• aktualisiert:

    FLADUNGEN

    Backhaus fällt dem Sparzwang zum Opfer

    Weil der Stadt das Geld fehlt: Das Fladunger Backhaus wird nun doch nicht umgebaut. Foto: Franziska Sauer

    Eine gewaltige Liste an Vorhaben möchte die Stadt Fladungen in den nächsten Jahren abarbeiten. Kann sie aber nicht. Wenn sie sich alle Wünsche erfüllen würde, müsste sie erhebliche Kredite aufnehmen, die sie dann in kürzester Zeit nicht mehr bedienen könnte. Daher stellten die Mandatsträger bei der Stadtratssitzung eine Prioritätenliste auf, der eine ganze Reihe von Projekten zum Opfer fiel.

    Knapp zehn Millionen Euro müsste die Stadt aufbringen, um alle Wünsche zu erfüllen, rechnete Bürgermeisterin Agathe Heuser-Panten dem Gremium vor. Um diesen Betrag zu finanzieren, müssten Kredite von rund 4,2 Millionen Euro aufgenommen werden. Daher habe der Stadtrat in der vorausgegangenen Sitzung bereits eine Streichliste aufgestellt. Trotz der Einschnitte reichen die Rücklagen nicht, um den Bedarf zu decken, womit eine Kreditaufnahme notwendig ist. Letztendlich bliebe der Stadt nicht viel Spielraum, so dass sie sich im Wesentlichen auf ihre Pflichtaufgaben konzentrieren wird, fasste Kämmerer Ludwig Backhaus zusammen.

    Haushaltszahlen immer im Blick

    Die Bürgermeisterin erinnerte daran, dass die Stadt in den vergangenen Jahren schon erhebliche Investitionen vorgenommen hat und dabei trotzdem im Schuldenvergleich unter den Landesdurchschnitt gesunken sei. Sie machte aber keinen Hehl daraus, dass einige Vorhaben gegen ihre Stimme aufgeschoben worden seien. So halte sie beispielsweise den vorläufigen Verzicht auf die Sanierung der Schulsportanlage für falsch. Für andere Projekte, die dem Rotstift zum Opfer fielen, habe es zudem schon Beschlüsse zu deren Umsetzung gegeben.

    Um flexibel zu sein, plädierte die Rathauschefin außerdem für eine jährliche Überprüfung der Haushaltssituation und wandte sich gegen den Beschluss der Mehrheit, erst 2021 die finanzielle Lage neu zu bewerten. Sie habe kein Verständnis für „Schwarzmalerei“ und forderte ein höhere Beweglichkeit, wenn es die Lage erlaube – und erntete umgehend Widerspruch.

    Auf große Vorhaben konzentrieren

    Andreas Hoch plädierte für eine vorsichtige Vorgehensweise und meinte, dass die Stadt nicht mehr ausgeben könne, als ihr zur Verfügung steht. Ins selbe Horn stieß Rüdiger Sebold und wehrte sich gegen die Darstellung der Bürgermeisterin, dass angeblich die Stadt ihre finanzielle Beweglichkeit verloren hat. Auch Eva Kalla verlangte, sich auf die großen Vorhaben zu konzentrieren.

    Kämmerer Ludwig Backhaus machte darauf aufmerksam, dass die Rechtsaufsicht sehr genau die finanzielle Situation der Stadt im Auge haben wird. Die Stadt kann auch nicht mehr auf eine Stabilisierungshilfe hoffen. Aber die Stadt sei ohnehin verpflichtet, jedes Jahr einen neuen Investitionsplan aufzustellen. Verzichtet wurde jetzt erst einmal unter anderem auf ein Fahrzeug für die Feuerwehr Heufurt, mehrere kostspielige Straßen- und Brückenreparaturen, den Umbau des Backhauses in Fladungen und die schon erwähnte Schulsportanlage.

    Nichts geht ohne Kredite

    Letztendlich verabschiedete das Gremium aber einstimmig die nach den Streichungen übrig geblieben Vorhaben. Nur die Bürgermeisterin hatte in einer weiteren Abstimmung etwas dagegen, das Investitionsprogramm auch in die mittelfristige Finanzplanung zu übernehmen.

    Nach dem ausgiebigen Wortwechsel um den Investitionsplan geriet die Behandlung des Haushalts für das Jahr 2018 zum förmlichen Akt. Unter Berücksichtigung der Veränderungen der Investitionen beläuft sich das Gesamtvolumen auf 9,7 Millionen Euro, wobei die Stadt – durch die großen Projekte verursacht – den Ansatz im Vermögenshaushalt gegenüber dem Vorjahr auf 4,4 Millionen Euro steigert. Ohne Kreditaufnahme können die Aufgaben jedoch nicht bewältigt werden, so dass der Schuldenstand von 356 auf 582 Euro je Einwohner steigt.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!