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    Bischofsheim

    Aus der Rhön: Zehnte Wallfahrt nach Vierzehnheiligen

    Zirka 200 Teilnehmer zählt die Wallfahrt aus Bischofsheim, wenn sie in Vierzehnheiligen begrüßt wird und in die Basilika einzieht. Das Bild entstand bei der fünften Wallfahrt im Jahr 2014. Foto: Manfred Zirkelbach

    „Aufbruch und Anfang - Gemeinsam auf dem neuen Weg gehen“, so lautete das Motto der ersten Wallfahrt nach Vierzehnheiligen im Jahr 2010. Die Rhöngemeinden von Oberweißenbrunn bis Schönau mit dem Zentrum in Bischofsheim hatten sich kurz vorher zur Pfarreiengemeinschaft Am Kreuzberg/Bischofsheim zusammengeschlossen. Am Beginn dieses Zusammenschlusses sollte eine gemeinsame Aktion stehen.

    Eine Wallfahrt sei eine gute Gelegenheit, sich besser kennen zu lernen, wurde in den sechs verschiedenen Pfarrgremien vorher ausgiebig diskutiert. Ein Team aus allen Pfarreien nahm  daraufhin das Ziel Vierzehnheiligen in Angriff. Bereits im Herbst 2009 machte sich eine kleine Gruppe von Bischofsheim auf, erkundete die ersten Wege, suchte Verbindungen in den Dörfern wegen Verpflegungs- und Quartiermöglichkeiten. Nach der Ankunft der Gruppe in Vierzehnheiligen stand  felsenfest: „Wir begründen eine neue Wallfahrtstradition in der Rhön“. Die Gruppe hatte unterwegs viele offene Türen gefunden. Aufbruchstimmung war angesagt. Die Organisation lief an. Alle Einzelheiten wurden immer wieder besprochen, nichts sollte dem Zufall überlassen sein. Jeder erhielt seine Aufgabe.

    101 Wallfahrer beim ersten Mal

    Am Freitag 18. Juni 2010 um 4.30 Uhr empfingen genau 101 Wallfahrer, darunter 25 Musikanten, in der Bischofsheimer Pfarrkirche, den Pilgersegen und machten sich zum ersten Mal auf den Weg. Quartier wurde bezogen nach dem ersten Tag in Bad Königshofen, am zweiten Tag in Seßlach. Schließlich zogen am dritten Wallfahrtstag, Sonntag 20. Juni, 160 Wallfahrer erstmals in die Basilika über dem Maintal mit Glockenläuten und dem Loblied „Ein Haus voll Glorie schauet" ein. Pfarrer Manfred Endres und der damalige Pfarrvikar Augustin, beide hatten ebenfalls die Strapazen der drei Wallfahrtstage auf sich genommen, feierten mit den freudestrahlenden Wallfahrern den Gottesdienst.

    Rund 140 Wallfahrer machen sich seit zehn Jahren von Bischofsheim auf zur Wallfahrt nach Vierzehnheiligen. Die Wallfahrt ist ein Gemeinschaftswerk der sechs zur Pfarreiengemeinschaft Am Kreuzberg/Bischofsheim zusammengefassten Pfarreien. Foto: Manfred Zirkelbach

    Von Anfang an und in all den folgenden Jahren herrschte unter den Wallfahrern immer ein familiärer Geist und freundschaftliche Zuneigung. Die Frauen an der Spitze des Wallfahrtszuges sind für das Vortragekreuz zuständig, der Willi für die Fahnen und das Wallfahrtstempo. Rolf, Jürgen und Detlef kümmern sich mit großer Umsicht um die Sicherheit, wenn es auf Fahrstraßen vorwärts gehen muss, Lothar kümmert sich um die Lautsprecher, Reinhold um das Vierzehnheiligenbild, das Werner Kiesel aus Schönau vor 30 Jahren geschnitzt hat. Die Andachtstexte werden von Susanne und Ulrike ausgesucht, Unterstützung beim Vorbeten erhalten sie von Annemarie und Magda, Die Lieder hierzu werden von Manfred ausgesucht, die Musikanten stehen auch nach zehn Jahren unter der Leitung von Helmut.

    Stärkung und Ruhe

    Ob beim Rosenkranzgebet, der Andacht zu den Vierzehnheiligen oder meditativen Texten, jeder Wallfahrer erfährt für sich in solchen Stunden Stärkung und Ruhe. Der Peter kutschiert derweil das Gepäck, der Paul kümmert sich um die notwendige Verpflegung und die Getränke unterwegs. Vor allem an heißen Tagen ist er ein gefragter Mann. Der Theo schließlich steuert den Kleinbus für erschöpfte oder fußverletzte Wallfahrer. Ganz wichtig sind die Männer von der Rotkreuzbereitschaft Bischofsheim, die sich um die Gesundheit der Wallfahrer kümmern. Magda und Ilona helfen mit, damit jeder Wallfahrer am Ende des Tages ein Quartier bekommt.

    Da sind aber auch noch die vielen Helfer, die unterwegs in den Pausen für das leibliche Wohl sorgen, die Schönauer Seniorinnen beim Frühstück, die Heustreuer Pfarrgemeinderäte bei der Mittagspause, die Wülfershäuser Frauen bei der Kaffeetafel am Nachmittag. Am zweiten Tag sorgt die Familie Hummel aus Unteressfeld für Gaumenfreuden am Mittag und die Feuerwehr Wasmuthhausen für das Nachmittagskaffee. Dazwischen laden die Unteressfelder Feuerwehrmänner zur Pause in ihr Heim ein. Am letzen Tag schließlich werden die Wallfahrer von der Feuerwehr in Altenbanz mit Getränken bedient. Die Abende in Bad Königshofen und in Seßlach werden in gemütlicher Runde verbracht und tragen zur guten Kameradschaft bei.

    Die Teilnehmer der ersten Bischofsheimer Vierzehnheiligenwallfahrt im Jahr 2010 versammelten sich nach dem Gottesdienst in Vierzehnheiligen auf der Treppenanlage zur Basilika zum Gruppenfoto. Foto: Manfred Zirkelbach

    Vieles haben die Wallfahrer schon erlebt während der Wallfahrt. Hitze, Regen, Gewitter, Sturm. Gleich beim ersten Mal mussten sie vor einem Gewitter Schutz suchen unter dem Dach einer Kartoffelscheune in Hollstadt. Im vergangenen Jahr mussten sie die Wallfahrt in Wasmuthhausen abbrechen, weil eine wahre Sturzflut Kleidung und Schuhe total durchnässt hatte. Auch die Polizei musste schon gebeten werden, den Wallfahrern den Weg frei zu machen, weil im Grabfeld akkurat an diesem Samstagvormittag eine Rallye stattfand. Doch Wallfahrer halten Unvorhergesehenes tapfer aus. Vier Jahre lang hat Pfarrvikar Gabriel die Wallfahrer begleitet. Inzwischen ist er in seine indische Heimat zurückgekehrt. Freudig hat er kürzlich mitgeteilt, dass er in seiner Pfarrei in Südindien nach dem Vorbild der Bischofsheimer auch eine Wallfahrt mit 230 Teilnehmern durchgeführt hat. Eine wunderbare Nachricht.

    Großer Augenblick: der Einzug

    Der große Augenblick ist immer die Ankunft und der Einzug am Sonntagnachmittag in die Basilika. Es ist ein grandioses Gefühl, den Weg mit Gesang, mit Gebet, mit Glockengeläut und dem Gottesdienst abzuschließen. Freudentränen sind da nicht selten. In diesem Jahr lautet das Motto der Wallfahrt nach einem Augustinuswort: „Lauft nur, ich werde euch tragen, ich werde euch hinführen bis ans Ziel“. Was im Jahr 2010 begonnen wurde, ist inzwischen zu einem tragenden Gemeinschaftswerk geworden.

    Heuer starten die Wallfahrer am Freitag 28. Juni um 4.30 Uhr in Bischofsheim. Einzug in die Basilika ist am Sonntag mit Wallfahrergottesdienst um 15.30 Uhr. Anmeldeformulare gibt es in allen Kirchen der Pfarreiengemeinschaft und in der Klosterkirche Kreuzberg. Informationen erteilen: in Oberweißenbrunn Magda Kirchner (09772) 1700; in Frankenheim Ilona Zimmer (09772) 8203; in Bischofsheim Buchhandlung Schonder (09772) 7112; in Haselbach Annemarie Höveler (09772) 8269; in Unterweißenbrunn Ulrike Baumeister (09772) 1539 (abends); in Wegfurt Willi Büttner (09775) 1213, in Schönau Manfred Zirkelbach (09775) 458.

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