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    Bad Neustadt

    Alte Kultursorten gesucht

    Nicht nur das Jahr 2019 steht unter dem Motto „Jahr der Biodiversität“, sondern der 22. Mai ist auch Internationaler Tag der Biodiversität. Das Ergebnis des Volksbegehrens Artenvielfalt  zeigt das breiter werdende Interesse an Ökologie. Darauf reagieren jetzt gemeinsam Corinna Ullrich, Projektmanagerin der Ökomodellregion Rhön-Grabfeld, Theresia Dietz vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bad Neustadt an der Saale und Julia Rösch vom Biosphärenreservat Rhön.

    In einem Kooperationsprojekt zwischen Ökomodellregion, Biosphärenreservat und AELF Bad Neustadt soll jetzt das Thema Kulturpflanzenvielfalt näher beleuchtet werden, heißt es in einer Mitteilung der Verantwortlichen.  Dietz liege in diesem Kontext zum Beispiel das häufig verloren gegangene Bewusstsein für Geschmack am Herzen. Ursorten punkten, so ihre Überzeugung, mit einem vielfältigen und  häufig intensiveren Geschmack. Den hätten günstiges Discounterobst und - gemüse allerdings beinahe verdrängt. Es gelte, den „Geschmack der alten Vielfalt“ wiederzubeleben. Einen Beitrag für unsere Region möchte Rösch mit diesem Projekt leisten: „Wir wollen die Vielfalt alter Sorten für uns und nachkommende Generationen erhalten. Dabei geht es auch um das Wissen um Kulturtechniken und besondere Eigenschaften der Pflanzen.

    Dieses wertvolle Wissen muss gesichert, aufbereitet und der Öffentlichkeit vermittelt werden, um es zu erhalten.“ Ullrich macht auch noch darauf aufmerksam, dass der Erhalt der Vielfalt nicht nur an und für sich wertvoll ist, sondern dass auch für die Zucht von neuen Sorten immer wieder auf alte Sorten zurückgegriffen wird. Gerade wenn es in Zukunft wieder mehr darum geht Sorten zu züchten, die mit den klimatischen Veränderungen gut umgehen können, sei ein großer und regional angepasster Genpool, eine Schatztruhe. Auch könne auf alte Sorten zurückgegriffen werden, wenn es zum Beispiel darum geht, gegen bestimmte Schädlinge oder Krankheiten resistente Sorten zu züchten.

    Die Kooperationspartner suchen nun Landwirte, die alte Getreidesorten zum Beispiel Einkorn oder Emmer kultivieren. Haben Sie noch Saatgut von Kulturen wie Linsen und Lein, die bereits in der Rhön angebaut wurden, lautet eine weitere Frage. Ebenso werden passionierte Gärtner gesucht, die ihr Saatgut von bestimmten Gemüsepflanzen selber vermehren oder alte Obstsorten kultivieren.

    Die Betroffenen werden gebeten, sich bei einem der drei Kooperationspartner zu melden: Ökomodellregion Rhön-Grabfeld, corinna.ullrich@rhoen-grabfeld.de, Tel.: 09771/94691);  Bayerische Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön, julia.roesch@reg-ufr.bayern.de, Tel.: (0931) 380-1668; Theresia Dietz (theresia.dietz@aelf-ns.bayern.de, Tel.: (09771) 6102 211.

    Bearbeitet von Thomas Pfeuffer

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