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    BAD NEUSTADT

    Beste Freunde

    Weltspartag
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    Ein Freund, ein guter Freund, das ist das beste, was es gibt auf der Welt. Willy Fritsch, Heinz Rühmann und Oskar Karlweis trällerten das 1930 in dem Film „Die drei von der Tankstelle“. Und recht hatten sie natürlich. Ein Freund, auf den man sich verlassen kann, ist nicht mit Gold zu bezahlen.

    Bereits seit 40 Jahren sind die Städte Bad Neustadt und Pershore nun auch schon beste Freunde. Eine lange, eine schöne Zeit, mit vielen gegenseitigen Besuchen. Na ja, in letzter Zeit vielleicht ein bisschen getrübt durch den demnächst drohenden Brexit.

    Aber wie in einer guten Ehe auch, gilt in einer guten Freundschaft wie zwischen Pershdore und Bad Neustadt natürlich auch: in guten wie in schlechten Zeiten. Wie gut und schlecht die werden können, muss sich ja erst noch klären. Schlechter wahrscheinlich, wenn es zum harten Brexit kommen sollte, besser wenn es doch noch einen Vertrag gibt, am besten wahrscheinlich, wenn die Briten die blödsinnige Brexit-Idee gleich komplett abblasen.

    Damals, vor drei Jahren, war der District Worcestershire in den englischen Midlands, zu dem Pershore gehört, mit 58 Prozent bei den ganz harten Brexiters. Das hat Bad Neustadt hart getroffen. Auch, dass die Partei von Europa-Hasser Nigel Farage bei der Europawahl 2019 mit fast 40 Prozent stärkste Partei in Pershore wurde, hat die Partnerstadt auf dem Kontinent erschüttert. Mögen die uns denn nicht mehr, fragte sich manch einer mit Tränen im Auge.

    Trotzdem, wir bleiben Freunde. Schließlich muss es – wenn auch in der Minderzahl – Europafreunde auch in Pershore geben. Die im Partnerschaftskomitee sind bestimmt welche. Deshalb, liebe Freunde in Pershore, wenn Euer blonder Zausel Boris in London doch noch einen harten Brexit fabriziert und die Wirtschaft zu Boden reißt, wir bleiben an Eurer Seite. Zur Not schicken wir Euch dann halt Care-Pakete. Könnte wegen des Zolls natürlich etwas dauern. Und wenn ihr es dann wieder einmal nach dem Passieren der Schlagbäume zu einem Besuch bei uns schafft, gibt's natürlich Doggy-Bags mit nach Hause. Lasst Euch halt an der Grenze nicht damit erwischen.

    Hubert Herbert hubert.herbert@mainpost.de

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