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    Bad Königshofen

    Das ökumenische Aschenkreuz vor fast 40 Jahren in Bad Königshofen

    Ein Bild mit besonderer Bedeutung für die Ökumene entstand in den 1980er Jahren in der Stadtpfarrkirche Bad Königshofen. Günter Putz, damals Direktor des Kilianeums, zeichnet seinem evangelischen Amtsbruder, Gottfried Krauß, beim ökumenischen Schulgottesdienst ein Aschenkreuz auf die Stirn. Foto: Hanns Friedrich

    Anfang der 1980er Jahr war es noch üblich, dass die Schüler am Aschermittwoch zunächst gemeinsam zum Gottesdienst gingen und dort das Aschenkreuz bekamen. Schon zu dieser Zeit wurde der ökumenische Gedanke in Bad Königshofen gepflegt. Damals war es ein Novum, dass Günter Putz, Direktor des Kilianeums Bad Königshofen, heute Domdekan in Würzburg und für Liturgie und Kirchenmusik zuständig, dem evangelischen Pfarrer Gottfried Krauß das Aschenkreuz auf die Stirne zeichnete und dieser dies bei seinem katholischen Amtsbruder ebenso tat.

    Enger Kontakt

    Heute finden diese speziellen Gottesdienste für Schulen nicht mehr statt, da Aschermittwoch genau in Faschings-Ferienwoche fällt. Das Bild von damals zeigt aber, dass in Bad Königshofen die beiden Kirchengemeinden schon über Jahrzehnte hinweg einen engen Kontakt pflegten, so wie das heute noch mit dem Pfarrerehepaar Tina und Lutz Mertten und Pfarrer Karl Feser der Fall ist.

    Mit dem Aschermittwoch beginnt in den Kirchen die 40-tägige Fastenzeit. In einigen katholischen Kirchen werden Bilder mit violetten Tüchern verhängt oder Flügelaltäre geschlossen. Die Bezeichnung Aschermittwoch geht auf den Brauch zurück, im Gottesdienst am Aschermittwoch die  Gläubigen mit einem Kreuz aus dieser Asche auf der Stirn zu bezeichnen. Damit soll der Mensch an seine Vergänglichkeit erinnert und zur Umkehr aufgerufen werden.  Papst Urban II. ordnete im elften Jahrhundert an, die verwendete Asche zu segnen. Die Asche musste aus verbrannten Palmenwedeln und Ölzweigen hergestellt sein, die im Jahr zuvor am Palmsonntag verwendet worden waren. Gläubige erhalten das Kreuz mit den Worten: „Bedenke Mensch, dass Du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehrst“.

    Fasten-Traditionen

    Die mit der Fastenzeit verbundenen Traditionen lassen sich bis in das zweite Jahrhundert zurückverfolgen, wo man zwei Tage vor Ostersonntag mit dem Fasten begann. Im dritten Jahrhundert wurde diese Zeit auf die Karwoche ausgedehnt und bereits im vierten Jahrhundert auf 40 Tage (durch das 1. Konzil von Nizäa). 

    Kreisheimatpfleger Reinhold Albert hat für sein Brauchtumsbuch im Landkreis Rhön-Grabfeld ebenfalls Bräuche zum Aschermittwoch entdeckt. So im Besengau, wo Burschen sich als Kapuziner verkleideten und in die Lichtstuben kamen. Von den Mädchen bekamen sie Eier, die dann in der Dorfwirtschaft gebacken und gemeinsam verspeist wurden. In Unterwaldbehrungen luden die Mädels die Burschen zum Essen in die Lichtstube. „G'tanzt wurd do nemmer; süst kam me jo net nei en Himmel."

    Fisch statt Fleisch

    Der Aschermittwoch galt neben dem Karfreitag als der strengste Fasttag. Auf keinen Fall durfte Fleisch gegessen werden und so kam in den meisten Haushalten am Mittag gebackener Fisch mit Kartoffelsalat auf den Tisch. In Oberweißenbrunn wurden zahlreiche Büchsen Heringe gekauft, um damit die „Kater“ zu vertreiben.

    In Eichenhausen bekamen am Aschermittwoch die Mädchen von der Lichtstubenfrau Käsebrot, Butter, Kaffee und Kuchen. Am Aschermittwoch schlugen die Burschen im östlichen Grabfeld ihren Mädchen den „Öschhofen“. Alte Eimer, Teller und Töpfe wurden vor das Haus der Lichtstube geworfen. Die Burschen rissen daraufhin aus, ließen sich aber von den Mädchen einfangen. Diese bekamen Süßigkeiten. Dann wurde gemeinsam Kaffee getrunken, dazu Krapfen und Kuchen gegessen. Mehr dazu gibt es im Buch "Silberstrauß und Ringelein", das der Kreisheimatpfleger geschrieben hat.

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