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    Bad Neustadt

    Briefwahl in Bad Neustadt so beliebt wie noch nie

    Die Stadt Bad Neustadt erlebt bei den Kommunalwahlen 2020 einen Boom bei den Briefwählern. Für die Menschen, die ins Wahllokal gehen wollen, gibt es eine "Corona-Vorsorge".
    Briefwahl statt dem Gang ins Wahllokal. Von der Möglichkeit, bereits vorab bequem von zu Hause aus wählen zu können, machen in diesem Jahr in Bad Neustadt besonders viele Menschen Gebrauch. 
    Briefwahl statt dem Gang ins Wahllokal. Von der Möglichkeit, bereits vorab bequem von zu Hause aus wählen zu können, machen in diesem Jahr in Bad Neustadt besonders viele Menschen Gebrauch.  Foto: Christian Hüther

    Wenn für die diesjährigen Kommunalwahlen am Sonntag pünktlich ab 8 Uhr die diversen Wahllokale in Bad Neustadt und den Stadtteilen öffnen, dann haben viele Wähler bereits den Gang durch den "Wahldschungel" für die Entscheidung in Sachen Bürgermeister, Land- und Stadtrat sowie Kreistag hinter sich.

    Bis Montag 3800 Briefwahlunterlagen herausgegeben

    Wie Michael Weiß, der geschäftsleitende Beamte der Stadt und gleichzeitig Wahlleiter, auf Nachfrage dieser Redaktion erklärte, habe man bis Montagmittag rund 3800 Briefwahlunterlagen herausgegeben. Zum Vergleich: Bei der vergangenen Kommunalwahl im Jahr 2014 waren es zum gleichen Zeitpunkt rund eine Woche vor der Wahl 2800. Bis zum Wahltag selbst stieg die Zahl noch auf 3400 an.

    Bis Sonntag könnte die Marke von 4000 Briefwählern geknackt werden. Denn online kann man seine Unterlagen noch bis Dienstag, 10. März, 23 Uhr, über die Homepage der Stadt anfordern.

    Persönliche Ausgabe noch bis Freitagnachmittag möglich

    Im Rathaus selbst werden laut Auskunft aus dem Bürgerservice die verschiedenen Wahlzettel unter Vorlage der persönlichen Wahlbenachrichtigungskarte noch bis diesen Freitag, 13. März, 15 Uhr, herausgegeben. Es empfiehlt sich dann, den Wahlumschlag nicht per Post zu versenden, sondern selbst im Briefkasten am Rathaus einzuwerfen. Unter Vorlage eines Attestes können zuletzt kranke Menschen auch noch am Wahltag selbst die Unterlagen erhalten. 

    Die Möglichkeit, bei Wahlen per Briefwahl seine Stimme abzugeben, ist in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden. Schon zuletzt beim Bürgerentscheid über die geplante Wohnanlage in Herschfeld nutzten 1292 Wahlberechtigte diese Möglichkeit, was angesichts von nur etwas mehr als 3100 Menschen, die überhaupt am Bürgerentscheid teilgenommen haben, eine hohe Quote darstellt. Das Bad Neustädter Wahlamt hat deshalb auch die Anzahl der Briefwahllokale bei den Kommunalwahlen auf elf aufgestockt.

    Keine Begründung für Briefwahl mehr nötig

    Der überdimensionierte Kreistags-Wahlzettel und der Vorzug, sich zuhause in Ruhe Gedanken über die Kandidaten und seine Kreuze zu machen, dürfte beim einen oder anderen ein Grund für die Beantragung der Briefwahlunterlagen gewesen sein. Zudem ist seit 2008 das Europa- und Bundeswahlrecht dahingehend geändert worden, dass für eine Briefwahl keine glaubhafte Begründung, beispielsweise wegen Beruf, Krankheit oder Urlaub mehr vorgelegt werden muss. 

    Wer ganz "klassisch" seine Kreuze in einem der insgesamt 16 Urnenwahllokale vor Ort abgeben will, muss zudem im Hinblick auf die aktuelle Situation des neuartigen Coronavirus keine Sorge haben. Laut Michael Weiß werde man als "Corona-Vorsorge" Desinfektionsmittel und Handschuhe in den Wahllokalen zur Verfügung stellen. Davon wurden die Wahlhelfer bei den Schulungen unterrichtet. Außerdem werden die Wahllokale, beispielsweise Schulen oder Kindergärten, nach der Wahl besonders gereinigt und Griffe desinfiziert, heißt es weiter. 

    Verhaltensregeln und eigene Stifte im Wahllokal möglich

    Zudem teilte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zuletzt mit, dass in den Wahllokalen gut sichtbare Aushänge mit den Verhaltensregeln zum Schutz vor Infektionskrankheiten angebracht werden sollen. Wer möchte, kann auch seinen eigenen Stift zur Stimmabgabe mitnehmen. Für die Stimmabgabe stellen die Wahlämter zwar Stifte zur Verfügung, laut Innenministerium gäbe es aber keine Verpflichtung, nur die bereitgestellten Stifte der Behörde zu benutzen. Zudem beruhigt Herrmann: "Ich rate auch mit Blick auf die Wahlen zu einem besonnenen Umgang. Niemand sollte sich davon abhalten lassen, wählen zu gehen."

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