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    Burglauer

    Damit es mit der Natur gut klappt: Ein Rucksack voller Ideen

    Wildlebensraumberater Bastian Dürr (von rechts) und Theresia Dietz vom AELF informierten beim Landbautag in Burglauer unter anderem über den grünen LfL-Ationsrucksack ein. Foto: Michael Petzold

    Gehörig in die Kritik geraten ist in letzter Zeit der klassisch wirtschaftende Bauernstand, wird ihm doch von verschiedener Seite vorgeworfen, durch die Art der Feldbewirtschaftung in erheblichem Maße für das Artensterben verantwortlich zu sein.  Selbst beim Landbautag in Burglauer, wo die Landwirte ja meist unter sich sind, war von der Kritik die Rede, allerdings in anderem Sinne. "Wir Landwirte hatten schon immer das Bestreben, unsere Betriebe zusammen mit dem Boden im besten Zustand an unsere Nachfolger zu übergeben",  betonte Ludwig Geis vom Verband für landwirtschaftliche Fachausbildung. Geis ist es leid, dass die Landwirte Buhmänner für die gesamte Entwicklung sein sollen. Zusammen mit dem Erzeugerring und dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bad Neustadt (AELF) war der Verband für die Ausrichtung der Veranstaltung verantwortlich.   

    Um mehr Verständnis für das bäuerlicher Tun wirbt Jochen Then, der nicht nur seine Flächen für den Landbautag zur Verfügung gestellt hatte, sondern  auch den Dialog mit den Menschen sucht. An dem von ihm initiierten Bürgerspaziergang am Freitagabend rund um seine Felder nahmen dann gut zehn bis 15  Personen teil, wobei die meisten von ihnen aus Burglauer kamen. Then will in Zukunft bei genügendem Interesse diese Art von Veranstaltung, in denen er etwa erklärt, warum er wann zu Pflanzenschutzmitteln greift, häufiger anbieten. Auch außerhalb des Landbautags können Spaziergänger mit ihrem Handy per QR-Code-Reader die Informationen rund um die Kulturen abrufen.  

    Auf verschiedenen Versuchsflächen auf den Feldern des Burgläurer Landwirts Jochen Then gab es Informationen zu neuen Entwicklungen im Pflanzenbau. Foto: Michael Petzold

    Der  Landbautag beschäftigte sich unter anderem mit Winterweizen, Sommergerste, Durum/Dinkel, Winterraps, Gewässerstreifen und die Wasserrahmenrichtlinie, wo es um Mais und Erosionsschutz ging. Hier soll sich etwa die Bodenbearbeitung nur direkt auf einen schmalen Pflanzstreifen beziehen,  um zu verhindern, dass bei einem Platzregen zu viel Erdreich weggeschwemmt wird. Anderseits soll beim Zwischenfruchtanbau im Vorfeld das Bodenleben, etwa durch Regenwürmer, aktiviert werden. 

    Bastian Dürr ist der Ansprechpartner in Unterfranken, wenn es um Blühfelder geht

    Rund um das Thema Biodiversität drehte sich alles am Stand des AELF mit Theresia Dietz und dem Wildlebensraumberater Bastian Dürr, der seit Frühjahr im Dienst ist. Er ist einer von sieben Beratern in Bayern, pro  Regierungsbezirk einer, die für die Landwirtschaft, Kommunen, Schulen, Betrieben, aber auch für Privatleute als Ansprechpartner zur Verfügung stehen, wenn es um Blühflächen geht. Auf großes Interesse stieß auch der Aktionsrucksack Biodiversität der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), den Theresia Dietz vorstelle. Der Rucksack enthält elf Lernstationen, die eine interaktive Auseinandersetzung mit Themen wie Wildtiere, Ackerwildkräuter, Hecken, Streuobst, Grünland, Gewässerschutz und Sorten möglich machen. Der Rucksack kann von Schulen oder für die Jugendarbeit beim AELF ausgeleihen werden. 

    Alles Wissenwerte zur Biene und deren Pflege hatte Annette Seehaus-Arnold von der Lauertaler-Imkerei aus Burglauer parat. Unter anderem informierte sie anhand von verschiedenen bepflanzten Exemplaren über den "intelligenten " Blumenkasten, dessen Bestückung nicht nur insektenfreundlich, sondern auch für die Küche geeignet und schön anzuschauen ist.