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    Bad Königshofen

    Bad Königshofen: Mäßiges Interesse der Kreisräte am Museum

    Stämme aus Fichten- und Eichenhölzern zeigte Museumsleiter Andreas Rottmann, die als Unterbau für ein Floß über den Main verwendet wurden. Foto: Hanns Friedrich

    Lediglich drei Mitglieder des 60-köpfigen Kreistags von Rhön-Grabfeld konnte Bürgermeister Thomas Helbling bei einer Führung durch das neu konzipierte Archäologische Museum in Bad Königshofen begrüßen. Mit ihnen war Landrat Thomas Habermann gekommnen, der sich dennoch über die "Kulturinteressierten" seines Kreistags freute. Bürgermeister Thomas Helbling, dem drei Entschuldigungen vorlagen, meinte, dass wohl die Urlaubszeit oder auch Gemeinderatssitzungen so manchen abgehalten hätten.

    Schätze aus vergangenen Jahrtausenden

    Der Landrat dankte vor allem Museumsleiter Andreas Rottmann für dessen kompetente Führung. Sein Stellvertreter Peter Suckfüll (CSU) fügte an, dass man dem Haus von außen nicht ansehe, welche Schätze aus vergangenen Jahrtausenden sich hier befinden. Von einer interessanten Führung sprachen auch Klara May (Bündnis 90/Die Grünen) und Friedrich Spatz (CSU). Helbling dankte vor allem Landrat Habermann, der sich für den Fortbestand und die Neukonzeption des Museums in München bei der Bayerischen Staatssammlung stark gemacht hatte.

    Bürgermeister Thomas Helbling (links) konnte im Museum Schranne in Bad Königshofen mit Peter Suckfüll, Klara May, Friedrich Spatz und Landrat Thomas Habermann Kreistagsmitglieder begrüßen. Er hatte bei einer Sitzung des Kreistags zu dieser Besichtigung eingeladen. Museumsleiter Andreas Rottmann (rechts) führte die Gäste durch die Ausstellung Foto: Hanns Friedrich

    Der Landkreis Rhön-Grabfeld und Stadt Bad Königshofen tragen je zur Hälfte die jährlichen Unterhalts- und Personalkosten, so der Bürgermeister auf Nachfrage von Peter Suckfüll. Kurz ging er auf die Schranne ein, die 325 Jahre alt ist und einst Zehntscheune für das Kloster Wechterswinkel war, später Lagerhalle für eine Weinkellerei, dann als Mälzerei diente und 1988 von der Bayerischen Staatssammlung München zum "Vorgeschichtlichen Museum" umgebaut wurde. Nach drei Jahrzehnten sei es dringend erforderlich gewesen, das Gebäude zu sanieren und vor allem die Ausstellung neu zu konzipieren. Das Thema Barrierefreiheit sei wichtig gewesen. Hier habe man einen beschwerlichen Weg gehen müssen. Allerdings sei es gelungen, neben dem Haupteingang der Schranne einen Zugang zu einem Aufzug zu schaffen. Dieser verbindet alle drei Geschosse des Museums und auch den Bereich des Gewölbekellers. Der Bürgermeister erläuterte die Gesamtkosten mit 2,3 Millionen Euro und die Förderungen durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.

    Was steckt hinter "Grabfeld Treffpunkt"?

    Kurz streifte er noch den "Grabfeld Treffpunkt", der Ende diesen Jahres fertig sein sollte und sich im Eingangsbereich des Museums befindet. Hierzu gibt es eine Förderung durch Leader und die Unterfränkische Kulturstiftung. Ziel ist es, das Grabfeld und seine Kulturschätze bekannter zu machen. Deshalb gibt es sogenannte "Treffpunkte" in den verschiedenen Gemeinden der "Allianz Grabfeldgau". Eingebunden werden soll auch das thüringische Grabfeld mit der Partnerstadt Römhild, sagte Museumsleiter Rottmann.

    Im neu gestalteten Museum im ersten und zweiten Obergeschoss stellte Andreas Rottmann die Grundidee der Einrichtung vor, bei der das Thema "Grenze" eine Rolle spielt. Einzelnen Themen wurden aus der Geschichte heraus gegriffen und aufgearbeitet. So entstand der Überbegriff "Raum und Grenze". Themen der Ausstellung sind: "Diesseits und Jenseits, Macht und Herrschaft, Fremd oder Heimisch, Nahrung oder Arbeit und Natur oder Kultur." Themen, die die Jugend ansprechen sollen, vor allem was Natur und Kultur betrifft. Deshalb gebe es museumspädagogische Räume im Innenhof und sogar eine Küche.

    1000 Objekte auf 400 Quadratmetern

    In 13 Themenblöcken zeigt die Ausstellung auf etwa 400 Quadratmetern über 1000 Einzelobjekte aus vor- und frühgeschichtlichen Zeiten, vorwiegend aus dem Grabfeld und der Rhön. Es gibt viele Sitzmöglichkeiten und "Mitmachstationen", so dass sich die Besucher aktiv einbringen und so ganz neue Erfahrungen sammeln können. Dies geschieht unter anderem durch zum Teil vergrößerte Nachbildungen einzelner Exponate, die man in die Hand nehmen kann, erläuterte Museumsleiter Andreas Rottmann. Er verwies auf die niedrige Anordnung der Exponate und die zahlreichen Glashauben, wodurch man einen anderen Blick bekommt.

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