

    „WiM-Wir machen Musik“ hieß es für die vier Volksschulklassen, welche das schulische Pilotprojekt der Musikakademie Hammelburg unter der Leitung von Ilona Zirkelbach vorstellten. Bei der Rhöner Hymne „Komm mit mein Schatz, nimm an meiner Seite Platz“ animierten sie alle Festbesucher zu einem einzigartigen Gemeinschaftschor. Foto: Manfred Zirkelbach

    Es ist bereits zur schönen Tradition geworden. Direkt an das Schönauer Bierkellerfest schließt sich das Saale-Musicum auf dem Festplatz direkt an der Brend an. Wie in den vergangenen Jahren war auch heuer ein regelrechter Ansturm an Besuchern zu verzeichnen, was sowohl der stellvertretende Landrat Peter Suckfüll als auch Bürgermeister Rudi Zehe mit besonderer Freude feststellten.

    Gemeinsam mit Projektkoordinator Erdinc Yurdakul von der Musikakademie Hammelburg ließen sie pünktlich um 18 Uhr das Saalefloß auf der Brend zu Wasser. Ein paar Minuten durfte es am Festplatz und den Zuschauern vorbei schaukeln, bis es an der Brendbrücke wieder herausgefischt wurde. Yurdakul war zum ersten Mal nach Schönau gekommen, war erstaunt und erfreut zugleich. Die Schönauer boten an diesem frühen Abend eine ganze Menge an kulturellen und künstlerischen Höhenpunkten, wobei vor allem die Kinder und Jugendlichen mehr oder weniger für den guten Ton verantwortlich waren.

    Da standen zunächst die Kinder des Schönauer Kindergartens mit ihren Erzieherinnen auf der Bühne, sangen sich frisch und fröhlich in die Herzen der Gäste, wobei sie sich auch an der fränkischen Mundart versuchten mit dem Wärmle (Würmchen) und dem Tärmle (Türmchen). Stürmischer Applaus war ihnen sicher. Auch die Kinder der Schönauer vier Grundschulklassen wussten zu begeistern. Sie stellten gemeinsam mit Musiklehrerin Ilona Zirkelbach das Pilotprojekt WiM der Musikakademie in Hammelburg vor. Dass das Singen richtig Spaß machen kann bewiesen die Kinder bei der finalen Rhöner Schunkelhymne „Komm mit mein Schatz, nimm an meiner Seite Platz“, wobei auch der Bürgermeister und der Projektkoordinator mit einstimmten. Ein fröhlicher Gemeinschaftschor besang das köstliche Kreuzberger Bier: „Schatz merke dir, hier gibt’s prima Klosterbier“. „Stimmt nicht“, meinte dazu ein nachdenklicher Besucher, „ ich hol mir jetz en Schönauer Hausbock, en Güzi“.

    Richtig für Stimmung eine ganze Stunde lang sorgte wieder einmal die Gemeinschaftskapelle aus Burgwallbach und Schönau mit Polkas, Märschen und Walzern unter der Leitung von Helmut Zirkelbach. Zum Finale kamen erstmals in Schönau die Rhöner Säuwäntzt auf die Musicum-Bühne, sehr zur Freude ihrer vielen Fans auch auf der fränkischen Seite der Rhön. Martin Caba, Leitwantzt mit Mandoline und Mundharmonika, Christoph Günter mit dem Teekistenbass und Christoph Leipold, der neben einem leibhaftigen Waschbrett auch noch eine uralte Milchkanne zu Musikzwecken umfunktionierte stammen aus der hessischen Rhön, nämlich aus Eichenzell-Lütter. Ihre Form der Musik nennen sie den Rhöner Blues und unterstreichen diesen mit ihrem besonderen hessisch angehauchten Rhöner Dialekt und meist unter Einsatz aller Körperteile. Köstlich, was sie in zwei Stunden alles auf die Bühne zaubern, vom einfachen selbstgebastelten Liedchen bis zu Film- und Musicalmelodien, aufgemotzt mit eigenwilligen Texten, welche immer wieder mit viel Applaus bedacht wurden.

    Zur Eröffnung des Saale-Musicums an der Brend in Schönau ließen Bürgermeister Rudi Zehe (links kniend) und der Projektkoordinator Erdinc Yurdakul das Saalefloß auf der Brend zu Wasser. Der stellvertretende Landrat Peter Suckfüll, Fosenöchtervorstand Elmar Reubelt und Musikantenvorstand Sven Zirkelbach (stehend von links) „überwachten“ die Aktion. Foto: Manfred Zirkelbach

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