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    Mellrichstadt

    Altes Handwerk hautnah erleben

    Erika Pöhnlein und Marita Heid waren für die Sparte „Stricken, Häkeln und Sticken“ zuständig Foto: Brigitte Gbureck

    Am Stadtfest-Sonntag ist auch der Fronhof voller Leben. Gerhard Seidenzahl von den Mellrichstädter Kleintierzüchtern hatte vor dem Eingangsbereich eine Voliere mit Russen-Kaninchen, Zwerghühnern und anderem Kleingetier aufgebaut, der Anblick der Tiere faszinierte vor allem die Kinder.  

    Im Innenbereich wurde allerlei Handwerkliches geboten. Museumsdirektor Rudolf Mauder hat mit seinen Helfern im Rahmen des Stadtfestes den Tag der offenen Tür im Heimatmuseum perfekt vorbereitet. Altes Handwerk sollte dabei präsentiert und Techniken aus früheren Zeiten anschaulich vorgeführt werden.

    Allerlei Bestrickendes

    An einem langen Tisch saß Erika Pöhnlein und hatte eine große Palette von Stricksachen im Angebot, die die Seniorinnen jeden Mittwoch im Treffpunkt herstellen. Ihre Spezialität sind vorwiegend Strümpfe und Decken. Ein besonders schönes Exemplar schlang sich Marita Heid dekorativ um – wenn sie nicht gerade an der Nähmaschine saß und nähte. Auf einer Leine hingen jede Menge Strümpfe, Babysöckchen und allerlei anderes Bestrickendes.

    Zum Spinnen kam Annemarie Leuschner eigens aus Burkardroth nach Mellrichstadt gefahren. Im Hintergrund Marita Heid an ihrer Nähmaschine. Foto: Brigitte Gbureck

    Gleich daneben saß Annemarie Leuschner aus Burkardroth, die Rudolf Mauder schon viele Jahre kennt, mit ihrem Spinnrad und verschiedenen Wollsorten. Eine ältere Dame probierte sich an der Spindel und machte ihre Sache sehr gut, so dass Annemarie Leuschner vermutete, dass hier keine Anfängerin am Werk war.

    Die Kunst des Korbflechtens

    In einer stillen Ecke saß Karl Weber aus Leubach, ein Rhöner Original, und flocht auf seinem schweren Holzklotz Körbe, wobei ihm sein „Fan“ Marko Mültner gerne zuschaute. Zünftig gekleidete Waschfrauen zeigten mit Waschbrett, Stampfer, Auswringen, welch kräftezehrende Arbeit der Waschtag früher war.

    Waschtag bei Gabi: Das war früher eine Kräfte zehrende Arbeit. Danach hing die Wäsche blütenweiß über der Leine. Foto: Brigitte Gbureck

    Fein säuberlich hat Rudolf Mauder den Scheunenbereich im Fronhof nach Themenfeldern geordnet. Feldbestellung, Getreideernte – sogar eine Erntekrone hing von der Decke herunter -, eine alte Schmiede, alte Holzschlitten, auch beladen mit Holzstämmen, Vorratshaltung, Stallarbeit, alles wurde übersichtlich präsentiert. Apropos Schmiede: Schmied Klaus Omert, der in Frickenhausen einen Metalldesign-Betrieb hat, warf den Schmiedeherd an und bearbeitete anschließend mit Hilfe der kleinen Lisa einen Eisenstab so lange auf dem Amboss, bis er eine kleine Metallspitze abhauen konnte. Flugs war ein Loch hineingebohrt, und schon überreichte er Lisa einen selbst hergestellten Anhänger.

    Blick in die Schmiede

    Das rief eine Menge anderer Kinder auf den Plan, die ebenfalls schmieden wollten. Aber die Kraft reichte nicht immer aus, um den Hammer richtig zu schwingen. Metallbau habe ihn schon immer fasziniert, bekannte Klaus Omert. Er war als Schlosser und Brückenbauer beschäftigt und betreibt seit 2015 die Firma „Metalldesign“ in Frickenhausen. Daneben demonstrierte Udo Omert, wie an der Schleifuhr seines Opas ein Messer geschärft wird, mit dem er anschließend ein Blatt Papier durchschnitt.

    Udo Omert zeigte Michael May am Schleifstein, wie ein Messer geschliffen wird. Anschließen konnte er damit ganz leicht ein Blatt Papier zerschneiden. Foto: Brigitte Gbureck

    Für die Bewirtung im Fronhof zeichneten neben des Freunden des Heimatmuseums und den Freien Wählern Mellrichstadt in bewährter Weise die Landfrauen verantwortlich mit Kaffee und Blechkuchen und den beliebten „Mehlklöß mit Gurkensalat“, die restlos ausverkauft waren, wie Anita Karlein erzählte. Viele Besucher kommen eigens dafür her, und zur Hitze an diesem Sonntag passte es auch vorzüglich.

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