• aktualisiert:

    Aubstadt

    Das zweite Wohnzimmer im Grünen

    Einen Garten auf mehreren Ebenen und mit rund 100 Rosen zeigten Helene und Heribert Haßmüller in Obereßfeld. Foto: Regina Vossenkaul

    In ganz Bayern öffneten am Sonntag Gartenbesitzer ihre Pforten für interessierte Besucher, im Landkreis Rhön-Grabfeld waren diesmal fünf Teilnehmer dabei, darunter der Obst- und Gartenbauverein Aubstadt (OGV), auf dessen Gelände An der Blöße die Eröffnungsfeier stattfand. Der Vorsitzende des OGV und stellvertretender Kreisvorsitzender Hans-Bernd Bader, sowie der Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege, Georg Hansul, begrüßten dort zahlreiche Gäste.

    Seit 1989 pflanzen die Vorschulkinder auf der Blöße jeweils den Baum des Jahres, in ihrem Schatten fand zunächst ein ökumenischer Gottesdienst mitten in der schönen Natur statt, mit Pfarrer Florian Mucha und Diakon Rudi Reuter, musikalisch unterstützt von Wolfgang Abschütz und Gustav Raab. Die Sehnsucht nach dem Paradies, die wohl jeder in sich trägt, die in dem vorgespielten Song "Haus am See" zum Ausdruck kommt und die in der Offenbarung in der Bibel beschrieben wird, beleuchtete Pfarrer Mucha in seiner Predigt. Die Natur rund um Aubstadt, im Milzgrund und in der Rhön gebe einen Vorgeschmack auf das Paradies, stellte der Pfarrer fest. Nach dem Gottesdienst konnte er sich über ein besonderes Geschenk freuen: Der OGV spendet 500 Euro für eine transportable Lautsprecheranlage.

    Georg Hansul berichtete von der Idee des Forstwissenschaftlers Dr. Silvius Wodarz, Jahresbäume zu benennen, damit ihnen mehr Wertschätzung entgegengebracht wird. Der OGV Aubstadt stieg gleich mit ein und pflanzte auf dem Vereinsgelände eine Stieleiche. Der Jahresbaumgarten mit seinen inzwischen 31 Baumarten ermögliche durch seine Vielfalt umfassende Umweltbildung für Kinder und Erwachsene, lobte Hansul. Sein Dank galt allen Aktiven und Helfern des OGV.

    Bürgermeister Burkhard Wachenbrönner berichtete, dass die Jugendlichen heute noch wissen, wo sie ihren Baum einst gepflanzt haben, das schaffe Verbundenheit mit der Natur. Das erfolgreiche Volksbegehren und die Aktionen "Fridays for Future" zeigen, dass langsam ein Umdenken erfolgt und an die nachfolgenden Generationen gedacht wird. Hans-Bernd Bader lud die Gäste dazu ein, einen interessanten Nachmittag auf der Blöße zu verbringen. Angeboten wurden zwei Führungen mit Wassermeister Michael Müller am benachbarten Hochwasserbehälter, Harald Müller, Jagdpächter und Leiter des Hegerings Milzgrund informierte über Tiere des Waldes und hatte viele Tierpräparate mitgebracht, von der Elster bis zum Waschbären. Am Stand der Imkerfamilie Dietz ging es um Honig und die Bedürfnisse der Bienen.     

    "Vielfalt auf allen Ebenen" ist das Motto des Gartens von Helene und Heribert Haßmüller in Obereßfeld, die Besucher sahen einen üppig blühenden Garten auf 800 qm, mit zwei Teichen, einem Gewächshaus und einem Gartenpavillon, dem "zweiten Wohnzimmer" im Sommer, wie das Ehepaar bestätigte. Terrassenförmig angelegt ist der Garten, in dem überwiegend Zierpflanzen gedeihen, vereinzelt stehen Erdbeeren und Beerensträucher dazwischen. Die rund 100 Rosenstöcke in vielen Farben und Formen sind der ganze Stolz von Heribert Haßmüller, sie pflegt er mit Hingabe. Die Familie Haßmüller hat schon mehrmals an der Aktion teilgenommen.

    Zum ersten Mal waren Renate und Erwin Stengel in Untereßfeld dabei, die aus einem kleinen, 400 qm großen Rapsfeld eine blühende Oase geschaffen haben. Wie Erwin Stengel berichtete, war der Gedanke beim Bepflanzen des Gartens, blühende Stauden und Blumen zu jeder Jahreszeit, bis in den späten Herbst hinein anschauen zu können. In einem Gewächshaus reifen Tomaten, ansonsten soll der "Präriegarten" einfach Freude bereiten und den Insekten Nahrung bieten.

    Einen "Garten mit Geschichte" öffneten Karola und Matthias Scheller in Rappershausen. In der ehemaligen Hofstelle mit traditionellem Gemüse-, Obst- und Hühnergarten mischen sich Alt und Neu. Die Gartenschwerpunkte liegen bei historischen Duftrosen, Wild- und Küchenkräutern, dazu kommt ein neues Gartenhaus mit extensiver Dachbegrünung. Karola Scheller, Hauswirtschaftsmeisterin und Wildkräuterführerin, bot einige Produkte aus dem Garten zum Kosten an.

    Zum dritten Mal nahm der "Bibelgarten" in Sondheim, ein Gemeinschaftsprojekt der evangelischen Kirchengemeinde am Tag der offenen Gartentür teil. Mit seinen Gestaltungselementen greift er biblische Themen auf. Unter dem Motto "Anmut, Stille und Besinnung" wurden Garten- und Kirchenführungen angeboten.

    Georg Hansul (links) und Hans-Bernd Bader eröffneten den Tag der offenen Gartentür im Landkreis Rhön-Grabfeld in Aubstadt. Foto: Regina Vossenkaul
    Harald Müller, hier mit einem Präparat der Bisamratte, informierte über die Tiere des Waldes. Foto: Regina Vossenkaul
    Aus einem kleinen Acker in Obereßfeld wurde vor zwei Jahren ein blühender Präriegarten, darauf ist Erwin Stengel stolz. Foto: Regina Vossenkaul
    Seit 30 Jahren werden auf der Blöße Bäume des Jahres gepflanzt, ein kleiner Wald ist entstanden. Foto: Regina Vossenkaul

    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!