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    GERSFELD

    Blutmond auf der Wasserkuppe

    Da ist er! Mit Teleobjektiv und Ferngläsern hatten sich die Menschen ausgerüstet, um den Blutmond zu beobachten. Foto: Marion Eckert

    Wer hat die Mondfinsternis am Freitagabend eigentlich nicht beobachtet? In den sozialen Medien gab es scheinbar kein anderes Thema. Die Mondfinsternis über dem eigenen Heimatort war schon ein besonders Erlebnis.

    Doch, um sie wirklich perfekt sehen zu können, frei von Gebäuden und Lichtern der Straßen, fuhren viele Menschen auf die Wasserkuppe. Der höchste Berg der Rhön bot natürlich beste Voraussetzungen für Sterne- und Mondgucker. Schon lange bevor die Mondfinsternis einsetzte, lagerten Menschen mit Decken, Isomatten und Campingstühlen auf den Wiesen oberhalb der Fuldaquelle. Von hier aus sollte der Mond doch nun wirklich gut zu sehen sein.

    Ein frisches Lüftchen

    Wer eine Jacke mitgebracht hatte, war gut beraten, denn auf dem Berg wehte nach Sonnenuntergang ein frisches Lüftchen. Mancher hatte sich auch mit Proviant eingedeckt und nutzte den sommerlichen Abend, um in der Natur ein Gläschen Wein zu trinken.

    Doch irgendwie wollte das mit dem Mond nicht so richtig klappen. Ein Blick aufs Handy verriet, dass er doch eigentlich schon aufgegangen sein sollte und sogar schon die Mondfinsternis angefangen haben müsste. Aber der Mond blieb zunächst hinter Wolken verdeckt. Lediglich der Heidelstein-Sendemast sendete sein rotes Licht in die Nacht und noch weiter hinten war der Kreuzberg-Sendemast ausmachen, zwei unverwechselbare Landmarken in der Rhön.

    Besucher waren gut ausgerüstet

    „Da ist er!“ Endlich zeigte sich der Mond. Zunächst noch schwach wahrzunehmen. Wie eine Diva lugte er hinter den Wolken hervor. Blass war er und man meinte, er könnte gleich wieder hinter Wolken verschwinden. Viele der Wasserkuppen-Besucher hatten Kameras, ausgerüstet mit Teleobjektiv und Stativ aufgebaut. Je dunkler es wurde, desto mehr kleine hellblaue Lichter der Handys und Kameras waren auf der Wiese zu erkennen, jeder versuchte auf die eine oder andere Weise, diesen besonderen Mond einzufangen.

    „Ist das jetzt schon die Mondfinsternis?“, hörte man eine Frage. In den Medien war der Mond in den vergangenen Tagen blutrot leuchtend und groß dargestellt worden. Auf der Wasserkuppe war er ebenfalls rot wahrzunehmen, aber nur ein Teleobjektiv konnte ihn wirklich nahe heranholen. Doch je höher er stieg, desto klarer wurde, wie ungewöhnlich dunkelrot der Mond wirklich ist.

    Professionelle Gerätschaften

    Auf der Terrasse der Segelflugschule indes kamen die professionellen Sterne- und Mondfreunde voll auf ihre Kosten. Der Verein Sternenpark Rhön hatte Freunde und Gönner zu einem Mondfinsternis-Fest auf die Wasserkuppe eingeladen. Die totale Mondfinsternis, bei der sich die Erde zwischen Sonne und Mond schiebt, nutzten die Sternenpark Freunde, um ihr Sommer- und Vereinsfest zu feiern. Das Vereinsteleskop und weitere professionelle Gerätschaften standen den Gästen zur Verfügung.

    Gleichzeitig gab es Sternenführungen auf dem freien Rollfeld vor der Flugschule. „Es ist ein ganz besonderer Abend für uns. Ein astronomisches Jahrhundertereignis, das müssten wir feiern“, sagte Organisatorin Sabine Franke. „Natürlich haben wir die Wasserkuppe ausgewählt, hier sind wir in unserer Region dem Himmel doch am nächsten.“

    Um 23 Uhr war Schluss

    Der Mond hatte es sich mittlerweile wohl doch überlegt und stand gut sichtbar am Himmel. Der Mars, auch bekannt als der „Rote Planet“ war ein Stück weit unterhalb des roten Mondes zu stehen. Mit einer Dauer von 103 Minuten zählt diese Mondfinsternis zu den ganz großen astronomischen Ereignissen des Jahrhunderts.

    Die Hauptphase dauerte bis nach 23 Uhr. Ganz langsam wurde der Mond dann von links beginnend wieder heller. Auch diese Phase der partiellen Finsternis war ein interessantes Ereignis und gab viele schöne Aufnahmen her. Erst nach Mitternacht endete die Mondfinsternis, der Blutmond hatte sich verabschiedet und der Vollmond strahlte während der Nacht wieder in voller Pracht über der Rhön. Wer dieses Schauspiel verpasste, der muss übrigens eine Weile warten, die nächste totale Mondfinsternis wird er im Jahr 2028 zu beobachten sein.

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