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    Bad Neustadt

    Coronavirus: Kein Unterricht, aber Lernen soll weitergehen

    Kindergarten und Schule: Wer darf in die Notbetreuung? Fahren die Schulbusse? Welche Einrichtungen haben noch geschlossen? Und wie viele Infizierte gibt es im Kreis?
    Wegen der Ausbreitung des Coronavirus sind ab Montag die Schulen und Kindergärten im Landkreis Rhön-Grabfeld geschlossen. Eine Notbetreuung wird angeboten.
    Wegen der Ausbreitung des Coronavirus sind ab Montag die Schulen und Kindergärten im Landkreis Rhön-Grabfeld geschlossen. Eine Notbetreuung wird angeboten. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

    Am Freitag ordnete Ministerpräsident Markus Söder die Schließung aller Kindergärten und Schulen im Freistaat an und verfügte Einschränkungen bei Besuchen in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Am Samstagvormittag kamen alle Bürgermeister und Verwaltungschefs Rhön-Grabfelds im Landratsamt zusammen.

    Stand Samstag: Ein Infizierter, mehrere Verdachtsfälle

    Dort skizzierte Landrat Thomas Habermann die Fall-Situation in Rhön-Grabfeld: Es gebe einen Corona-Infizierten in häuslicher Quarantäne, dessen Krankheitsverlauf als milde bezeichnet wird. Zudem warte man bei zwischen 15 und 20 Verdachtsfällen in Rhön-Grabfeld auf deren Testergebnisse (Stand: Samstag, 11.45 Uhr).

    Die Bürgermeister gingen danach an die Arbeit, um ihr Vorgehen zu koordinieren und zu planen, wie die Notbetreuung ab Montag aussehen wird. Dabei waren sich einig, dass alle an einem Strang ziehen. "Was jetzt nötig ist, sind Kreativität, Flexibilität und praktische Lösungen", sagte Landrat Thomas Habermann in einem Gespräch mit dieser Redaktion. Die Bürgermeister würden vor Ort Kontakt mit den Leiterinnen der Kindergärten und Schulen aufnehmen, damit die Notbetreuung am Montagmorgen starten kann.

    Individuelle Lösungen gesucht

    Die Lehrerinnen und Kindergärtnerinnen in den einzelnen Gemeinden kennen sich aus und seien am ehesten in der Lage,  individuelle Betreuungslösungen auch für Härtefälle zu finden. Sie seien auch einsatzfähig, denn die Schließung der Kindergärten, Kindertageseinrichtungen und Schulen bedeutet nicht, dass das Personal grundsätzlich freigestellt ist. Die Träger der jeweiligen Einrichtungen sind dazu verpflichtet, eine Notbetreuung anzubieten.

    Vor einer großen Herausforderung stehen die Schulleiter und Lehrer. Schulamtsdirektor Klaus Jörg stellt klar: Eine Schulschließung mache noch lange keine Ferien. Man wolle versuchen, den Kindern, die nicht in der Notbetreuung sind, zwei bis drei Stunden pro Tag Unterricht zuteil werden zu lassen. Wie das geschehen soll, da sei der Kreativität der Lehrer keine Grenze gesetzt. Möglich ist vieles: Mail-Kontakte, Whatsapp-Gruppen - jede Schule soll, so Jörg, individuelle Lösungen erarbeiten. "Die Kinder sollen beschult werden, schließlich finden nach Ostern viele Abschlussprüfungen statt", so der Schulamtsdirektor.

    Schwimmbäder und Turnhallen ab Montag geschlossen 

    Damit die Schüler auch in die Notbetreuung kommen, werden die Schulbusse vorerst zu den üblichen Zeiten verkehren. Schülern, die sich in den nächsten fünf Wochen öfters mal im Schwimmbad gesehen haben, denen sei gesagt: Das Triamare und die kommunalen Schwimmbäder in Bad Königshofen, Mellrichstadt, Bischofsheim und Ostheim sind ab Montag geschlossen. Auch die Turnhallen werden geschlossen. Sie stehen also auch nicht mehr für den Vereinssport zur Verfügung.

    Lieber nicht besuchen

    Alte Menschen sind eine Hochrisikogruppe, weil das Coronavirus ihnen besonders zusetzt. Um sie und auch das Pflegepersonal zu schützen, ist der Besuch von Angehörigen in Pflegeheimen und  Krankenhäusern auf das Nötigste beschränkt. Die Regelung lässt sich zusammenfassen auf den Maßstab: ein Patient, ein Besucher, eine Stunde. Die Einrichtungen können in bestimmten Fällen Ausnahmen zu lassen.

    Wessen Kinder werden betreut?
    Eine Notbetreuung in Kindergärten und Schulen steht den Kindergartenkindern und Schulkindern von der 1. bis zur 6. Jahrgangsstufe (inklusive) zu, deren Eltern in so genannten systemrelevanten Berufen arbeiten. Arbeitet nur ein Elternteil in einem dieser Berufe, besteht kein Anspruch auf die Notbetreuung, vielmehr wird vom anderen Elternteil erwartet, dass er selbst die Betreuung übernimmt.
    Systemrelevante Berufe sind: Gesundheitswesen, Behindertenbetreuung, Kinderbetreuung, öffentliche Sicherheit und Ordnung, hauptberufliche Mitarbeiter im Katastrophenschutz, Kommandanten der Feuerwehr und Zugführer beim THW, Beschäftigte, die die Sicherstellung der öffentlichen Infrastrukturen (Telekommunikationsdienste, Energie, Wasser, ÖPNV, Entsorgung) gewährleisten, Menschen, die in der Lebensmittelversorgung arbeiten, und in zentralen Stellen von Staat, Justiz und Verwaltung. 
    Kinder in der Notbetreuung dürfen keine Symptome zeigen, dürfen keinen Kontakt zu Infizierten gehabt haben und sich nicht in einem Risikogebiet aufgehalten haben. 
    Da zu erwarten ist, dass manche Eltern unsicher sind, ob ihr Kind wegen ihres Berufsbildes das Betreuungsangebot nutzen kann, erhalten sie am Montagmorgen im Kindergarten oder der Schule ein Formblatt. Laut Landrat Thomas Habermann sollen in einzelnen Fällen auch Mitarbeiter der Verwaltung vor Ort sein, die in Zweifelsfällen unbürokratisch und schnell entscheiden sollen, wer Zugang zur Notbetreuung bekommt.
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