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    MELLRICHSTADT

    Busfahren wird belohnt

    „Die Bevölkerung fordert einen guten öffentlichen Nahverkehr, fährt aber mit dem Auto.“ So erklärt Brigitte Proß die geringe Nutzung der Mellrichstädter Stadtlinie. Das Angebot wird nicht gut angenommen, die Fahrgastzahlen sind unbefriedigend.

    Nun gibt es einen neuen Anlauf, dies zu ändern: Proß, Geschäftsführerin des Stadtmarketingvereins Aktives Mellrichstadt („am“), Bürgermeister Eberhard Streit und Monika Sum, Betriebsleiterin des Omnibus-Service Mellrichstadt (OSM), stellten am Rosenmontag einen Flyer vor.

    Dieser informiert die Bürger von Mellrichstadt und der Stadtteile Eußenhausen, Mühlfeld, Roßrieth, Sondheim/Grabfeld, Bahra und Frickenhausen sowie die Bürger der VG-Gemeinde Hendungen mit Rappershausen darüber, zu welchen Zeiten der Bus sie in die Innenstadt und zu den Einkaufsmärkten und wieder nach Hause bringt.

    Auch die Touren des Streutalbusses von Mittelstreu, Oberstreu, Fladungen, Nordheim, Ostheim und Stockheim nach Mellrichstadt und zurück sind in Auszügen aufgelistet.

    Es bleibt beim Rufbus

    Viele Touren der Stadtlinie waren sogenannte Rufbusse. Es handelt sich hierbei um Fahrten, die unter der kostenfreien Nummer Tel. (08 00) 0 00 56 45 vom Fahrgast angefordert werden. An diesem System ändert sich nichts, sagt Streit. Er hält es für ökologisch und ökonomisch sinnvoll, diese Busse nur dann einzusetzen, wenn sie angefordert werden.

    Ein wichtiger Standortfaktor

    Warum stellt man das Angebot „Stadtlinie“, das seit seiner Gründung im Jahr 1988 vor sich hin schlummert, nicht einfach ein? Das ist keine Option. Laut Bürgermeister Eberhard Streit ist es politischer Wille des Stadtrats, dass die Stadtlinie erhalten bleibt. Nahverkehr, argumentiert er, ist in ländlichen Gebieten ein nicht zu unterschätzender Standortfaktor. Angesichts einer immer älter werdenden Bevölkerung, die mobil und flexibel bleiben möchte, werde es in Zukunft sogar noch wichtiger, die Stadtlinie zu betreiben. Das Ja zur Stadtlinie ist für ihn auch Teil einer Strategie, auf zukünftige Entwicklungen im ländlichen Bereich vorbereitet zu sein.

    Diese Einschätzung teilt Monika Sum. Sie weiß von einer Damengruppe aus einem Stadtteil, die die Stadtlinie regelmäßig zweimal die Woche nutzt. Die Frauen wissen den Service durchaus zu schätzen, haben aber auch die Befürchtung, dass er wegen der zu geringen Nutzung vielleicht eingestellt wird. Das wird nicht passieren, sagt Sum, schon aus Konzessionsgründen. Allerdings ist es auch ihr ein großes Anliegen, dass mehr Menschen die Busse rufen.

    Der Stadtmarketingverein hat die Flyer drucken lassen, um mehr Bürger zu animieren, in Mellrichstadt einzukaufen, bummeln zu gehen, Arzt- oder Behördentermine wahrzunehmen und Leben in die Stadt zu bringen, erläutert Brigitte Proß.

    Übersichtlicher Flyer

    Der neue Flyer ist ganz bewusst nicht mit Informationen überfrachtet. Eine wohltuende Abwechslung zu den riesigen und unübersichtlichen Busfahrplänen, die an den Bushaltestellen aushängen und nicht wirklich gut lesbar sind.

    Bonussystem

    Und es gibt ein Bonussystem, mit dem man Fahrgäste fürs Busfahren belohnen will. Die Hin- und Rückfahrt kostet 1,95 Euro, für den Streutalbus gelten die üblichen Tarife. Wer die Stadtlinie inklusive ihrer Erweiterung in die Stadtteile sowie Busse innerhalb der VG-Gemeinden und des Streutals bis Mittelstreu oder Fladungen nutzt, profitiert von der scheckkartengroßen Bonuskarte. Bei Vorlage der Bonuskarte erhält der Fahrgast pro Fahrt nach Mellrichstadt oder im Stadtverkehr für die zweite Fahrt einen Stempel. Ist die Bonuskarte voll, gibt es im Büro des Vereins Aktives Mellrichstadt im Bürgerhaus am Marktplatz fünf Euro in Form eines „am“-Gutscheins, erläuter Proß.

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