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    Bad Neustadt

    Ausstellung in der FOS/BOS Bad Neustadt entführt in die Zeit der DDR

    An der Staatlichen Fach- und Berufsoberschule Bad Neustadt (FOS/BOS) erinnert man mit der Ausstellung „Voll der Osten“ an die Grenzöffnung im Jahr 1989 und das Leben in der DDR. Schulleiter Ralf Kaminski eröffnete die Ausstellung vor zahlreichen Schülerinnen und Schülern mit persönlichen Erinnerungen an den 9. November 1989, den er in Bad Neustadt erlebte. Foto: Johannes Benkert

    Das Leben in der DDR ist derzeit an der Staatlichen Fach- und Berufsoberschule (FOS/BOS) Thema einer Ausstellung unter dem Namen „Voll der Osten“. Die von der Fachschaft Geschichte organisierte Ausstellung wurde anlässlich des 30. Jubiläums des Mauerfalls von Schulleiter Ralf Kaminski offiziell eröffnet.

    Kaminski rückte im Beisein von zahlreichen Schülern die Bedeutung lebender Zeitzeugen in den Vordergrund. Zum Mauerfall gebe es noch genug Zeitzeugen, die die Ereignisse des 9. November 1989 hautnah miterlebt hätten und dies eindrucksvoll schildern könnten, so der Schulleiter. Aber auch hier müsse man sich vor Augen führen, dass dies langsam anders werde, denn beispielsweise bei den Themen NS-Diktatur oder Holocaust werde es aufgrund des zeitlichen Abstandes immer schwerer, noch Frauen oder Männer zu finden, die diese Teile der Geschichte den Schülern aus eigener Erfahrung heraus näher bringen könnten.

    Ralf Kaminski rechnete nicht mit dem Mauerfall

    Umso mehr freute sich Kaminski, dass mit der Ausstellung nicht nur das Ende der Deutschen Demokratischen Republik thematisiert werde, sondern dass die Schüler vor allem einen Einblick in den Alltag von DDR-Bürgern bekommen, der deutlich macht, warum es schlussendlich dann doch zum Niedergang der Diktatur im Osten Deutschlands kommen musste.

    „Obwohl, und das sage ich Ihnen offen und ehrlich, ich damals nicht damit gerechnet habe, dass die Mauer eines Tages fallen würde“ so Kaminski. Der Schulleiter der FOS/BOS war Mitte der 1980er-Jahre als Lehrer mit seiner Familie nach Bad Neustadt gekommen und erlebte die „verrückten Tage“ voller Begeisterung mit.

    Fotograf nahm auf, was andere übersahen

    Was ihm aus dieser Zeit wie vielen seiner Kollegen vor allem in Erinnerung geblieben ist, ist „der Geruch der Trabi-Abgase, das war unglaublich“. Die Ausstellung „Voll der Osten“ ist eine Fotoausstellung von Harald Hauswald mit Texten von Stefan Wolle, die von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur herausgegeben wurde.

    In den 1980er-Jahren zog Harald Hauswald durch Ost-Berlin und fotografierte, was ihm vor die Linse kam. Er knipste, was andere Fotografen übersahen oder für uninteressant hielten: Kleine Szenen des Alltags, einsame und alte Menschen, verliebte junge Pärchen, Rocker, Hooligans und junge Leute, die sich in der Kirche für Frieden und Umweltschutz einsetzten. Dargestellt werden diese Alltagsszenen auf 20 Postern, zu denen die Vorklasse der Berufsoberschule Bad Neustadt einen Fragenkatalog entworfen hat, den die Neustädter Schüler lösen müssen.

    Bei der anschließenden Besprechung der Ergebnisse entwickeln sich lebhafte Diskussionen über die Verhältnisse in der DDR, verglichen mit denen in der Bundesrepublik im Jahr 2019. Parallel dazu zeigt die Ausstellung, die federführend von den beiden Geschichtslehrern Susanne Brauer und Johannes Benkert organisiert wurde, noch die 2009 erschienene Dokumentation „Schabowskis Zettel“, die die Ereignisse in Berlin am Abend des 9. Novembers nachstellt.

    Johannes Benkert

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