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    Bad Königshofen

    Australier in Königshofen: Schnee war die schönste Überraschung

    Als Gastschüler am Gymnasium Tom aus Wollongong (im Bild links neben seiner Schwester Anna. Mit auf dem Bild ihre beiden Austauschpartner Sophia aus Wülfershausen (rechts) und Luis aus Irmelhausen (links) Foto: Silke Kurzai

    Seit zwei Wochen  besuchen  die Geschwister Anna und Tom Smark aus dem australischen Wollongong, einer  Großstadt  mit gut 245 000 Einwohnern, 85 km südlich von Sydney direkt am Pazifik gelegen, das Gymnasium Bad Königshofen.  Die 16- jährige Anna wohnt bei  Familie Schwarz in Wülfershausen  und geht zusammen mit Tochter Sophia in  die 10. Klasse. Tom (14) ist Gast  bei der Familie von  Luis Wiener in Irmelshausen. Beide Jungen sind in der 9. Klasse.

    Die Grundlagen für den Austausch wurden vor 25 Jahren gelegt

    Die Grundlage für diesen  Austausch  wurde vor fast 25 Jahren gelegt. Im Januar 1995 kam Janet Morris aus Wollongong  als Austauschlehrerin für ein Jahr nach Bad Königshofen, um Englisch und Französisch zu unterrichten.  Der Kontakt zwischen ihr und den Kollegen von damals hatte über all die Jahre Bestand, und so ergab es sich fast von selbst, dass sie, als Annas und Toms Mutter fragte, ob sie eine Gastfamilie in Deutschland vermitteln könne, sich an Günter Fischer wandte,  der  am Gymnasium Bad Königshofen Sport und Englisch unterrichtet. Er fand die beiden Familien, die bereit waren, einen Gast aufzunehmen.

    Alle kommen sehr gut miteinander aus

    Kontakte wurden geknüpft, Emails und Bilder ausgetauscht, die Schulleitung war einverstanden.  Alles verlief ohne Komplikationen. Tatsächlich machen die Vier bei dem Gespräch einen völlig entspannten Eindruck. Auf die Frage, wie sie miteinander auskämen, lautet die Antwort knapp und  einmütig: „Sehr gut!“. Es gibt keinerlei Verständigungsprobleme,  Tom möchte vor allem deutsch sprechen, auch Anna beherrscht die Sprache gut.  Beide haben einen deutschsprachigen Kindergarten besucht, sie waren  schon einige Male in Deutschland. Nun ist allerdings das erste Mal, dass sie eine Schule kennenlernen.

    Der wichtigste Unterschied: In Deutschland gibt es keine Schuluniformen. „ Es ist sehr angenehm“, meint Tom, „dass man keine Krawatte tragen muss.“ Als weniger schön empfinden die beiden Australier allerdings den frühen Schulbeginn. „Hier muss man schon sehr zeitig aufstehen!“, sagt Anna. In Australien fängt der Unterricht nämlich erst um 9 Uhr an.  Annas Lieblingsfächer am Gymnasium sind Englisch: „Da verstehe ich alles“, sagt sie ganz ehrlich und Sport, „da steht mehr die Bewegung im Mittelpunkt“. Tom dagegen bevorzugt Chemie. „Da weiß ich genau, was ich machen muss.“

    Weihnachtsmärkte gibt es in ganz Australien nicht

    Natürlich finden auch gemeinsame Ausflüge statt. Am letzten Samstag ging es mit einem Bus nach München zum Tollwood Festival. Ein beeindruckendes Erlebnis für alle vier.  Ein Besuch wurde auch der ehemaligen Grenze abgestattet, die wie übrigens auch die vielen anderen Grenzen in Europa, faszinieren Tom. In Australien gibt  weit und breit nichts Vergleichbares, sagt er. Es wurden Weihnachtsmärkte besucht, die auf dem fünften Kontinent unbekannt sind, wo es auch kaum echte Weihnachtsbäume gibt. Meist sind  sie aus Plastik, sagt Anna. Und echte Kerzen? Auf keinen Fall!

    Das bringt das Gespräch auf die schlimmen Brände, die Australien momentan heimsuchen. In Wollongong ist die Situation nicht so bedrohlich,  berichten die beiden Jugendlichen, aber die Luft sei auch hier rauchgeschwängert.  Das Klima in Bad Königshofen ist da doch einfacher zu bewältigen. Und auf die Frage, was sie denn bislang am meisten beeindruckt habe, sagen Anna und Tom wie aus einem Mund: „Der Neuschnee.“

    Die beiden Geschwister bleiben noch bis Anfang Januar in Deutschland, dann geht es über Schottland zurück nach Hause. In den nächsten Sommerferien werden Sophia und Luis ein Flugzeug Richtung Australien besteigen. Die Hitze wird dann nicht so groß sein. Denn im August herrscht in Australien Winter und der ist garantiert schneelos.

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