• aktualisiert:

    Bad Neustadt

    Bad Neustadt: Ausstellung zum Thema Demenz im Landratsamt eröffnet

    Dieses Zitat und das Fotobuch, zu sehen in der Wanderausstellung "Was geht. Was bleibt. Leben mit Demenz" im Foyer des Landratsamtes Bad Neustadt soll die Situation von Betroffenen veranschaulichen. Sie ist noch bis 31. Oktober geöffnet. Foto: Andreas Greubel

    "Alle sagen, das sind Familienfotos. Aber manche Personen auf den Bildern kenne ich gar nicht. Oder?" und "Mutter weiß noch viel aus ihrer Jugend. Von gestern weiß sie kaum noch etwas." Hierbei handelt es sich um Aussagen aus dem Leben von Menschen mit Demenz. Und auch Aussagen, die zum Nachdenken, Sensibilisieren und Handeln anregen sollen.

    Eines der insgesamt 22 Fächer, das über Demenz informiert und dafür sensibilisiert. Foto: Andreas Greubel

    Sie sind Bestandteil der Wanderausstellung "Was geht. Was bleibt. Leben mit Demenz" des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege, die noch bis 31. Oktober im Landratsamt aufgebaut ist, um auf dieses wichtige Thema aufmerksam zu machen. Denn in Bayern leben bereits heute über 240 000 Menschen mit Demenz, bei den über 90-Jährigen weist jeder Dritte demenzielle Symptome auf. In den nächsten etwa 20 Jahren rechnet man mit einem weiteren Anstieg um etwa 100 000 Erkrankte.

    Habermann betont die Wichtigkeit der Information über die Krankheit

    Landrat Thomas Habermann betonte daher in seiner Begrüßungsansprache auch, dass das Thema für alle von Relevanz sei, da ein jeder in seinem Leben von Demenz betroffen sein könne. Die Leistungsfähigkeit des Gehirns lasse im Alter zwangsläufig nach, aber man könne diesen Prozess mit Training und möglichst vielen sozialen Kontakten etwas verlangsamen. Man könne aber auch damit lediglich die Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken, verringern, da die Krankheit sehr viele Ursachen habe. Deswegen müsse man sich darüber informieren.

    Nach Habermann übernahm Sabine Wenzel-Geier vom Pflegestützpunkt Rhön-Grabfeld das Wort. Sie erklärte, dass es die Wanderausstellung schon seit 2016 gebe und sie gleich auf so großes Interesse gestoßen sei, dass ein Jahr später bereits eine zweite, identische Ausstellung produziert wurde. Diese sei ein Teil der Bayerischen Demenzstrategie, die aus zehn Handlungsfeldern bestehe. Eines dieser Felder sei Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit, weswegen die Ausstellung auch zusammengestellt worden sei. Sie wies darauf hin, dass dort unter anderem Informationen zu Formen der Demenz und dem speziellen Umgang mit diesen zu finden seien, ebenso wie Tipps zu den verschiedenen Hilfsangeboten. Weitere Handlungsfelder dieser Strategie sind beispielsweise Aus-, Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen oder auch die Grundlagen- und Versorgungsforschung.

    Zentrales Element der Ausstellung aus zweierlei Gründen in Kopfform

    Die Ausstellung beinhaltet als zentrales Element passenderweise ein überdimensionales Regal in Kopfform: Da dort nicht nur die Ursache einer Demenzerkrankung liegt, sondern auch ein Symbol dafür ist, dass sich in unseren Köpfen ein Bewusstseinswandel vollziehen muss, um Demenz bereits heute und in Zukunft besser begegnen zu können.

    Das zentrale Element der Ausstellung ist aus zweierlei Gründen in Kopfform dargestellt. Foto: Andreas Greubel

    Auf der Rückseite des Kopfregals sind Zitate zu sehen, die konkrete Tipps in Bezug auf das Verhalten im Umgang und bei der Kommunikation mit Betroffenen aufzeigen. Die Vorderseite ist in insgesamt 22 Fächer aufgeteilt. In elf finden sich Informationen zum Thema Demenz. In weiteren sechs Fächern befinden sich Zitate und dazugehörige Objekte, die die Situation der Betroffenen veranschaulichen soll. Die übrigen fünf sind in schwarz gehalten und ohne Inhalt oder Information: Sie sollen den zunehmenden Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit darstellen.

    Die Wanderausstellung "Was geht. Was bleibt. Leben mit Demenz" haben neben dem Pflegestützpunkt Rhön-Grabfeld die Gesundheitsregionplus Bäderland Bayerische Rhön, das Gesundheitsamt, die Fachstelle für Senioren und Menschen mit Behinderung und die Stabsstelle Kreisentwicklung organisiert. Sie kann noch bis Donnerstag, 31. Oktober, zu den Öffnungszeiten des Landratsamtes im dortigen Foyer besichtigt werden. Dort liegen auch zusätzliche Informationsblätter und Flyer zu Unterstützungsangeboten aus.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!