• aktualisiert:

    Saal

    Benefizkonzert in Saal: Abseits von Hektik und Geschenkejagd

    Beim Benefizkonzert zugunsten der Orgel in der Wallfahrtskirche auf dem Findelberg luden die Musiker von "Böhmisch G'störd" zu ruhiger Musik ein, ergänzt durch besinnliche Texte und Gedichte. Foto: Regina Vossenkaul

    Ein Benefizkonzert soll dazu beitragen, den Eigenanteil an den Kosten für die Restaurierung der Orgel in der Findelberg-Kirche aufzubringen. Jetzt war die Musikgruppe "Böhmisch G'störd" in der vollbesetzten Kirche "Heilige Dreifaltigkeit" in Saal zu Gast und gestaltete ein besinnliches Konzert zugunsten der Orgel, alle Musiker verzichteten auf ihre Gage.

    Die Zuhörer würden an diesem Abend ein anderes Programm als üblich genießen können, sagte Dirigent Christian Baum. Die Musikkapelle mit Aktiven aus vielen Orten des Landkreises stelle im Weihnachtskonzert keine Böhmische Blasmusik vor, sondern leisere Töne, damit die Hektik des Alltags vergessen werden kann. Geschichten zum Besinnen und Nachdenken trug Elke Reder zwischen den Musikstücken vor.

    Medley der bekanntesten Weihnachtslieder

    Nach der Zarathustra-Fanfare zur Konzerteröffnung erklang der bekannte Song von Billy Joel "Leningrad", der von der Freundschaft zwischen zwei Männern berichtet, die bisher in verschiedenen Zonen des "Kalten Krieges" in West und Ost lebten. Mit ruhigen Musikstücken wie "Heil'ges Kreuz", "Ave Maria" mit Claudia Guck (Trompete) als Solistin, der "Festlichen Einstimmung" und dem "Ave Glöcklein" wurde das Programm fortgesetzt. Bei "My Dream" zeigte Solist Stefan Link sein Können, dann ging das Konzert seinem Ende entgegen mit der traditionellen Weise "Auf, Christen, singt fröhliche Lieder". Ein Medley der bekanntesten Weihnachtslieder von "O, du fröhliche" bis "Stille Nacht" motivierte zum Mitsingen und die Zuhörer wurden zu einem stimmgewaltigen Gemeinschaftschor, den Dirigent Baum lobte und als "ausbaufähig" bezeichnete.

    Gedichte und Geschichten erinnerten an den eigentlichen Sinn von Weihnachten, dem Fest der Freude, des Friedens, der Stille und Mitmenschlichkeit. Das schönste Weihnachtsgeschenk, das Beisammensein mit Familie und Freunden koste kein Geld, trug Elke Reder unter anderem vor. Kleiner Baumwollfaden trifft ein Wachsklümpchen – was wird daraus? Als kleine Kerze kommt dieses Gemeinschaftsprojekt zu der Erkenntnis, dass es besser ist ein Licht anzuzünden, als über die Dunkelheit zu schimpfen.

    Christian Baum machte auf den Altersdurchschnitt der Musikkapelle aufmerksam, die Nachwuchsförderung soll deshalb unterstützt werden. Da er selbst Ausbilder und Vereinscoach beim Nordbayerischen Musikbund ist, bot er sich an, Unterricht für interessierte Kinder und Jugendliche zu organisieren, die Örtlichkeiten würden je nach Meldeergebnissen im Landkreis festgelegt.

    Orgel ist in einem sehr schlechten Zustand

    Die Orgel in der Findelberg-Wallfahrtskirche ist in einem denkbar schlechten Zustand. Für die Sanierung werden Kosten in Höhe von 120 000 Euro geschätzt, dazu kommen rund 20 000 Euro für die Begasung. Die gesamte Kirche und insbesondere die Orgel leiden unter den Folgen des Holzwurmbefalls, dem durch eine Begasung ein Ende gesetzt werden soll. Laut Finanzierungsplan übernimmt die Diözese Würzburg 40 Prozent der Kosten, den Rest müssen die Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken, der Landkreises Rhön-Grabfeld, das Landesamt für Denkmalpflege und die Kirchengemeinde Saal aufbringen. Das bedeutet, es werden viele Spenden gebraucht, um den Eigenanteil zu finanzieren. Überweisungsträger lagen während des Konzerts in der Kirche aus für alle, die sich beteiligen wollen, aber nicht genug Geld in der Tasche hatten.

    Pater Silvester bedankte sich am Ende des Konzerts bei den Musikern für ihr Engagement zugunsten der Orgel. "Außergewöhnliche Musiker spielen für ein außergewöhnliches Instrument", lobte er und lud alle Anwesenden zum geselligen Beisammensein draußen bei Glühwein und Bratwurst ein. Am Sonntag wurde das Konzert in Stockheim noch einmal wiederholt. Auch dort konnte sich die Musikkapelle über zahlreiche Besucher freuen.

    Spendenkonto: IBAN: DE78 7906 9165 0505 7106 34.

    Als Solistin an der Trompete trat Claudia Guck auf. Foto: Regina Vossenkaul

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!