• aktualisiert:

    Oberfladungen

    Bürgermeisterin Agathe Heuser-Panten: "Ohne Oberfladungen mache ich nichts"

    Die Fassade der Stachushalle in Oberfladungen soll saniert werden.  Foto: Marion Eckert

    "Es muss doch möglich sein, unter Erwachsenen vernünftig miteinander zu reden." Wie schon in Fladungen wurde auch in Oberfladungen lautstark debattiert. Die einen verlangten bei Investitionen zurück haltender zu sein, um ja kein erneutes Ansteigen der Pro-Kopf-Verschuldung in Kauf zu nehmen, andere monierten, es sei ja "nichts" investiert worden und es bestehe großer Handlungsbedarf.

    Bürger, die schon in Fladungens Bürgerversammlung aufgetreten waren, waren auch nach Oberfladungen gekommen, um die gleichen Themen auf die Tagesordnung zu bringen: eine mögliche künftige Verschuldung der Stadt. Und auch diesmal verhallten die Beteuerungen der Bürgermeisterin, dass keinesfalls alle anstehenden und notwendigen Projekte, sie seit Jahrzehnten in Fladungen nicht angepackt wurden, nun in einem Jahr umgesetzt werden. Sie beteuerte, dass immer abhängig von der Finanzlage der Stadt und möglichen Fördermitteln vom Stadtrat entschieden werde, was angepackt und umgesetzt werde.

    "Wer schreit, hat nicht immer Recht"

    Vorwurfsvoll und aggressiv im Tonfall ließ ein Bürger, der auch schon in Fladungen aufgetreten war, keinesfalls locker. Er hatte selbst ausgerechnet, dass  die Pro-Kopf-Verschuldung von derzeit 233 Euro im nächsten Jahr auf über 1000 Euro steigen werde. Als Begründung führte er Maßnahmen an, die laut Bürgermeisterin aber schon längst abgerechnet und bezahlt seien. "Wer schreit, hat nicht immer Recht. Man kann auch vernünftig fragen", bat  Heuser-Panten um Mäßigung. Im gleichen Stil ging es weiter mit Unterstellungen, dass die Bürgermeisterin die Gebühren erhöhen werde, um den Auflagen der Stabilisierungshilfe nachzukommen. Und überhaupt warum sei der Haushalt für 2020 noch nicht fertig gestellt. Die Bürgermeisterin: "Sei doch mal realistisch. Ich weiß nicht, warum du dich so aufregst. Schau doch mal, was wir ohne Kredite schon alles gezahlt haben. Welche Stadt baut so viel ohne Kredite?" Immer wieder betonte  Heuser-Panten: "Wir gehen es realistisch an. Wir haben eine Auflistung erstellt, was auf Fladungen zu kommt, aber es wird nicht alles auf einmal umgesetzt." Die stellvertretende Bürgermeisterin Eva Kalla: "Eigentlich können wir stolz sein, was alles gemacht wurde."

    Aus den Reihen der Stadträte wurde auf die hohen Zuschüsse hingewiesen, die Fladungen dank der Stabilisierungshilfe bekam. Obwohl viel investiert wurde, sei es möglich gewesen, die Verschuldung parallel zurück zu fahren. Die Angst vor Überschuldung müsse er sich nun schon seit Jahren anhören, monierte ein Stadtrat die ängstliche Haltung, die Schulden könnten überhand nehmen.

    Diskussionen gehen weiter

    Und dann war auch schon der nächste Kritikpunkt gefunden: Die von der Bürgermeisterin gezeigten Folien seien die selben wie im vergangenen Jahr, wurde kritisiert. Die Bürgermeisterin erklärte geduldig, dass es nicht die selben seien, sondern dass sie fortgeschrieben und um die neuen und aktuellen Zahlen aus 2019 ergänzt wurden, und dass das auch überhaupt nicht schlimm sei.

    Schier unendlich ging es um ein Jagdgenossenschaftsthema, das sogleich mit Vehemenz vorgetragen wurde, obgleich die Bürgermeisterin versicherte, dass noch überhaupt nichts entschieden sei und die Oberfladunger natürlich einbezogen sein werden. Mehrfach wies  Heuser-Panten Anschuldigungen von sich, dass sie nicht den Dialog suche und die Oberfladungener nicht einbezogen werden. "Ich habe immer gesagt, ohne Oberfladungen mache ich nichts."

    Konzept zur Sanierung der Gemeindestraßen

    Ein weiterer Kritikpunkt war das Konzept zur Sanierung der Gemeindestraßen. Die Sanierung einer Straße sei ohne Wasser- und Kanalkonzept nicht sinnvoll, erklärte die Bürgermeisterin. Also wurde ein solches neben dem Gemeindestraßenkonzept ebenfalls beauftragt. Das wurde aus den Reihen der Bürger moniert und als zu teuer erachtet, da es ohnehin nicht umgesetzt werde. Erneuert erklärte die Bürgermeisterin, dass nicht alle Straßen auf einmal saniert werden können, eine solche Konzeption aber nötig sei, um gezielt und effektiv Straßensanierungen vornehmen zu können.

    Jürgen Scharfenberger fiel es als Oberfladunger Stadtrat zu, der Bürgermeisterin, ihren Stellvertretern und der Stadtverwaltung für die geleistete Arbeit zu danken. Dabei wählte er durchaus deutliche Worte. "Die Präsentation der Bürgermeisterin spricht für sich. Auch wenn die Pro-Kopf-Verschuldung künftig nicht mehr bei 233 Euro liegt, sind wir noch lange nicht bankrott. Durch die Stabilisierungshilfe ist viel Geld nach Fladungen geflossen, hätten wir das nicht gemacht, hätten wir viel Geld verschenkt." Kritisch sprach er den Umgangston im Stadtrat an und die negative Stimmung, die in der Stadt verbreitet werde. "Im ganzen Landkreis wird man angesprochen, was bei uns denn los sei."

    Fotos

      Kommentare (2)

        Anmelden