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    Bad Neustadt

    Bad Neustadt: Das neue Zentrum an der "Jopp-Kreuzung"

    Den symbolischen Schlüssel für das neue Entwicklungszentrum überreichten die Planer Julia Büchs und Sven Kriesche (rechts) an die Jopp-Geschäftsführer (von links) Richard Diem, Martin Büchs und Dr. Hubert P. Büchs. Foto: Stefan Kritzer

    Zum 100. Firmenjubiläum hat sich die Firma Jopp selbst das schönste Geburtstagsgeschenk auf den Gabentisch gelegt. Mit der Eröffnung des neuen Entwicklungszentrums und einem neuen Campus auf dem Gelände der ehemaligen Fränkischen Stahlgeschirrwerke hat sich das Unternehmen nicht nur einen Traum erfüllt, sondern die Weichen in Richtung Zukunft gestellt. Beim Tag der offenen Tür nach der feierlichen Eröffnung wollte eine große Zahl an Mitbürgerinnen und Mitbürger einen Blick in das neue Entwicklungszentrum werfen.

    Wo einst nüchterne Lagerhallen standen, hat die Firma Jopp einen modernen Campus geschaffen. Foto: Stefan Kritzer

    Aus der BayWa- soll in Bad Neustadt die Jopp-Kreuzung werden

    Es ist der neue und markante Blickpunkt geworden, den die Planungen versprochen haben.Mit einem spektakulären Entwicklungszentrum in zentraler Lage an der BayWa-Kreuzung zieht die Firma Jopp nun viel mehr Blicke auf sich, als das bislang an den Standorten in Herschfeld oder in der Gartenstadt der Fall war. Künftig soll zudem, das bestätigten Bürgermeister Bruno Altrichter und Landrat Thomas Habermann in ihren Grußworten, die große Kreuzung auf der Meininger Straße im Volksmund nicht mehr BayWa-, sondern Jopp-Kreuzung heißen.

    Mit einer Open-Air-Feierstunde auf dem neuen Campus wurde das Entwicklungszentrum nach kurzer Bauzeit seiner Bestimmung übergeben. Exakt ein Jahr zuvor war der Grundstein für das spektakuläre Bauwerk gelegt worden. Auf historischem Grund, wie Jopp-Geschäftsführer Dr. Hubert P. Büchs in seiner Rede bemerkte. "An dieser Stelle gründete Sebastian Hüllmantel 1910 die Fränkischen Emaillier- und Stanzwerke und damit das erste Industrieunternehmen in Bad Neustadt", sagte Büchs. Nach Ende der Produktion in den späteren Fränkischen Stahlgeschirrwerken 1995 hatte die Firma Jopp die Gebäude im Jahre 2001 übernommen und bislang als Lager- und Montagehallen genutzt.

    Gebäude und Fenster nehmen Rundung auf 

    Viele der einstigen Hallen mussten nun dem Campus und dem Entwicklungszentrum weichen. Das mehrstöckige Gebäude fügt sich in die Rundung des Kreuzungsbereiches ein. Sogar die aus Schall- und Wärmeschutzgründen dreifach verglasten Fenster nehmen diese Rundung an der Seite zur Straße auf. Betreten wird das Haus über den Eingang am Donsenhaug, dem ehemaligen Verwaltungsgebäude der früheren Stahlgeschirrwerke, das ebenfalls komplett umgebaut wurde. Weiterhin sind mehrere Hallen erneuert, beziehungsweise entfernt worden und geben so Raum für einen großen Innenhof.

    Staatsministerin Dorothee Bär war zum Tag der offenen Tür ins Jopp-Entwicklungszentrum ebenso gekommen wie die Landtagsabgeordneten Sandro Kirchner (2. von links) und Steffen Vogel (Mitte). Die Geschäftsführer Martin Büchs (rechts) und Richard Diem erläuterten die Exponate im Ausstellungsraum. Foto: Stefan Kritzer

    Architektin Julia Büchs, Tochter von Hubert P. Büchs, nannte die begrenzten weiteren Ausbaumöglichkeiten im Werk Herschfeld als Grund für den neuen Standort des Entwicklungszentrums. "Die Gestaltung des Entwicklungszentrums ist mutig und wertet das Stadtbild auf", sagte Julia Büchs. Sie hatte die grundlegenden Planungen für das neue Gebäude erstellt, Architekt Sven Kriesche aus Salz hat diese anschließend vor Ort ausgeführt. "Drei Viertel der am Bau beteiligten Firmen stammen aus der Region", betonte Kriesche. Gemeinsam mit Julia Büchs überreichte Kriesche den symbolischen Schlüssel zur Eröffnung an die Jopp Geschäftsführer Martin Büchs, Richard Diem und Hubert P. Büchs. Die Segnung des Entwicklungszentrums nahmen Dekan Dr. Andreas Krefft und Pfarrer Oliver Englert vor. Krefft hob in seiner Ansprache das starke Selbstvertrauen des Unternehmens Jopp sowie dessen Ideenreichtum hervor.

    Altrichter:  Entwicklungszentrum ein "Highlight im Stadtbild" von Bad Neustadt

    Landrat Thomas Habermann und Bürgermeister Bruno Altrichter wollten in ihren Grußworten nicht nur die neue Jopp-Kreuzung ausrufen. "Eine eigene Entwicklung werden Unternehmen in Zukunft immer mehr benötigen, um wettbewerbsfähig zu bleiben", so Habermann. Bruno Altrichter nannte das Entwicklungszentrum einen Meilenstein für das Unternehmen, ein Highlight im Stadtbild und ein Bekenntnis zum Standort Bad Neustadt. "Entwicklung ist die Grundlage für jede Fertigung", betonte auch der Bürgermeister.

    Ein Fahrrad mit Teilen aus der Fertigung der einstigen Maschinenfabrik Jopp ziert eine Säule im neuen Entwicklungszentrum. Foto: Stefan Kritzer

    Neu auf dem Campus am Donsenhaug ist ebenfalls ein Kunstwerk nach Entwürfen von Hubert P. Büchs vor dem Eingangsbereich. Aus Stahlrohren, wie sie seit Jahrzehnten in der Produktion bei Jopp verarbeitet werden, wurde ein in sich gedrehter Hyperboloid geschaffen, der symbolisch für die Basis aus einfachen Baustoffen und deren komplexer Verarbeitung steht.

    "Jopp-Akademie" kommt

    Die Bauarbeiten auf dem Campus sind aber noch nicht abgeschlossen. Die historische Gründervilla der Unternehmensvorgänger, in der in den vergangenen Jahren der Kunstverein Bad Neustadt seine Werke ausstellte, will die Firma Jopp schon bald in eine "Jopp-Akademie" umwandeln - für Schulungen und Weiterbildungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

    Auch Fahrradklingeln gehörten in den frühen Jahren des Unternehmens Jopp zum Produktportfolio. Foto: Stefan Kritzer
    Vom Innenhof des neuen Jopp-Campus betrachtet: Das spektakuläre Entwicklungszentrum des Unternehmens. Foto: Stefan Kritzer