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    Bad Neustadt

    Bad Neustadt: Pfarrer Josef Wirth gestorben

    Pfarrer i. R. Josef Wirth verstarb im Alter von 92 Jahren.  Foto: Archiv POW/Markus Hauck

    Im Alter von 92 Jahren ist am Mittwoch, 6. November,  Pfarrer i. R. Josef Wirth in Würzburg gestorben. Er war langjähriger Pfarrer von Bad Neustadt.

    Der von 1977 bis 1996 in Bad Neustadt wirkende Geistliche hat hier viele Spuren hinterlassen und ist zahlreichen Bürgern in schöner Erinnerung geblieben. Vor allem die Errichtung des Pfarrzentrums ist dem Engagement von Josef Wirth zu verdanken. Es wurde während seiner Amtszeit und unter seiner Regie erbaut. Auch die Stadtpfarrkirche erfuhr einige Renovierungsarbeiten. Dem Kindergarten galt ebenfalls sein besonderes Augenmerk, er gründete seinerzeit die Kindergartenstiftung. Nicht nur Baulichkeiten begleitete Pfarrer Wirth, vielmehr auch die Menschen in seiner Kirchengemeinde. Von 1978 bis 1985 war er Vorsitzender der neu gegründeten Sozialstation Sankt Laurentius. Die Stadt Bad Neustadt zeichnete ihn 1996 mit der Stadtmedaille in Gold aus. Bereits im Ruhestand ist der Geistliche immer wieder gerne an seine ehemalige Wirkungsstätte zurückgekehrt, er war in der Saalestadt stets ein gern gesehener Gast.

    1926 in Eibelstadt geboren

    Josef Wirth wurde 1926 in Eibelstadt geboren. In Würzburg besuchte er das Alte Gymnasium. Mit 16 Jahren kam er als Luftwaffenhelfer nach Schweinfurt zum Arbeitsdienst und dann in die Wehrmacht. 1945 geriet Wirth in russische Gefangenschaft, aus der er 1948 zurückkehrte. Bei seinem 75. Geburtstag hatte er in Bad Neustadt betont, dass er es nur mit Gottes Hilfe geschafft habe, aus dem Kriegsgeschehen herauszukommen. Dies habe er wie eine zweite Geburt erlebt und für ihn sei klar gewesen, dass sein neuer Weg nur Gottes Weg sein könne. Dieser habe ihm ein neues Lebensziel gegeben. 

    Sein Abitur legte er 1949 in Ansbach ab und studierte anschließend Theologie in Würzburg, geht aus einem Bericht des Pressedienstes des Bischöflichen Ordinariats Würzburg hervor. Nach der Priesterweihe durch Bischof Julius Döpfner am 18. Juli 1954 in Würzburg und dreijähriger Kaplanszeit in Aschaffenburg-Mariä Geburt wurde Wirth Religionslehrer an der Berufsschule in Aschaffenburg. 1960 wechselte er an die Berufsschule Schweinfurt. Gleichzeitig wirkte er von 1961 bis 1965 als Diözesankaplan der Christlichen Arbeiterjugend. Ab 1965 war Wirth Pfarrer in Mömlingen. Dort ließ er 1966 ein Laiengremium wählen, das Mitverantwortung in der Pfarrei tragen sollte – ein Vorläufer der damals noch nicht existierenden Pfarrgemeinderäte. Im November 1975 wurde Wirth Vorsitzender des neu gegründeten Pfarrverbandes Obernburg. Im selben Jahr übernahm er auch das Amt des Dekanatsbeauftragten für Priester- und Erwachsenenbildung.

    Dekanatsbeauftragter für Priester- und Erwachsenenbildung

    Von 1977 bis 1996 war Wirth Pfarrer in Bad Neustadt-Mariä Himmelfahrt. Von 1982 bis 1986 arbeitete er im Priesterrat und im Pastoralrat der Diözese mit und von 1986 bis 1990 war er Vorsitzender des Deutschen Katecheten-Vereins (dkv) in der Diözese. Als Prokurator wirkte Wirth im Dekanat Bad Neustadt von 1988 bis 1995. Von 1990 bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand 1996 arbeitete er auch als Dekanatsbeauftragter für Priester- und Erwachsenenbildung.

    Als Ruhestandspriester in Höchberg engagierte sich Wirth bis 2012 im Vorstand des Vereins Sankt Josefs-Stift Eisingen. Von 1998 bis 2010 hatte er außerdem das Amt des Altenseelsorgers für das Dekanat Würzburg-links des Mains inne. Von August 2011 bis September 2012 war Wirth Pfarradministrator von Höchberg-Sankt Norbert. Der Markt Höchberg verlieh ihm 2011 die Silberne Gemeindeplakette, der Diözesan-Caritasverband im Jahr 2012 das Ehrenzeichen in Gold.

    Wichtig seien ihm eine zeit- und menschennahe Pastoral sowie die Hilfe von Menschen in Not, hatte Pfarrer Josef Wirth einst gesagt. Darüber hinaus eine Glaubensvermittlung in heutiger Sprache und die Förderung der Verantwortung der Laien in der Kirche. 

    Beisetzung in Bad Neustadt

    Pfarrer Josef Wirth wird in Bad Neustadt beerdigt. Das Requiem ist am Mittwoch, 13. November, um 14 Uhr in der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Bad Neustadt, die Beisetzung auf dem Stadtfriedhof schließt sich an. Der Sarg wird an diesem Tag um 10 Uhr in der Stadtpfarrkirche aufgebahrt, um 11 Uhr wird der Rosenkranz gebetet.

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