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    Fladungen

    Bewegung ist die beste Medizin

    Am Donnerstagabend war die Fladunger Bewegungsgruppe zum 75. Male unterwegs, um „dem Diabetes davonzulaufen“; diesmal angeführt von Christof Wehner, Daniela Derleth (DDD-Koordinatorin) und Johannes Kiep vom Fördermittelgeber AOK (vordere Reihe von rechts nach links). Foto: Georg Will

    Er kam gerne zum Vorzeigeverein in Fladungen, um einen Vortrag zu halten zum Thema „Krankheitsbilder aus neurologischer Sicht, Prävention durch Bewegung". Professor Dr. med. Dipl.-Psych. Matthias Keidel ist ein Fan der Präventionsaktion „Dem Diabetes davonlaufen“ (DDD), die in Fladungen so vorbildlich umgesetzt wird, und die am letzten Donnerstag zum 75. Male als Bewegungseinheit stattfand.

    Zu diesem Jubiläum hatten die drei Aktivposten Joachim Dietz, Christof Wehner und Marion Trabert vom Rhönklub-Zweigverein Fladungen (in Kooperation mit dem FC Bayern Fladungen) Professor Keidel, den Chefarzt der Neurologischen Klinik des Rhön-Klinikum-Campus, zum Mitlaufen und in das Sportheim eingeladen, um ihren treuen Mitwanderern von einem Medizinfachmann aufzeigen zu lassen, wie wichtig es ist, in Bewegung zu bleiben und was man mit weiteren Verhaltensweisen tun kann, um vielen drohenden Zivilisationskrankheiten zu entgehen. Gleichzeitig sollen diese Aspekte weiterverbreitet werden, um noch viele Unentschlossene dazu zu motivieren, sich den Bewegungswanderern anzuschließen.

    In Fladungen waren am Donnerstagabend 45 Bewegungsenthusiasten gekommen, darunter auch der stellvertretende Landrat Peter Suckfüll, Johannes Kiep vom Fördermittelgeber AOK Schweinfurt und die DDD-Koordinatorin des Landkreises, Daniela Volkmuth. Sie alle sahen sich bestätigt in ihrer Auffassung, dass man mit einem Mindestmaß an Aktivität nicht nur dem Diabetes, sondern auch vielen anderen Krankheiten davonlaufen kann.

    Professor Keidel machte sogleich deutlich, dass neben ausreichendem Trinken und vernünftigem Essen der Bewegung eine entscheidende Bedeutung für das Wohlbefinden zukommt und übertitelte das mit den Worten „Alles Leben ist Bewegung, Bewegung ist Leben“. Er zählte auf, dass Bewegung sich positiv auswirkt auf den Bewegungsapparat, das heißt, dass Wirbelsäule und Gelenke mobil bleiben und dass die Knochendichte aufgebaut wird (Vorbeugung gegen Osteoporose), dass Bewegung die Muskulatur beansprucht und damit dem Muskelabbau vorbeugt, dass die Atmung stärker aktiviert und die Atemmuskulatur gestärkt wird, und dass damit die Sauerstoffzufuhr für Gehirn, Muskeln, Gewebe und Gefäße sowie das gesamte Herz-Kreislauf-System verbessert wird. Keidel ist fest davon überzeugt: „Wer rastet, der rostet!“

    Außerdem wird durch Bewegung und damit verbundenem erhöhtem Energieumschlag die Gewichtsreduktion begünstigt, der Stoffwechsel gefördert und die Immunabwehr verstärkt. Mit Bewegung kann man dem natürlichen Alterungsprozess entgegenwirken, der bereits im Alter von 35 Jahren einsetzt. Drei Tage ohne Bewegung führen schon zum Abbau von Muskelmasse.

    Bewegung erhöht die Gehirnaktivitäten und stärkt die Psyche. Besonders positiv wirkt Bewegung in einer Gruppe, weil dadurch auch soziale Kontakte und Kommunikation gepflegt werden, Späße gemacht werden, gemeinsam gespielt und gelacht wird. Das alles ist wichtig für das seelische Gleichgewicht, reduziert Stresshormone und wirkt antidepressiv.

    In der Summe kann man sagen, dass alle diese Aspekte zusammen die beste Vorbeugung sind gegen Schlaganfall, Herzinfarkt, Diabetes, Stürze, Demenz, Depressionen und Vereinsamung. Die vielen positiven Aspekte des aktiven Mitmachens statt passiver Behandlung, die Keidel auf fesselnde und spannende Weise in seinem kurzweiligen Vortrag zur Sprache brachte, füllten schnell eine Stunde. Sein Fazit: Ziel des Ganzen ist „Lebensqualität“ - gemäß der WHO-Definition – „der Zustand des völligen körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Wohlbefindens“. 

    Anerkennendes Lob sowohl für den Vortrag als auch für die DDD-Initiatoren im Arbeitskreis und für die Vorzeigegruppe Fladungen brachte Peter Suckfüll namens der Teilnehmer zum Ausdruck. AOK-Mann Johannes Kiep hatte noch einige Rätselfragen im petto. Für die richtigen Antworten gab es Sachpreise. Auch er lobte die DDD-Präventionsaktion und schloss mit der bekannten und aufmunternden Feststellung: „Bewegung ist die beste Medizin“.

    Prof. Matthias Keidel (links) referierte in Fladungen zum Thema „Krankheitsbilder aus neurologischer Sicht“ im Zusammenhang mit Prävention durch Bewegung. Foto: Georg Will

    Bearbeitet von Georg Will

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