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    STETTEN

    Altes Liedgut bleibt lebendig

    Als es schon aufs Ende des Gesangsabends zuging, da sprudelten die Melodien erst so richtig aus den Instrumenten dieser drei Stimmungsmacher: (von links.) Friedrich Heß, Birgit Schilling und Kurt Löhler.
    Als es schon aufs Ende des Gesangsabends zuging, da sprudelten die Melodien erst so richtig aus den Instrumenten dieser drei Stimmungsmacher: (von links.) Friedrich Heß, Birgit Schilling und Kurt Löhler. Foto: Fred Rautenberg

    „Da, wo man singt, da lass dich ruhig nieder …“ sagt der Volksmund. In diesem Sinn war es am vergangenen Freitagabend eine sehr gute Idee, ins Schützenhaus von Stetten zu kommen, denn dort hatten sich etliche Freunde des fröhlichen Gesangs und des gemeinsamen Musizierens zusammengefunden, um einen Abend lang so recht von Herzen wieder einmal die alten Lieder erklingen zu lassen.

    Saitenzauber-Sextett war mit dabei

    „Steedemer Musikantentreffen & Wirtshaussingen“ hatte es die Hauptorganisatorin Birgit Schilling genannt. Denn neben den gesangsfreudigen Senioren (und einigen Jüngeren) waren gleich sechs Frauen vom „Saitenzauber“-Sextett mit ihren Veehharfen dabei, und neben Birgit Schilling spielten auch Martina Schwarz, Kurt Löhler und Friedrich Heß mit der Ziehharmonika auf.

    Textheft half beim Mitsingen

    Bei einer solchen instrumentalen Unterstützung musste der Gesang einfach klappen, selbst bei Liedern, die nicht so gängig waren. Damit es auch mit den Texten hinhaute, hatte Birgit Schilling ein eigenes Liederheft mit 36 Liedtexten und allen Strophen ausgedruckt – das dritte bereits seiner Art, denn es war ja auch schon das vierte Wirtshaussingen.

    Evergreens zum Frühlingswetter

    Eine bunte Mischung war darin wieder enthalten, klassische Volkslieder wie „Auf, auf, zum fröhlichen Jagen“ oder „Die Lindenwirtin“; Lieder aus dem bayerischen Süden, wie „Die Gamserl schwarz und braun“ oder „Das schönste Blümerl auf der Welt“. Da erklangen auch Schlager, die längst zu volkstümlichen Evergreens geworden sind, „Tanze mit mir in den Morgen“ oder „Die Fischerin vom Bodensee“.

    Die verlassene Fußballerbraut

    Lustig-übermütige Lieder gab es mit dem italienisierenden „Wir kommen aus Trentino“ oder „Alte, geh mach mer die Tür auf“. Ein ziemlich modernes war auch dabei, mit der Geschichte von einem Fußballer, der ein Mädchen sitzen ließ. Und Lieder mit frivolen Texten machen halt auch diebischen Spaß. „‘s Dirndl hat g‘socht“ war so ein Lied. Christine Heim und Birgit Schilling trugen zur Programmauflockerung ein schönes Trinklied im Duett vor. Neben vielen anderen erschallten natürlich auch Lieder auf die Rhöner Heimat, so mit dem „Steinern Haus am Heidelstein“ und dem „Kreuzberglied“, das den Gesangs- und Liederabend auch abschloss.

    Fleißige Instrumentalisten

    Doch der Bericht wäre grob unvollständig, wenn man nicht die Instrumentalisten hervorheben würde. Martina Schwarz, Kurt Löhler und Friedrich Heß drückten fleißig die Tasten an ihren Instrumenten, und Birgit Schilling, wenn sie nicht selbst die Ziehharmonika bediente, zeigte, welch rassigen Rhythmus man mit dem Klangholz-Löffelpaar produzieren kann.

    Ein außergewöhnlicher Ohrenschmaus

    Ein außergewöhnlicher Ohrenschmaus aber waren die Klänge, die Susanne Baumbach, Christine Heim, Susanne Mohr, Bea Omert, Birgit Schilling und Martina Schwarz auf ihren Harfen erzeugten: weiche, schmeichelnde, gemütvolle Klänge waren das, am ehesten noch mit denen einer Zither vergleichbar. Nach der Begrüßung durch Birgit Schilling hatten die Frauen von „Saitenzauber“ mit einem Solostück den Abend eröffnet.

    Listige Trinksprüche zu den Liedern

    Folker Schilling machte jeweils bekannt, welches Lied als nächstes auf dem Programm stand, und seine Frau Birgit ließ es sich nicht nehmen, vor jedem Lied auch einen lustigen Trinkspruch einzufügen. Auch ein Zungenbrecher konnte da mal dabei sein, etwa, wenn der Biber der Beutelratte unzüchtige Avancen macht und der Beutelrattengatte auf der Platte das mit anhört.

    Wirtshaussingen schafft Gemeinschaft

    Zu Recht dankte Birgit Schilling am Ende den Freunden des Wirtshausgesangs für ihre Teilnahme. Denn sie hatten wieder Liedgut aufklingen lassen, das im Vergessen zu versinken droht. Die Jugend singt ja nicht mehr in geselliger Runde, und wenn, dann sind es andere Lieder. Damit droht aber der große Schatz des deutschen Volkslieds verloren zu gehen. Und dass das gemeinsame Singen und Musizieren für jede Gemeinschaft und ihren Zusammenhalt, und besonders für die dörfliche, ein Segen ist, ist wohl unzweifelhaft. Damit dieser Segen nicht verblasst, findet im Herbst das nächste Wirtshaussingen in Stetten statt.

    Beim fröhlichen Finale waren alle Musikanten noch einmal mit den Besuchern im Gesang vereint: (stehend von links) Martina Schwarz, Birgit Schilling, Folker Schilling, Friedrich Heß und Kurt Löhler. Vorn sitzend: fünf der Frauen vom „Saitenzauber“-Sextett mit ihren Veehharfen; die fehlende Birgit Schilling steht hinter ihnen mit der Ziehharmonika.
    Beim fröhlichen Finale waren alle Musikanten noch einmal mit den Besuchern im Gesang vereint: (stehend von links) Martina Schwarz, Birgit Schilling, Folker Schilling, Friedrich Heß und Kurt Löhler. Vorn sitzend: fünf der Frauen vom „Saitenzauber“-Sextett mit ihren Veehharfen; die fehlende Birgit Schilling steht hinter ihnen mit der Ziehharmonika. Foto: Fred Rautenberg
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