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    Bad Neustadt

    Bad Neustadt: Sanierungsarbeiten am Friedhof liegen im Zeitplan

    Im ersten, nun abgeschlossenen Bauabschnitt bekam diese Seite des Bad Neustädter Friedhofs statt Schotter eine neue Rasenfläche. Foto: Christian Hüther

    Eigentlich ist ein Friedhof gemeinhin ein Ort der Stille. Seit Anfang diesen Jahres haben jedoch Bagger und andere schwere Geräte am Bad Neustädter Altstadtfriedhof Einzug gehalten. Der Grund: Umfangreiche Sanierungsmaßnahmen. Pünktlich zu Allerheiligen, wenn viele auf dem Friedhof ihrer Liebsten gedenken wollen, wird der erste Bauabschnitt der Sanierung abgeschlossen sein. Das erklärte die Stadt nun in einer Mitteilung. Ab dem 18. Oktober wird demnach das erste Teilstück um die sanierten Flächen wieder eröffnet, so dass Pflanzen oder Schmuck für Allerheiligen vorbereitet und aufgebracht werden können. Auch der Haupteingang am Hohntor kann dann wieder wie gewohnt genutzt werden. 

    "Es ist bislang nichts Außergewöhnliches vorgefallen, wir sind mit den Arbeiten im Zeitplan geblieben", berichtet Fabian Helmerich, Leiter des Ordnungsamtes, auf Nachfrage dieser Redaktion. Man wolle sich in diesem Zuge gerade auch bei den Bürgern für das Verständnis während der bisherigen Bauzeit bedanken. Vor Sanierungsstart hatte die Stadt im Mai 2018 bei Informationsveranstaltungen den Bürgern die Neugestaltung des Friedhofs vorgestellt. Auch in diesem Jahr gab es laut Helmerich die eine oder andere Nachfrage von Bürgern. "Wir haben aber jeweils immer einvernehmliche Lösungen gefunden", freut er sich. Die Sanierung bedeutete gerade für die Verwaltung einen großen Aufwand, da jeweils jedes einzelne Grab abgewickelt werden musste.

    Verschiedene Seiten auf dem Friedhof

    Nötig geworden war die Sanierung, da der Friedhof quasi zwei verschiedene Seiten aufwies. Die vom Hohntor-Eingang her gesehen linke Seite wurde bereits 1998 saniert und erhielt geordnete Grabfelder auf einer grünen Wiese, während sich daneben ein geschotterter Abschnitt mit mittlerweile vielen freien Flächen befand. Dort wurden in den vergangenen Jahren viele Gräber aufgelöst und nicht mehr belegt. Mit der Neugestaltung will die Stadt auch der Bevorzugung von immer mehr Urnenbestattungen Rechnung tragen. Das macht dann völlig neue Gräberanordnungen notwendig. 

    Schon bevor es nach dem diesjährigen Osterfest mit den Bauarbeiten auf der eigentlichen Friedhofsfläche los ging, musste im Hinblick auf die Brutzeit der Vögel mit Rodungsarbeiten von Bäumen und Sträuchern begonnen werden. Auch der Bereich des Hochkreuzes am Haupteingang wurde auf Vordermann gebracht. Der erste Bauabschnitt umfasste die Fläche von der Stadtmauer bis zum Hauptweg einschließlich einer ersten Grabreihe, die am Weg liegt. Daneben ist die Fläche vor der Eingangshalle und vor der Urnenwand an der Goethestraße saniert worden. Die Arbeiten für die dortigen Parkplätze und die Zufahrt an der Aussegnungshalle sind aktuell noch im Gange. 

    Stadt trägt die Kosten

    Die im jeweiligen Sanierungsabschnitt liegenden Grabsteine und Grabumfassungen werden jeweils von einem Steinmetzbetrieb abgebaut, eingelagert und nach dem Abschluss der Arbeiten wieder aufgestellt. Grabeinfassungen wird es nicht mehr geben, erklärte die Stadt, die auch die Sanierungskosten in Höhe von fast zwei Millionen Euro trägt. Für den jeweiligen Grabinhaber entstehen also keine Kosten. 

    Der erste Bauabschnitt am Bad Neustädter Friedhof ist abgeschlossen. Im kommenden Jahr geht es unter anderem auf der jetzt noch sichtbaren Schotterfläche weiter. Foto: Christian Hüther

    Ende März beziehungsweise Anfang April 2020 soll dann planmäßig der zweite Bauabschnitt beginnen. Dann wird im Wesentlichen der Bereich zwischen dem Hauptweg und den bereits sanierten Friedhofsflächen umgestaltet. Dann kommt wieder ein weißer Sichtschutzzaun zum Einsatz, ehe die Sanierung in rund einem Jahr komplett abgeschlossen sein soll.  Ob im Rahmen dieses zweiten Bauabschnitts oder erst später die Aussegnungshalle in neuem Glanz erstrahlt, ist zum jetzigen Zeitpunkt laut Helmerich noch nicht klar. Die Stadt will die Halle neu strukturieren und renovieren.

    Friedhof soll Charakter einer Parkanlage erhalten

    Die Stadt erhofft sich mit den umfangreichen Arbeiten einen kompletten Rasenfriedhof mit kleineren Pflegeflächen vor den Grabsteinen, als einen Ort zur Begegnung, Ruhe und Besinnung mit mehr Sitzgelegenheiten. Der Friedhof solle den Charakter einer Parkanlage an der Stadtmauer erhalten, erklärte Stadtbaumeisterin Barbara Stüdlein damals. Das beinhaltet außerdem eine variable Belegung mit allen gängigen Grabarten. Eigene Abteilungen für bestimmte Grabarten, wie Familien- oder Kindergräbern, sind nicht mehr vorgesehen.

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