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    Stockheim

    Der Nutzen der Netzwerke in der Streutalallianz

    Die Ehrenamtskarte im Landkreis Rhön-Grabfeld gibt es in zwei Versionen: in Blau und in Gold. Foto: Archiv Stefan Kritzer

    Netzwerk ist ein geflügeltes Wort unserer Zeit. Der Sinn von Netzwerken besteht darin, Verbindungen miteinander und Verknüpfungen untereinander zu schaffen. Also legten Vorsitzender, Bürgermeister Martin Link (Stockheim) und Allianzmanagerin Gertraud Kokula, den Themen-Schwerpunkt bei der Sitzung der Streutalallianz im Amtshaus Stockheim auf die Ausrichtung und Wirkung von Netzwerken, die da lauteten: Netzwerk-Ehrenamt sowie die Vorstellung verschiedener Förderprogramme der Innenentwicklung im Rahmen der Dorferneuerung beziehungsweise der Städtebauförderung.

    Die Streutalallianz möchte beim Thema Ehrenamt „auch aktiv werden und mitmachen“, sagte Vorsitzender Link einleitend und übergab das Wort an Linda Denner, Koordinatorin und Leiterin des Netzwerks Ehrenamt im Landratsamt Rhön-Grabfeld. Bürgerschaftliches Engagement ist vielschichtig und facettenreich, trägt auf diese Weise zu einer solidarischen Gesellschaft und einem sozialen Miteinander bei. Dafür steht nun die Ehrenamtskarte, die Denner ausführlich beschrieb, als Zeichen der Wertschätzung.

    Zwei Versionen der Ehrenamtskarte

    Konkret: Diese Karte wird in zwei Versionen ausgegeben. Die blaue Ehrenamtskarte ist drei Jahre gültig und für Bürger ab 16 Jahren gedacht. Die goldene Ehrenamtskarte ist unbegrenzt gültig. Die Ehrenamtskarte, die mit einer Reihe von Vergünstigungen verbunden ist, kann jeder für sich oder andere beim Landratsamt beantragen. Und bereits jetzt ist das Netzwerk-Ehrenamt schon eine  Erfolgsgeschichte für sich. „Die 500-Marke bei den Ehrenamtskarten ist erreicht“, freute sich Denner.

    Der Wert der Ehrenamtskarte ist in der Runde der Streutal-Bürgermeister unbestritten. Denn „ehrenamtlich Tätige sind ein wichtiger Teil der Gesellschaft und sie erfahren mit der Ehrenamtskarte die Anerkennung, die sie verdienen“, hieß es einstimmig.

    Geheimniskrämerei

    Und doch beschreiben sie die Ausgabe der Karte als „zweischneidiges Schwert“: Mit der „Geheimniskrämerei“ um die Inhaber von Ehrenamtskarten geht nach Meinung der Bürgermeister auch ein Stück Vorbildfunktion verloren, wenn von Amts wegen (Datenschutz) verschwiegen wird, wer und wie viele in einer Gemeinde im Pool der Ehrenamtskarten ist beziehungsweise sind. Diese Praxis halten die Stadt- und Ortsoberhäupter für falsch, „mit  der Einverständniserklärung zur Weitergabe der Daten wäre dieses Problem doch aus der Welt“. Auch Linda Denner ist mit der jetzigen Handhabung nicht glücklich und will sich dafür einsetzen, dass diese Regelung neu überdacht und korrigiert wird.

    Wer die breite Masse erreichen will, muss in die Öffentlichkeit. Linda Denner tut dies und warb quasi in eigener Sache für die Veranstaltungsreihe für engagierte Menschen in Rhön-Grabfeld. Unter dem Motto „Bist du bereit fürs Ehrenamt?“ steht die Messe für soziales Engagement am Sonntag, 30. Juni, von 13 bis 17 Uhr im Kloster Wechterswinkel. Damit verbunden sind Infostände und Beratung rund um das Ehrenamt, außerdem startet  bei dieser Messe die Kampagne „Ehrenamt zeigt Gesicht“ für engagierte Menschen.

    Projektkatalog

    Vernetzt sind auch sie, und zwar engmaschig. Die Regierung von Unterfranken und das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) sind schließlich Partner, wenn es um das Thema Innenentwicklung in Städten, Gemeinden und Dörfern geht. Was ein funktionierendes Netzwerk bewirkt, kommt beispielsweise in dem mehr als 300 Seiten starken Projektkatalog des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepts (ILEK) der Streutalallianz zum Ausdruck. Welche finanziellen Möglichkeiten sich für die elf Streutalgemeinden durch die interkommunale Zusammenarbeit in der Allianz ergeben und aus welchen Fördertöpfen zu schöpfen ist, darüber referierten ausführlich Michael Kuhn, ALE Unterfranken, sowie Alexander Zeller von der Regierung von Unterfranken.

    Das Thema Dorferneuerung beleuchtete Michael Kuhn, schließlich sollen die Gemeinden und Dörfer fit für die Zukunft werden. Das heißt, die Lebensqualität zu steigern und die Entwicklung zu fördern hin zu attraktiven und vitalen Lebensräumen. Für Projekte der Dorf- und Landentwicklung - grundsätzlich auf Ortsteile bis zu 2000 Einwohnern beschränkt - ist eine vom zuständigen Amt für Ländliche Entwicklung genehmigte Finanzierung erforderlich. Generelle Fördersätze gibt es nicht. Sie sind abhängig von der Projektart und den Maßnahmen, beziehen kommunale Voraussetzungen mit ein und können für einzelne Maßnahmen durch einen Höchstbetrag begrenzt sein.

    Gleichwertige Bedingungen

    Gegenstand der Städtebauförderung sind städtebauliche Sanierungsmaßnahmen, Maßnahmen der Sozialen Stadt, des Stadtumbaus, für Aktive Zentren, des Städtebaulichen Denkmalschutzes und der interkommunalen Daseinsvorsorge (im Bestand) sowie städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen, listete Alexander Zeller detailliert auf. Nach dem Landesentwicklungsprogramm (LEP) sollen in allen Landesteilen gleichwertige und gesunde Lebens- und Arbeitsbedingungen geschaffen und erhalten werden. Die Städtebauförderung zählt zu den strukturpolitisch bedeutsamen und wirkungsvollen Investitionsbereichen bei der Umsetzung dieses Leitziels.

    Der Freistaat Bayern, der Bund und die Europäische Union stellen in verschiedenen Städtebauförderungsprogrammen Finanzierungshilfen für die städtebauliche Erneuerung bereit.

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