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    MELLRICHSTADT

    Alles neu am alten Sportplatz

    Alles neu am alten Sportplatz: Der Landkreis Rhön-Grabfeld investiert über 770 000 Euro in die Sanierung der Freisportanlagen am Gymnasium. Im Frühjahr wird das Eldorado für Sportler freigegeben.
    Sind die Arbeiten am Untergrund abgeschlossen, wird ein neuer Kunststoffbelag auf das Kleinspielfeld hinter dem Martin-Pollich-Gymnasium aufgebracht.
    Sind die Arbeiten am Untergrund abgeschlossen, wird ein neuer Kunststoffbelag auf das Kleinspielfeld hinter dem Martin-Pollich-Gymnasium aufgebracht. Foto: Simone Stock

    Mindestens einmal pro Woche ist Baustellenbesprechung. Dann ist festes Schuhwerk angeraten. Denn an den Außensportstätten am Martin-Pollich-Gymnasium wird derzeit jede Menge Boden bewegt. Mehr als 770 000 Euro investiert der Landkreis Rhön-Grabfeld in die Sportanlagen, die von Schülern und Vereinsleuten rege genutzt werden.

    Breitensport heißt das Zauberwort, das der Sanierung zugrunde liegt. „Das ist eine kommunale Aufgabe“, wie Georg Hansul vom Sachgebiet Gartenkultur am Landratsamt und zuständig für die Kreisliegenschaften, anführt. Am Schulberg sollen spätestens im nächsten Frühjahr beste Bedingungen für Sportfreunde herrschen.

    Hansul ist über den Fortschritt der Arbeiten am Sportgelände gut informiert, und er hat ein Auge auf Qualität. „Was wir jetzt herrichten, soll für die nächsten 30 Jahre halten“, sagt er beim Termin vor Ort.

    Die Freisportanlagen im Bereich hinter dem Martin-Pollich-Gymnasium und der Dreifachturnhalle waren sichtlich in die Jahre gekommen. Die 400-Meter-Bahn etwa war verschlissen, gespickt mit Senkungen und Dellen, das Verletzungsrisiko war hoch. „Hier muss etwas getan werden“, befanden die Verantwortlichen. Die Anlagen werden von Gymnasiasten, Real- und Mittelschülern genutzt, und auch die Sportfreunde des TSV Mellrichstadt, insbesondere der Sportabzeichen-Treff und die Leichtathleten, sind hier aktiv.

    Seit Ende Mai, dem Beginn der Bauarbeiten, müssen die Sportler auf den städtischen Sportplatz ausweichen. Denn am Gymnasiumsplatz sind die Bagger zugange. Die Firma Fleischhacker aus Würzburg, auf Sportstättenbau spezialisiert, will in der Ferienzeit so weit wie möglich vorankommen. Ganz im Sinne des Büros Ledermann aus Bahra, zuständig für Planung und Bauleitung.

    Neu gemacht wird etwa das Kleinspielfeld direkt hinter dem Gymnasium. Der alte Kunststoffbelag wurde entfernt, der Untergrund für einen neuen Kunststoffbelag wird derzeit verdichtet. Kein Luxus – nach 45 Jahren war der Boden schlichtweg abgenutzt. Auf einer Fläche von 28 x 44 Metern werden ein kleines Fußball-Spielfeld sowie zwei Basketballanlagen installiert. Die Schüler freut's – sie nutzen das Spielfeld in den Pausen gern zum Kicken, und auch die Kinder in der Nachmittagsbetreuung toben sich dort aus.

    Auf der angrenzenden Grünfläche entsteht eine Slackline-Anlage, auf der die Kinder balancieren können. Ein Trendsport, der auch in Mellrichstadt immer mehr Freunde findet. Beim benachbarten Beachvolleyballfeld, das laut Hansul rege genutzt wird, wird die Sandfläche vergrößert, um zusätzlich einen Sicherheitsbereich um das Spielfeld herum zu schaffen.

    Das Rasenspielfeld mit 400-Meter-Bahn hinter der Dreifachturnhalle ist das Herzstück der Anlage – und in puncto Sanierung die teuerste Maßnahme. Der Rasen erhält nach Auskunft von Georg Hansul eine hochmoderne unterirdische Bewässerungsanlage. Ein dafür benötigter Technikraum wurde in der Gymnasiumsturnhalle eingerichtet – zuvor wurde der Raum für die Lagerung von Sportgeräten genutzt. Dafür wird nun ein neuer Geräteraum gebaut, in direkter Nähe zur 400-Meter-Bahn, ergänzt um eine kleine Aufenthaltsfläche, auf der ein Sonnensegel für Schatten sorgt und wo sich müde Sportler ausruhen können. Bäume will Hansul im Bereich der Sportanlagen nicht pflanzen. Das Wurzelwerk kann den Kunststoffbelag beschädigen, und auch die Blätter sind im Herbst eine Gefahrenquelle für die Sportler.

    Große Maschinen sind im Einsatz, um das Rasenspielfeld zu sanieren, das 68 x 105 Meter groß ist – „Standard für einen Fußballplatz“, so Hansul. Die 400-Meter-Bahn, die um das Spielfeld herum verläuft, wird komplett neu gemacht. Vielleicht laufen die Sportler hier nicht schneller, aber auf jeden Fall weicher, und sie müssen keine Angst vor Dellen oder Wülsten haben.

    Im Nordsegment bleibt die Anlage für den Diskuswurf – die einzige im Landkreis übrigens – erhalten, sie gehört dem TSV Mellrichstadt. Dazu wird ein weiteres Beachvolleyballfeld angelegt, um der Nachfrage zu entsprechen. Neben Schülern und Vereinsleuten geht zum Beispiel auch eine Spielgruppe der hiesigen Polizeiinspektion hier ihrem Hobby nach. Der südliche Bereich zur Sonnenlandstraße hin wird einen Kunststoffbelag erhalten. Angrenzend wird eine Weitsprunganlage gebaut, der Kunststoffboden dient zudem als Anlaufbahn für Weit- und Speerwurf. Und es ist noch genügend Platz da für Hochsprung im Freien, die neue Matte ist natürlich allwettertauglich.

    Keine Frage, die Anlage wird ein Schmuckstück, wenn sie fertig ist. Doch das kann noch etwas dauern. Hansul befürchtet, dass der ursprüngliche Termin für die Fertigstellung im November nicht gehalten werden kann. „Wir werden die letzten Arbeiten erst im Frühjahr 2017 anpacken können“, sagt er, da beim Einbau von Kunststoff Faktoren wie Temperatur und Trockenheit berücksichtigt werden müssen.

    Die Verzögerungen gehen auf unerwartete Hindernisse zurück. „Wir haben Überraschungen beim Baugrund erlebt, die so nicht vorhersehbar waren“, sagt der Fachmann. Das bedeutet Mehraufwand und Mehrkosten – und eben die zeitliche Verzögerung. Der Boden ist lehmig, uneben und schwer zu entwässern. Daher muss eine gleichmäßige Neigung geschaffen werden, dass das Wasser abfließen kann. „Ein geologisches Gutachten mit punktuellen Untersuchungen hatte darüber keinen Aufschluss gegeben“, so Hansul.

    Die Entwässerung spielt im Übrigen bei allen Anlagen eine große Rolle. Das Kleinspielfeld erhält etwa einen wasserdurchlässigen Belag mit minimalem Seitengefälle, und auch die 400-Meter-Bahn ist durch entsprechende Maßnahmen nach einem Regenguss schnell wieder nutzbar.

    Für die Kosten von bisher kalkulierten 770 000 Euro hat die Regierung von Unterfranken eine Förderung von 367 000 Euro in Aussicht gestellt. Die Stadt Mellrichstadt beteiligt sich laut Bürgermeister Eberhard Streit mit 180 000 Euro – jeweils 90 000 Euro sind im Haushalt 2016 und im Etat 2017 für die Maßnahme vorgesehen. Die Sportler wird es freuen – für sie ist es gut investiertes Geld. Und vielleicht schaut dann auch mal der eine oder andere Neugierige vorbei und schließt sich einer der Sportgruppen an. Ganz im Sinne des Breitensports.

    Jede Menge Erde und Kies wird derzeit am Sportplatz am Gymnasium in Mellrichstadt bewegt. Die großflächige Anlage wird komplett saniert und neu gestaltet.
    Jede Menge Erde und Kies wird derzeit am Sportplatz am Gymnasium in Mellrichstadt bewegt. Die großflächige Anlage wird komplett saniert und neu gestaltet. Foto: Simone Stock
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