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    TRAPPSTADT

    Der Nachwuchs lässt nichts anbrennen

    Früh übt sich, wer einmal ein tüchtiges Mitglied der Feuerwehr werden will. In Trappstadt beherzigen diesen Slogan 17 Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren, darunter vier junge Frauen. Damit gehört die Jugendfeuerwehr zu den stärksten im gesamten Grabfeld. Nur der Nachwuchs in Bad Königshofen zählt noch sechs mehr, allerdings ist die Kernstadt mit rund 3900 Einwohnern auch mehr als fünf mal so groß wie Trappstadt. Elf Mitglieder hat die Jugendwehr im kleinen Königshöfer Stadtteil Althausen.

    Der Nachwuchs kommt aus den Jugendfeuerwehren

    Eine Entwicklung, die der stellvertretenden Kreisjugendwart Thomas Schmitt mit Freude zur Kenntnis nimmt, rekrutieren die Feuerwehren ihren Nachwuchs doch fast ausschließlich aus den angegliederten Jugendorganisationen. Schmitt ist im Landkreis für den Bezirk 3 zuständig, der fast deckungsgleich mit dem früheren Altlandkreis Bad Königshofen ist.

    Das Beispiel Trappstadt macht allerdings nicht überall Schule. 27 Feuerwehren gibt es in dem Gebiet, aber nur 17 Jugendfeuerwehren mit Mitgliedern zwischen zwölf und 18 Jahren. Das sagt jedenfalls die Statistik von 2017, die sich aus den Jahresberichten der einzelnen Feuerwehren speist.

    Allerdings liefert nicht jede der Wehren zum Jahresende einen Bericht, weswegen es nicht möglich ist, die genaue Anzahl der Mitglieder in Jugendfeuerwehren zu ermitteln. Einen Anhaltspunkt liefert der Wissentest, dem sich der Nachwuchs stellt. 134 Jugendliche haben 2017 daran teilgenommen.

    Die Freunde sind alle dabei

    Unter ihnen war auch die 15-jährige Lisa Schneier aus Trappstadt, die seit ihrem zwölften Lebensjahr mit dabei ist. „Man lernt halt neue Sachen“, sagt die Jugendliche, deren Vorbild auch mit ausschlaggebend war, dass im März dieses Jahres ihr jüngerer Bruder Leonhard dazugestoßen ist. „Meine Freunde sind alle dabei“, sagt der Junge, der sich immer auf die Übungen freut. Und natürlich spielt auch das Elternhaus eine Rolle. Meist waren auch die Väter schon Mitglied bei der Feuerwehr.

    Seit vier Jahren ist Philip Röß dabei. Er findet es gut, wenn man weiß, dass man anderen im Notfall helfen kann. Neben diesem Bewusstsein ist es oft auch die Technik mit Digitalfunk und anderem, die Jugendliche wie Matz Wagner (16) faszinieren, der durch seinen Bruder den Anstoß erhalten hat. Er nennt noch einen Aspekt für sein Engagement. „Auf dem Dorf sind nicht immer alle da, da ist es wichtig, wenn viele bei der Feuerwehr sind“, sagt er. Und Paul Bötsch (14) kann sich sogar vorstellen, einmal beruflich als Feuerwehrmann zu arbeiten.

    Den Jugendlichen muss man was bieten

    Mit seinen 24 Jahren ist der Trappstädter Jugendwart Sebastian Degen altersmäßig nicht allzu weit weg von den Jugendlichen, für die er zuständig ist. „Wenn Beschäftigung und Aktion dabei sind, dann macht das allen auch Spaß“, weiß er um die Notwendigkeit, dem jungen Klientel auch etwas bieten zu müssen. Dem Anspruch versucht auch die Feuerwehrführung im Kreis mit Zeltlagern, Ausflügen und interessanten Lehrgängen gerecht zu werden.

    Schmitt, der stellvertretende Kreisjugendwart, glaubt aber auch, dass das Mindestzugangsalter für Jugendwehren zu hoch angesetzt ist. „Mit 12 sind viele schon festgelegt auf anders“, weiß er um die Konkurrenz für die Feuerwehren. Er plädiert für die Einführung von Kinderwehren, wie es sie woanders schon gibt.

    Kommandant stolz auf den Nachwuchs

    In Trappstadt und andernorts, wo sich die Nachwuchsorganisationen etabliert haben, verfügen die Wehren wohl über genügend Anziehungskraft. Was auch an der Führung liegen kann. Kommandant Florian Bauer ist 27 Jahre alt, sein Stellvertreter Philip Bauer 25 Jahre. „Ich bin stolz darauf, wie gut die Jungen mitziehen“, sagt der Kommandant. Denn schließlich sollen die Jugendlichen, wenn sie dann mit 18 Jahren in die reguläre Feuerwehr eintreten, gut ausgebildet und von Anfang an voll einsatzfähig sein.

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