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    Sondheim

    Blick in zufriedene Gesichter

    Architekt Henry Kiesel (links) informierte die Bürgervertreter über die durchgeführten und noch anstehenden Maßnahmen in Stettens Dorfmitte. Foto: Eva Wienröder

    In zufriedene Gesichter blickte man am Donnerstagabend bei den Vertretern des Sondheimer Gemeinderates. Die Stettener Dorfmitte wird wie erhofft rechtzeitig zum großen Stetten-Turnier des örtlichen TSV Concordia Anfang Juni im neuen Glanz erstrahlen. „Die Arbeiten sind zu gut 90 Prozent abgeschlossen“, wie der zuständige Architekt Henry Kiesel vom Planungsbüro planidee franken Lürzel & Kiesel bei einem Ortstermin im Rahmen der jüngsten Gemeinderatssitzung erklärte.

    Die Ratsleute freuten sich über die gelungenen Sanierungsarbeiten, hat das Dorfzentrum damit doch eine deutliche Aufwertung erfahren. Am Gasthaus hat man eine Fassadensanierung vorgenommen, ein unschönes Nebengebäude abgerissen und Umbauten für einen barrierefreien Zugang getätigt. Das Backhaus wurde hergerichtet und beherbergt nun neben der Backstube auch einen Raum für kleinere Feierlichkeiten sowie sanitäre Anlagen mit einer behindertengerechten Toilette.

    Platz wurde neu gepflastert

    Der Platz vor dem Gasthaus wurde neu gepflastert und die PKW-Stellflächen mit einer Natursteinmauer abgetrennt. Damit wird dem ungeordneten Parken ein Ende gesetzt. Der Platz- und Treffpunktcharakter wird betont und auch ein schönerer Terrassenbereich für die Außenbewirtung der „Linde“ geschaffen. Ein Gefahrenpunkt war bisher die Bushaltestelle im Kurvenbereich der Straße am „Schäfertor“. Sie hat nun ihren neuen und wesentlich sicheren Platz an der Ecke zum „Obertor bekommen. Nur das Wartehäuschen fehlt noch.

    Aktuell gibt der sog. „Gänseteich“ in Stetten kein schönes Bild ab, er soll aber bald mit einem Becken im Becken und einem Wasserspiel eine Aufwertung erfahren. Foto: Eva Wienröder

    Die restliche Bepflanzung im oberen Bereich des Dorfzentrums wird man nach den Worten des Architekten im Herbst vornehmen, wenn auch der untere Platz rund um den großen Lindenbaum und den so genannten. „Gänseteich“ fertiggestellt ist. Die ersten Arbeiten zur Platz-Umgestaltung wurden bereits begonnen. Wie Kiesel anmerkte, hat man große Sorgfalt walten lassen, um die Wurzeln der alten Dorflinde nicht zu beschädigen. Auch wurde ein spezielles Substrat um den Baum herum eingebracht. Da das Problem mit dem natürlichen Zu- und Ablauf am „Gänseteich“ nicht in den Griff zu bekommen ist, soll ein Becken im Becken entstehen. Das Ganze soll dann noch mit einem Wasserspiel belebt werden.

    „Wir liegen gut im Zeitplan und auch von den Kosten her sind wir im grünen Bereich“, sagte der Planer – eine Aussage, die Bürgermeister Thilo Wehner und sein Ratsgremium wohlwollend zur Kenntnis nahmen.

    Haushaltsentwurf wurde vorgestellt

    Kurz kam man noch auf die geplante Erweiterung des Sondheimer Kindergartens um eine Kinderkrippe zu sprechen, die auch von Architekt Kiesel begleitet wird. Hier liege die Baugenehmigung zwar noch nicht vor, so Kiesel, er rechne aber in Kürze damit. Und Marc Huter, der Kämmerer und Leiter der Verwaltungsgemeinschaft Ostheim ergänzte, dass der Förderantrag derzeit noch von der Regierung von Unterfranken bearbeitet wird.

    Huter stellte schließlich auch den Haushaltsentwurf für das Jahr 2019 vor, der vom Gremium dann bei der Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus auch einstimmig verabschiedet wurde. Im Verwaltungshaushalt sind Einnahmen und Ausgaben in Höhe von je 1,845 Millionen Euro und im Vermögenshaushalt von 566 500 Euro vorgesehen. Das Gesamtvolumen bewegt sich damit im Rahmen des Vorjahres.

    Grundsteuereinnahmen auf Vorjahresniveau

    Im Verwaltungshaushalt wurden die Grundsteuereinnahmen mit dem Niveau des Vorjahres angesetzt (insgesamt 88 100 Euro). Da sich die Gewerbesteuereinnahmen in den letzten Jahren positiv entwickelt haben, wurde hier der Ansatz auf 90 000 Euro erhöht. Ebenso rechnet man mit höheren Einnahmen aus der Beteiligung an den Gemeinschaftssteuern (437 800 Euro). Leicht sinken werden die Schlüsselzuweisungen (494 500 Euro), während die Kreisumlage in Folge der Erhöhung der Umlagekraftzahl eine deutliche Steigerung erfährt (395 000 Euro, Vorjahr: 359 000 Euro).

    Der Planung nach ist eine Zuführung vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt in Höhe von 74 600 Euro möglich. Zusammen mit der Investitionspauschale (143 000 Euro) und abzüglich der Kredittilgungen (18 500 Euro) ergibt sich eine freie Finanzspanne von 199 100 Euro.

    Der Sondheimer Gemeinderat besichtigte den neu gestalteten Dorfplatz in Stetten mit dem Gasthaus „Zur Linde“ und dem Backhaus (nicht im Bild). Foto: Eva Wienröder

    Im Vermögenshaushalt hat man eine ganze Reihe von Investitionen eingeplant, u.a. die Neugestaltung der Dorfmitte Stetten und des Dorfplatzes in Sondheim, die Erweiterung des Sondheimer Kindergartens, die Beschaffung eines Traktors für den Bauhof und die Restaurierung des Friedhofstorbogens und der -mauer in Sondheim. Auch stellt die Gemeinde im Rahmen ihres eigenen kommunalen Förderprogramms für Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen zur Erhaltung und Nutzung vorhandener Bausubstanz wieder Gelder bereit.

    Um die Investitionen tätigen zu können, wird eine Entnahme von 136 000 Euro aus der allgemeinen Rücklage nötig. Sie wird zum Ende des Jahres dann noch rund 163 000 Euro enthalten.

    Geringe Pro-Kopf-Verschuldung

    Huter stellte auch mit Blick auf den geringen Schuldenstand von voraussichtlich 103 000 Euro zum Jahresende (das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von etwa 111 Euro) heraus, dass die Gemeinde in den letzten Jahren kein striktes  „Sparprogramm gefahren“ habe, sie aber gut gewirtschaftet und gleichzeitig in die wichtigen Kernaufgaben investiert habe. Um die laufenden und in naher Zukunft geplanten Maßnahmen zu finanzieren, sind heuer keine Kreditaufnahmen notwendig, jedoch in den nächsten zwei Jahren, wie der Kämmerer anhand der mittelfristigen Finanzplanung dokumentierte.

    Im weiteren Verlauf der Sitzung beschäftigte sich der Gemeinderat mit der möglichen gemeinsamen Beschaffung von Feuerwehr-Systemtrennern über die Streutalallianz. Systemtrenner sollen verhindern, dass bei der Entnahme von Löschwasser aus der öffentlichen Trinkwasserversorgung Trinkwasser verunreinigt wird. Die Anschaffung war den Feuerwehren vom Deutschen Feuerwehrverband nach einem Vorfall in Nordrhein-Westfalen empfohlen worden. Bei ordnungsgemäßer Bedienung der Pumpen könne ein Rücklauf des Wassers ins Rohrnetz gar nicht passieren, wie einige Gemeinderäte befanden. Mit großer Mehrheit sprachen sie sich gegen eine Beschaffung aus.

    Ein großes Event geht vom 7. Bis 10. Juni 2019 in Stetten mit dem 45. Stetten-Turnier über die Bühne. Der Gemeinderat beschäftigte sich in seiner Sitzung mit den Vorbereitungen für den politischen Empfang, der am 8. Juni im Saal des Gasthaus „Zur Linde“ stattfinden soll.

    Am Ende der Sitzung gratulierte Bürgermeister Thilo Wehner noch Gemeinderat Alexander Zink zu 25 Jahre aktiver Dienstzeit bei der Feuerwehr Stetten und dankte für den Einsatz.

    Die Pkw-Stellflächen wurden mit einer Natursteinmauer auch optisch vom oberen Dorfplatz in Stetten abgetrennt. Foto: Eva Wienröder

    Bearbeitet von Eva Wienröder

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