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    Bastheim

    Bastheim muss Wasserschutzgebiet deutlich vergrößern

    Einen gehörigen Schrecken bekamen die Bastheimer Gemeinderäte, als sie bei ihrer Sitzung erfuhren, dass das Wasserschutzgebiet für die beiden Brunnen erheblich erweitert werden muss. Größere Teile der Bebauung sind betroffen, für die bestimmte Auflagen gelten. Doch zwei Fachleute vom Wasserwirtschaftsamt und einem Ingenieurbüro beschwichtigten:"Es gilt zunächst Bestandsschutz."

    Bürgermeisterin Anja Seufert erinnerte zunächst daran, dass die Genehmigung des Wasserschutzgebiets ausgelaufen sei, weshalb das Wasserwirtschaftsamt eine Überarbeitung der Schutzzonen fordert. Ingenieur Dr. Klaus Reder vom Büro Intergeo erklärte, dass die beiden Brunnen insgesamt eine Schüttung von 15 Liter aufweisen. Mit dieser Menge und der Qualität des Wassers gehöre Bastheim zu den "privilegierten Gemeinden" im Landkreis. Das Grundwasservorkommen habe jedoch eine relativ dünne Abdeckung, was bedeutet, dass eindringendes Wasser und damit auch Verschmutzungen relativ schnell in die Tiefe gelangen.

    Künftig gelten höhere Auflagen

    In der Vergangenheit wurden die Schutzzonen deutlich knapper bemessen. Das Einzugsgebiet, aus dem die beiden Brunnen ihr Wasser beziehen, sei aber erheblich größer. Nach ihren Erkenntnissen fallen mehrere bereits ausgewiesene Wohngebiete in die engere Schutzzone, für die künftig höhere Auflagen gelten. Die neue Schutzzone 2 entspricht in etwa der alten Schutzzone 3 und entspricht etwa dem Bereich ab circa 100 Meter östlich der Hauptstraße.

    Diese Nachricht löste einige Aufregung aus, doch beruhigte Gerold Schömig vom Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen die Mandatsträger mit dem Hinweis, dass zunächst einmal Bestandsschutz gelte. Wer also einen Öltank besitzt, muss nicht damit rechnen, dass er ihn nicht weiter nutzen darf. Jedoch habe die Gemeinde künftig – "vor allem im eigenen Interesse" - eine gewisse Kontrollfunktion, dass die Anlagen auch ordnungsgemäß betrieben werden. Allerdings könnten auch größere Festivitäten wie die "Beachparty" auf dem Sportplatz mit Auflagen versehen werden.

    Die Gemeinde muss nun einen Maßnahmenkatalog festlegen, wie die Einzugsgebiete der Brunnen geschützt werden. Für die Landwirtschaft gebe es ohnehin schon ein Extensivierungsprogramm, bemerkte die Bürgermeiterin und wies darauf hin, dass die Gemeinde zwei Jahre Zeit habe, die Ausweisung abzuschließen.