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    Strahlungen

    Auf dem Rasen stehen nur Gewinner

    Fair Play war angesagt, wenn auch mancher Ball heiß umkämpft war. Foto: Andreas Sietz

    Der neue Kunstrasenplatz des FC Strahlungen, der ein Ort der sportlichen Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung ist, wurde am Sonntag mit einem bunten Programm feierlich eingeweiht und unter Gottes Schutz gestellt.  

    In Strahlungen bedeute "Inklusion durch Sport", dass es normal sei, verschieden zu sein, sagte Bürgermeisterin Karola Back in ihrer Begrüßung. In Strahlungen gebe es Inklusion durch Sport nicht nur im Fußball, sondern auch beim Kegeln und beim Dart-Spiel in der Günter-Burger-Halle. Der Kunstrasenplatz sei Bestandteil des Projektes "Inklusion durch Sport", weil dadurch wetterunabhängig mit einer gewissen Kontinuität trainiert werden könne, so Back. Deshalb habe die Gemeinde auch Leader-Fördermittel erhalten. Der Kunstrasenplatz wurde in Kooperation mit dem FC Strahlungen, dem Landkreis Rhön Grabfeld , dem Landkreis Bad Kissingen, der Stadt Münnerstadt, dem Dominikus Ringeisenwerk Maria Bildhausen, dem Förderverein Maria Bildhausen und der Gemeinde Strahlungen erstellt.

    Um das Ganze  finanziell stemmen zu können, haben die Strahlunger Bürger und Freunde des FC Geld gespendet und viel Eigenleistung erbracht.  Federführend für das Projekt war der langjährige Vorstand des FC Strahlungen, Horst Hein. Sein Verdienst ist es, dass Strahlungen ein herausragendes Sportgelände besitzt.

    Nach einer schwungvollen Einstimmung durch das musikalische Duett „Liborson“ mit Michael Balling und Roland Koch und Partystimmung am Vorabend, wurde es am Sonntagmorgen beschaulicher. Die Strahlunger Musikanten unter der Leitung von Birgit Döhler begleiteten den Festgottesdienst, in dessen Mittelpunkt die Segnung des neuen Kunstrasenplatzes stand, mit ihren Klängen. 

    Pater Gottfried Scheer aus Maria Bildhausen sagte in seiner Predigt, dass es in der Gesellschaft nicht selbstverständlich sei, aufgenommen zu werden. Jesus und seinen Jüngern sei es so ergangen, doch in Strahlungen sei das anders. „Jeder Mensch ist kostbar“, so der Geistliche.

    Nachdem Pater Gottfried Scheer das neue Spielgelände im Beisein zahlreicher Ehrengäste unter Gottes Schutz gestellt hatte, stand nach einer Stärkung ein Interview mit den Ehrengästen auf dem Plan.  Mit dabei waren: Pascal Wiener aus Maria Bildhausen, Landrat Thomas Habermann, Bezirksrätin und Bezirksbehindertenbeauftragte Karin Renner, Ursula Schneider (Regionalmanagement Landratsamt Rhön Grabfeld), der Behindertenbeauftragte des Landkreises Rhön-Grabfeld Alois Gensler, Strahlungens Altbürgermeister Willi Schmitt, Bürgermeisterin Karola Back mit den Gemeinderäten Gudrun Gadamer, Kevin Nöth und Hermann Weber, Richard Knaier (Bürgermeister von Niederlauer), der FC-Vorsitzende Horst Hein, Jens Fuhl (Geschäftsführer Lebenshilfe Rhön Grabfeld), Michael Nowotny als stellvertretender Geschäftsführer der Behinderten-Einrichtung in Maria Bildhausen, Brunhilde Hergenhan (Vorsitzende der Lebenshilfe Rhön-Grabfeld) sowie Rolf Heiermann, Vertriebsleiter EON Energie Deutschland, der für dieses Spiel einen Satz Trikots gesponsert hat. Unzählige Worte des Dankes, des Lobes und der Feststellung, dass es normal sei, anders zu sein wurden geäußert.  Menschen mit Behinderung seien Menschen wie „du und ich“ und ein wertvoller Teil unseres Miteinanders, hieß es.

    Und dann stand endlich das große Spiel an. Menschen mit Behinderung der Lebenshilfe Rhön-Grabfeld spielten gegen eine Promi-Auswahl. Wobei sich Landrat Thomas Habermann neutral zeigte, denn er kickte auf beiden Seiten mit. Fliegender Wechsel bei den zweimal 15 Minuten Spielzeit war bei den überaus sommerlichen Temperaturen unerlässlich. Die Moderatoren Sven Schröder und Aron Schmidthuber, 1992 zum Weltschiedsrichter gekürt, hatten ebenso viel Freude an dem gelebten „Inklusions-Kick“ , wie die Spieler selbst und die zahlreichen begeisterten Zuschauer.  Fairplay war angesagt und so mancher etwas ältere Spieler aus dem Ehrengästeteam griff in die Zauberkiste. Dem stand der absolute Siegeswille der Fußballer mit Behinderung entgegen.

    Ein besonderer Dank ging an den Regionalliga-Aufsteiger TSV Aubstadt, denn einige Spieler meldeten sich gerne als Verstärkung an. Im Spiel, das mit flotten Klängen der Bildhäuser Blechtrommler angeheizt wurde, standen sich gemischte Teams mit Kickern mit und ohne Behinderung gegenüber. Rot gegen Weiß und am Ende stand es gerecht sieben zu sieben. Es sollte ja auch keinen Verlierer geben, sondern nur Gewinner.

    Nach dem Spiel ging es sportlich weiter. Beim Bumber-Ball-Fußballmatch bekam jeder Spieler einen „Airbag“ umgeschnallt. Beim Spiel ohne Grenzen hatten die jüngeren Gäste jede Menge Spaß und ein flottes Spiel boten die Teams des TSV Großbardorf und die Lokalmatadoren des gastgebenden FC's.   

    Pater Gottfried Scheer segnete den neuen Kunstrasenplatz in Strahlungen. Foto: Andreas Sietz
    Gruppenbild aller Spieler. Foto: Andreas Sietz
    In einer Interviewrunde äußerten sich die Anwesenden zum Kunstrasenplatz. Foto: Andreas Sietz
    Pater Gottfried Scheer aus Bildhausen zelebrierte den Einweihungsgottesdienst. Foto: Andreas Sietz
    Sportlich dabei: Jens Fuhl, Geschäftsführer der Lebenshilfe Rhön-Grabfeld, Behindertenbeauftragter Alois Gensler und Landrat Thomas Habermann. Foto: Andreas Sietz

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