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    Sondheim

    Bürgermeister Thilo Wehner tritt wieder an

    Große Erleichterung während der Bürgerversammlung in Sondheim: Bürgermeister Thilo Wehner (rechts) erklärte sich bereit, für eine zweite Amtszeit zu kandidieren. „Es macht mir Spaß“, bekannte er. Sein Vertreter Dietmar Zink war voll des Lobes über seine Arbeit. Foto: Brigitte Gbureck

    Die gut besuchte Bürgerversammlung in Sondheim/Rhön am Montagabend zeigte das rege Interesse der Bürger. Und die erfuhren auf Nachfrage, dass sich Bürgermeister Thilo Wehner wieder zur Bürgermeisterwahl stellt. Sein „es macht mir Spaß“ wurde mir viel Applaus honoriert. Sein Vertreter Dietmar Zink lobte ihn, der immer die Schärfe aus allen Problemen nehme, es käme nie zu großen Diskussionen, weil er alles gut vorbereite. Der Gemeinderat und alle Bürger seien erleichtert, dass er sich wieder zur Verfügung stelle. 

    Wehner berichtete, dass sich die Einwohnerzahl am Jahresende 2018 um 20 auf 1016 (609 Sondheim und 407 Stetten) verringert hat. Neun Geburten standen 17 Sterbefälle gegenüber. Der Bürgermeister ist aber guter Dinge, dass sich die Einwohnerzahl wieder positiv entwickeln wird.

    Finanzielle Lage

    Zur finanziellen Lage erklärte der Bürgermeister, dass die Gemeinde mit einer freien Finanzspanne von 199 000 Euro die anstehenden Aufgaben nicht bewältigt könne, deswegen ist eine Entnahme aus der Rücklage notwendig. Für die Kinderbetreuung im Kindergarten gibt die Gemeinde 153 300 Euro aus, für 29 Grundschüler, die nach Nordheim gehen, 59 700 Euro und für 20 Mittelschüler 19 100 Euro, macht Gesamtausgaben für Kinder und Jugendliche von 238 600 Euro. Der Schuldenstand ist deutlich zurückgegangen. Den momentanen Schuldenstand bezifferte Wehner mit 140 125 Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 149,39 Euro gleich kommt. Der Landesdurchschnitt liegt bei 563 Euro je Einwohner.

    Förster Karl-Heinz Bauer sagte, mit 55 Euro für Nicht-Sondheimer Bürger und 50 Euro für Sondheimer Bürger seien die Holzpreise 2019 unvergleichbar niedrig. Der Gemeindewald in Sondheim und Stetten sei Gott sei Dank vom Borkenkäfer nicht so stark heimgesucht worden. Außer bei der Eiche sei der Holzsektor im Moment am Tiefpunkt angelangt. Die Aussicht auf gute Holzvermarktung sei absolut negativ. Bauer ist froh, dass die Gemeinde auch in diesem Jahr wieder mit schwarzen Zahlen raus kommen wird. Alle Gemeinden in der Forstbetriebsgemeinschaft würden Minus schreiben. Wenn die Witterung passt, sollen im Herbst 2019 die restlichen Kulturmaßnahmen, überwiegend im Bereich Stetten, vorgenommen werden. Ernst genommen werden sollten die Sperrzeiten in den Wäldern wegen des Großvogel-Schutzes. Wegen des Austritts einer Waldkörperschaft wurde auch das Förstergehalt angepasst, beantwortete Bürgermeister Wehner eine Frage. Er betonte, dass die Gemeinde sehr zufrieden mit Förster Bauer sei. Er habe gute Ergebnisse erzielt und arbeitet nur für die Gemeinde. 

    Abgeschlossene Baumaßnahmen

    Einige Baumaßnahmen wurden abgeschlossen, darunter die Pflasterung am Containerplatz in Stetten, der Holzsteg über die Bahra am Zentberg in Sondheim oder die LED-Umstellung, die eine Einsparung an Stromkosten von 68 Prozent brachte. Nachdem der Bedarf da war, sei im Gemeinderat der Entschluss gefallen, eine Kinderkrippe mit zwölf Plätzen auf dem bestehenden Grundstück zu bauen. Die Fertigstellung ist für Herbst 2020 anvisiert.

    Für die Planung des ehemaligen Trabert-Anwesens in der Mühlgasse sollen Ideen und Anregungen aus der Bevölkerung kommen. An Förderung seien etwa 90 Prozetn zu erwarten. Besonderer Fokus liege auf dem Innerort, vorrangige Nutzung von innerörtlichen Brachflächen und Gebäudeleerständen lautet die Devise, so der Bürgermeister. An weiteren anstehenden Maßnahmen nannte Wehner die Neugestaltung des Dorfzentrums Sondheim, die Sanierung der Kläranlage Nordheim, die Rekultivierung der Deponie Stetten und die Erneuerung der Hauptwasserleitung in Stetten an. Am Ende seiner Ausführungen sprach Thilo Wehner Lob und Dank für ehrenamtlichen Einsatz aus, besonders dem Rentnerclub für die Sitzgelegenheiten am Tretbecken, der Kirchengemeinde, den Gemeindebediensteten, den Vereinen und der VG, die Zusammenarbeit laufe gut.

    Gymnastikgeräte im Freien

    Mehrere Anregungen hatte ein Besucher in der Diskussionsrunde. Er regte unter anderem an, einen Platz zu suchen, auf dem Gymnastikgeräte im Freien aufgestellt werden können. Nach dem Osterbrunnen solle geschaut werden, wo ständig das Wasser raus läuft. Feuerwehrkommandant Michael Weiß beklagte, dass bei Festlichkeiten im Saal des Weimarischen Hofes die Feuerwehrausfahrt zugeparkt ist. Außerdem wünscht er sich eine Geschwindigkeitsbeschränkung im Ort, wofür der Bürgermeister aber keine Chance sieht. Ein Messgerät sei zwar vorhanden und würde an verschiedenen Stellen aufgestellt, aber die Geschwindigkeitsübertreter würde man damit auch nicht erreichen. Auch die LKWs, die durch den Ort zur Firma Deblich fahren, seinen eine enorme Belastung.

    Siegbert Diemer fragte, warum die Sanierung der Innerortsstraßen nicht angegangen werde. In den vergangenen Jahren sei nur Flickschusterei betrieben worden, monierte er. Es müsste ein Kredit aufgenommen werden, dann könnte vielleicht auch Stabilisierungshilfe wie in anderen Gemeinden beantragt werden. „Die Straßen kommen dran, aber nicht sofort, sondern nach Plan“, versprach der Bürgermeister. 

    Bearbeitet von Brigitte Gbureck