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    Bischofsheim

    Als ein Mähboot im Rothsee unterging

    Ehrungen beim Angelsportverein Bischofsheim anlässlich des 50-jährigen Vereinsbestehens. Das Bild zeigt von links: Karl-Heinz Kufel, Peter Richard, Michael Rott, Klaus Müller, Karl Enders, Bernd Müller und Bürgermeister Georg Seiffert.
    Ehrungen beim Angelsportverein Bischofsheim anlässlich des 50-jährigen Vereinsbestehens. Das Bild zeigt von links: Karl-Heinz Kufel, Peter Richard, Michael Rott, Klaus Müller, Karl Enders, Bernd Müller und Bürgermeister Georg Seiffert. Foto: Marion Eckert

    Vor 50 Jahren hat einige Idealisten den Angelsportverein Bischofsheim gegründet, um auch in der Nähe ihres Heimatortes angeln zu können, denn damals waren Brend und Leutenau privat verpachtet. Um angeln zu können, mussten die Bischofsheimer nach Bad Neustadt oder Bad Kissingen fahren.

    Viele tausend Arbeitsstunden

     Vorsitzender Bernd Müller erinnerte an die vielen tausend ehrenamtliche erbrachten Arbeitsstunden, die über Jahre hinweg nötig waren, damit der Angelsport am Rothsee ausgeübt werden könne. Und auch heute seien seien übers Jahr gesehen unzählige Stunden nötig, um die Anlage in Schuss zu halten. Ärger und Rückschläge, aber auch schöne Zeiten und lustige Episoden prägten in den vergangenen 50 Jahren das Vereinsleben. Eine Anekdote musste Müller zum Besten geben: "Ende der 70er-Jahre war der Rothsee total mit Schachtelhalm zugewachsen. Wir beschlossen diesen mit einem Mähboot zu Leibe zu rücken. Durch einen Bedienungsfehler ging das Boot mit samt Hans Schmitt unter. Der zeigte Haltung wie ein Kapitän der alten Schule und ging mit dem Boot unter. Man sah nur noch seinen Hut auf dem Wasser treiben." Natürlich ist er nicht ertrunken, sondern ist nach dem unfreiwilligen Bad heil an Ufer gekommen.

    Einen besonderen Dank sprach Müller an die Stadt Bischofsheim sowie den Landkreis wie auch den Firmen Abert, Rott und Mai aus, die den Angelsportverein stets unterstützen. Das Gedenken galt auch Hans Schmitt und Wilhelm Rott, die den Verein zu dem gemacht haben, was er heute für alle Angelsportfreunde sei. Mit der Bitte an alle Vereinsmitglieder, den Rothsee auch weiterhin zu pflegen und und die Möglichkeit des Angelns vor der Haustüre zu erhalten, schloss Müller seine Ansprache.

    200 Tage im Jahr am See

    Geehrt wurden langjährige Mitglieder. Seit 50 Jahren gehören Ehren- und Gründungsmitglied Karl Enders und Ehrenmitglied Bernd Müller dem Verein an. Müller, der dem Verein seit 2018 als Vorsitzender vorsteht, ist seit 45 Jahren in der Vorstandschaft tätig. Den Posten des Gewässerwartes für den Rothsee übt er neben dem Vereinsvorsitzend nach wie vor aus. An bis zu 200 Tagen sei er am Rothsee anzutreffen, dankte ihm sein Stellvertreter Michael Rott für das Engagement, das weit über ein gewöhnliches Ehrenamt hinausgehe.

    Schriftführer Rigobert Weyer hat zum Jubiläum aus der Chronik des Angelsportvereins Auszüge vorbereitet, die vor allem an die Gründungszeit erinnern. Auch wenn der Verein formal 1969 ins Vereinsregister eingetragen wurde, fand die eigentliche Gründungsversammlung bereits im Februar 1968 statt, die Geschichte des Vereins reiche aber bis in das Jahr 1967. Hans Schmitt nahm im Frühjahr 1967 an einem Lehrgang teil und erwarb einen Jahresfischereischein. Danach wollte er einen Angelverein in Bischofsheim gründen. Gemeinsam mit Christian Imhof wurde an die Stadtverwaltung heran getreten.  Der Rothsee war zur damaligen Zeit an eine Firma Mania aus Sondernau zur Fischzucht verpachtet. 1969 lief dieser Pachtvertrag aus, die Brend stand 1970 zur Neuverpachtung an. Der damalige Bürgermeister Hans Repp begrüßte das Vorhaben, verlangte aber die Gründung eines Angelsportvereins. Doch zur Gründungsversammlung waren nur sechs Interessierte erschienen, da der Gesetzgeber zur Gründung eines Vereins aber mindestens sieben Personen vorschreibt, erklärte sich Bürgermeister Repp bereit die Aufnahmegebühr von 50 Mark zu zahlen und dem Verein als siebtes Mitglied beizutreten. Die Vereinsgründung des Angelsportvereins Bischofsheim war somit gesichert.

    Schon damals verpflichtete sich der Angelsportverein den Rothsee auch im Interesse des Tourismus zu pflegen und an Urlauber Tagesscheine für das Angeln im See auszugeben. Noch heute gilt der Rothsee ein Kleinod, das von Anglern, aber Wanderern, Ausflüglern und Gästen sehr geschätzt werde.

    Bürgermeister Georg Seiffert dankte dem Angelsportverein, der in seiner 50-jährigen Geschichte Enormes für den Rothsee und damit auch Bischofsheims Tourismus geleistet habe. Daher sei es auch für die Stadt und den Landkreis eine Selbstverständlichkeit nun bei der Anschaffung neuer Toiletten dem Angelsportverein zur Seite zu stehen. Den Rothsee sieht Seiffert als Ausflugziel, das jedes Bischofsheimer Kind kennen müsse. "Jedes Kind muss mindestens einmal beim Kaulquappenfangen in den See gefallen sein und von den Eltern patschnass nach Hause transportiert werden. Das Idyll Rothsee soll so bleiben."

    Vorsitzende seit der Gründung
    Christian Imhof (1969 - 1972), Rudolf Balling (1972 -1978), Anton Braun (1978 - 1985), Hans Schmitt (1985 kommissarisch), Wilhelm Rott (1985 - 1994), Arno Kern (1994 - 2012), Georg Kirchner (2012 - 2018) und seit 2018 Bernd Müller.
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