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    Kleinbardorf

    Der Tante-Emma-Laden in Kleinbardorf war ihr Revier

    Gertrud Rümmler starb im Alter von 87 Jahren. Sie erfreute sich besonders an einem selbst gezüchteten Weihnachtskaktus, der jedes Jahr bereits weit vor Weihnachten blühte. Foto: JOSEF KLEINHENZ

    Sie führte  zwei Jahrzehnte einen Tante-Emma-Laden in Kleinbardorf an der unteren Hauptstraße. Er war  im Ort  folglich auch ein zentraler Kommunikationspunkt: Gertrud Rümmler, die Ladenbesitzerin, starb im Alter von 87 Jahren.   

    18 Jahre – bis Mitte der 1970er Jahre - stand Gertrud Rümmler in Kleinbardorf im kleinen Tante-Emma-Laden, um ihre Kundschaft zu bedienen.  Anlässlich ihres 80. Geburtstags vor sieben Jahren erinnerte sie sich wehmütig  an die Zeit, als sie  Obst und Gemüse, Reis, Backpulver, Fisch oder offene Bratheringe und Waren des täglichen Bedarfs, um nur einige Beispiele zu nennen,  über die Ladentheke reichte.

    Als im Laufe der Jahre die Supermärkte  aus dem Boden schossen, konnte das  Einzelhandelsgeschäft im Wettbewerb allerdings nicht mehr  gehalten werden. Mit der gleichen Situation  sah sich der Tante-Emma-Laden von Josef Deufert in der oberen Hauptstraße konfrontiert.    

    Gertrud Weippert, wie sie mit ihrem Mädchennamen hieß,  erblickte am 10. Mai 1932 in Kleinbardorf als Tochter eines Landwirts und Geflügelhändlers das Licht der Welt.  Ihre Mutter stammte aus Mellrichstadt, der Vater fiel im Krieg. Die Familie war danach allein auf sich gestellt.    

    1955 heiratete sie  Heinz Rümmler aus Krumhermersdorf/Chemnitz aus dem Erzgebirge. Aus der Ehe gingen zwei Töchter und ein Sohn hervor. Von  Beruf Müller, verdiente ihr Mann später lange Zeit die Brötchen auch  in der Findelmühle in Wülfershausen, zuletzt  bei der Firma Preh in Bad Neustadt.  Er starb 1990.  

    Legendär: Ihr Weihnachtskaktus

    Stets erfreuen konnte sich Gertrud Rümmler  an ihrem Weihnachtskaktus. Die selbst gezüchtete Pflanze blühte oft  schon an Allerheiligen und sorgte in der düsteren Zeit  des Jahres  am Standort in der Küche für  einen willkommenen Farbtupfer.  An Weihnachten zauberte zudem eine mehrstöckige Pyramide  mit einem faszinierenden Schauspiel stimmungsvolle Atmosphäre  ins Wohnzimmer. Die Weihnachtspyramide mit der Heiligen Familie als Mittelpunkt  drehte sich zur Freude mit Hilfe von Kerzenlichtwärme um die eigene Achse und war von ihrem Mann nach Erzgebirgischem Vorbild  bewundernswert geschnitzt worden. Mit 17 Jahren war  er mutig über die Grenze gegangen, um  im Westen ein neues Leben anzufangen.

    Das Requiem findet am Freitag, 22. November, um 14 Uhr in Kleinbardorf statt. Anschließend ist die Urnenbeisetzung.

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