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    BAD NEUSTADT

    5000 Kilometer für die Heimat- und Archivpflege

    Wie Kreisheimat- und Kreisarchivpfleger Reinhold Albert in seinem Bericht über das vergangene Jahr erklärt, war er für seine ehrenamtliche Tätigkeit in Rhön-Grabfeld 5000 Kilometer unterwegs und hat unzählige Freizeitstunden aufgewendet. Wiederholt nahm er an Sitzungen des Arbeitskreises „Denkort Aumühle“ in Würzburg teil. Der beabsichtigt, mit einem Denkmal am ehemaligen Bahnhof Aumühle in Würzburg an die von Unterfranken aus in Konzentrationslager deportierten jüdischen Mitbürger zu erinnern.

    Sitte und Brauchtum

    Josef Huthöfer aus Bad Neustadt, so Albert weiter, übergab 2017 die Unterlagen seines Vaters Eusebius. Dieser war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Lehrer in Ottelmannshausen und Wülfershausen und befasste sich mit Sitte, Brauchtum und Geschichte Rhön-Grabfelds, insbesondere seiner Schulorte. Festvorträge hielt Albert anlässlich der 1150-Jahrfeier in Waltershausen und der 1150-Jahrfeier in Alsleben.

    Walter Budig erstellte 2000 anlässlich der 1200-Jahrfeier seiner Heimatgemeinde Wülfershausen eine rund 900 Fotos umfassende Sammlung, die er der Gemeinde übergab. Auf Bitten des Bürgermeisters wurde sie von Albert digitalisiert. Unterstützt hat Albert Professor Peter Morsbach (Regensburg) vom Landesamt für Denkmalpflege bei der Erstellung des Denkmalatlases für Rhön-Grabfeld. Auf Alberts schon länger zurückliegende Initiative wurde 2017 der 1966 errichtete Bayernturm bei Zimmerau/Sternberg unter Denkmalschutz gestellt.

    Judenmatrikel

    Guntram Bach aus Hendungen übergab dem Heimatpfleger ein 1784 begonnenes Pfarrbuch von Hendungen. Es wurde nach Auswertung an das Diözesanarchiv Würzburg übergeben. Im Pfarrarchiv von Sulzdorf befand sich eine Abschrift der Matrikel der jüdischen Gemeinde Sulzdorf. Begonnen wurde es 1814 von Pfarrer Ernst Ortloph, beendet 1876 von Pfarrer Christian Mützel. Judenmatrikel verschwanden im Dritten Reich meist spurlos. In der Sulzdorfer Judenmatrikel sind 181 Geburten, 172 Sterbefälle und 43 Eheschließungen vermerkt. Diese wurde 2017 von Albert mit Unterstützung von Elisabeth Böhrer transkribiert.

    Die vor einigen Jahren erfolgten Nachforschungen zur Fabrikation des Segelflugzeugs Grunau Baby, von dem in den 1950er Jahren einige Exemplare von der Firma Rudolf Schindler in Sulzdorf gebaut wurden, führten zu einem schönen Erfolg, so Albert. Der Pfarrweisacher Hobbyflieger Erwin von der Forst erwarb ein solches Flugzeug, das im Schwarzwald in einer Halle auf bessere Zeiten wartete. Fluglehrer Peter Volz restaurierte das historische Fluggerät. Seit 2017 fliegt es wieder vom Flugplatz Saal aus über seine alte Heimat.

    Archive geordnet

    Zu Alberts Tätigkeit gehörten weiterhin Archivordnungsarbeiten in der VG Oberelsbach, in Sondheim/Gr., Eußenhausen sowie Eichenhausen. Vorbildliche Arbeit bei der Betreuung der Kommunalarchive leisten nach Ansicht von Albert Anton Enders in Bischofsheim, Thomas Künzl M.A. und Silvia Schmidt in Bad Neustadt, Gustav Tschochner in Bad Königshofen und Edgar von Schoen in Mellrichstadt.

    Veröffentlichungen

    Reinhold Albert verfasste unter anderem im Auftrag der Gemeinde Trappstadt ein Buch über die Geschichte des Gemeindeteils Alsleben, der im Berichtsjahr seine 1150-Jahrfeier beging. Weiter schrieb er ein Heimatbuch für die thüringische Gemeinde Schweickershausen (Kreis Hildburghausen), anlässlich der Feier zur Ersterwähnung des Dorfes vor 700 Jahren. Erneut übernahm Albert die Schriftleitung des Heimatblatts „Das Grabfeld. Darin verfasste er einen Bericht über Reformation und Gegenreformation im Grabfeld vor 500 Jahren. Zum zwölften Mal war Reinhold Albert schließlich Schriftleiter des Heimatjahrbuchs des Landkreises. Das im 40. Jahrgang erscheinende, 512 Seiten umfassende Buch war binnen weniger Wochen vergriffen.

    Im Juli 2017 erhielt Reinhold Albert in Würzburg von Innen-Staatssekretärs Gerhard Eck das Bundesverdienstkreuz am Bande. Weiter wurde der Heimatpfleger in der in München erscheinenden Zeitschrift des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege „Schönere Heimat“, vorgestellt. In der Zeitschrift wird jeweils eine verdiente Persönlichkeit aus Bayern beschrieben.

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