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    STRAHLUNGEN

    Den „Muschelgrund“ erlebbar gemacht

    Bastian Steinbach ist ganz begeistert, als er von dem Ort spricht, auf dem er gerade steht. „Es ist schon etwas Besonders, wenn das Publikum einer Veranstaltung auf 90 Meter mächtigem Muschelkalk steht“. Im Kalkstein befinden sich Wellenrippeln. Und beim genaueren Hinsehen kann man in dem Sediment aus der mittleren Trias Reste von Muscheln und anderen Meerestieren entdecken. Hier befand sich einmal Meeresboden.

    „Strahlungen ist von Steinbrüchen umgeben, daher wollten wir den Steinbruch für die Strahlunger erlebbar machen“, erzählt Bastian Steinbach, Juniorchef der gleichnamigen Firma, von seiner Idee. Ihm hat es gefallen, wie das Areal um den Weinberg von der Dorfgemeinschaft und vielen ehrenamtlichen Helfern hergerichtet wurde. Der alte Steinbruch am Parkplatz dort war jedoch zugewuchert und mit Unrat übersät. Das passt nicht, waren sich alle einig. Also ließ er den in den 60er Jahren stillgelegten Steinbruch säubern. 3000 Tonnen verschiedensten Materials habe man abgefahren. Jetzt sei es ein vorzeigbarer, schöner und besonderer Ort geworden. Der Fels unter den Füßen, zwei Naturbühnen in Form von massiven Steinbänken, alles Muschelkalk, vor 243 Millionen Jahren entstanden, daher der Name „Muschelgrund“.

    Auf die Idee, hier einen Veranstaltungsort entstehen zu lassen, mit maximal zwei bis drei Veranstaltungen im Jahr, kamen Bastian Steinbach und Johannes Hümpfner gemeinsam. Hümpfner mischte bereits beim Weinberg mit, bei der Strahlunger Dorfgemeinschaft ist er Vorsitzender und in der Gemeinde Strahlungen stellvertretender Bürgermeister. Die Arbeiten sind geteilt. Bastian Steinbach richtete in Abstimmung mit der Gemeinde das Areal her, bietet es kostenlos als Veranstaltungsplatz an und hat das Konzept entwickelt. Vermarktet wird der Muschelgrund von der Dorfgemeinschaft Strahlungen. Sie entscheidet, wann etwas stattfindet und bindet die Strahlunger Vereine mit ein, wenn diese Interesse haben.

    Als dritter Mann kommt Felix Beck aus Strahlungen ins Spiel, seines Zeichens regional bekannter DJ, bestens vernetzt in Sachen elektronischer Musik. Er fungiert diesmal als Veranstalter.

    Und so läuft sich der Muschelgrund nun langsam warm zur ersten Veranstaltung am 15. August, auch etwas Besonderes, nämlich ein Open-Air-Tagesfestival. „La Cantera“ (heißt Steinbruch auf Spanisch) beginnt um 12 Uhr und endet um 23 Uhr. Auflegen werden bekannte DJs aus Bad Neustadt, Schweinfurt, Würzburg und Bamberg. „Sie sagten alle begeistert zu“, freut sich Felix Beck, denn bei einer Steinbrucheröffnung hätten auch sie noch nie Musik gemacht. „Das ist schon einzigartig.“ Getränke und Verkostung übernehmen der Musikverein Strahlungen, die Feuerwehr, der Jugendclub und der FC Freundeskreis.

    Inzwischen ist der Muschelgrund mit Strom erschlossen, eine Steinbar mit fast 20 Tonnen und ein DJ Pult mit fünf Tonnen wurden aufgebaut. Sie bleiben im Muschelgrund stehen. Es wird immer wieder etwas Neues dazukommen, so wird sich das Gelände mit der Zeit weiterentwickeln und immer interessanter werden.

    Es soll ein möglichst breites Publikum erreicht werden. Dafür werden die verschiedensten Veranstaltungen eingeplant werden, von Konzerten und DJ Events über Sonnwendfeier und Weihnachtsmarkt. Für jeden werde etwas dabei sein, betont Johannes Hümpfner.

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