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    Großbardorf

    Die Krippe und die Kindheitserinnerungen

    Svenja und Wolfgang Stingl vor der großen Krippenlandschaft, die es in der jetzigen Form seit mehr als zehn Jahren gibt. Foto: Hanns Friedrich

    Fast liebevoll nimmt Svenja die beiden Zicklein-Figuren in die Hand und Marco stellt seine Elefantenherde zurecht, während Vater Wolfgang Stingl einen kleinen Mohr an die Krippe stellt und seine Frau Karin die Bäumchen in die richtige Position bringt. Schnell rückt er noch einen kleinen Hahn zurecht, der in der Nähe der Krippe steht. "Diese Figur ist mehr als 100 Jahre alt und wird in unserer Familie immer weiter vererbt." Die Krippe im Hause Stingl in Großbardorf zeigt insgesamt die Naturverbundenheit der Familie. Karin Stingl: "Wenn wir beim Spazierengehen etwas sehen, das passen könnte, wird es gleich mitgenommen, so auch kleine Steine, die mit Flechten bewachsen sind." Man muss deshalb die Krippenlandschaft schon genauer unter die Lupe nehmen, um so manche Besonderheit zu entdecken. "Da stecken überall Erinnerungen drin, auch wenn die eine oder andere Figur vielleicht gar nicht so wertvoll ist", wirft Wolfgang Stingl ein.

    Rechtzeitig zum Dreikönigstag werden natürlich die Könige, das Kamel und der Elefant dazu gestellt, und eben auch der kleine Mohr vom Nürnberger Christkindlmarkt. Über allem dreht sich ein goldglänzender Stern, darunter zwei Engel, die über der Höhle sitzen. "Diese Engel haben unsere Kinder bei der Geburt erhalten und an den Weihnachtstagen sitzen sie schon immer an unserer Krippe", erzählt Karin Stingl.

    Auf dem Bauch vor der Krippe gelegen

    An die strahlenden Augen seiner Kinder erinnert Wolfgang Stingl und schnell wirft seine Tochter Svenja ein: "Wir haben mit drei/vier Jahren oft ganz lange auf dem Bauch vor der Krippe gelegen und waren fasziniert. Damals stand sie noch unter dem Christbaum, da haben wir sie betrachtet, natürlich auch mal mit den Figuren gespielt." Sie fügt an, dass es ihnen vor allem die Schafe angetan hatten, wobei der Vater immer merkte, wenn das eine oder andere Tier verstellt war. "Wir haben dann immer gesagt, dass sich die Schäfchen auch mal bewegen müssen."

    Seit mehr als zehn Jahren gibt es die große Krippe in der jetzigen Form im Wohnzimmer, direkt neben dem Weihnachtsbaum. Wenn alles klappt, wird die Krippe im Hause Stingl beim Weihnachtsfest in diesem Jahr um ein ganzes Stück erweitert. Ideen dazu hat Wolfgang Stingl bereits. Er könnte sich ein kleines Dorf vorstellen und eine Art Brücke von der bisherigen zur erweiterten Krippenlandschaft. Übrigens dauert es rund einen halben Tag, bis die Krippe aufgestellt ist. Eine Wurzel bildet die Höhle für die Heilige Familie, darum herum gruppieren sich die Hirten, die vor einem "flackernden Feuer" sitzen. Rauch steigt aus den Gefäßen auf, die über der Feuerstelle stehen. "Dazu muss man ein bisschen Öl eingießen", erzählt Svenja, "allerdings darf es nicht zuviel sein, sonst dauert es zu lange, bis es sich erwärmt und Rauch aufsteigt."

    Elefantenherde, Dachs oder Waschbär

    Der Hintergrund sind Äste, Heidelbeerzweige und kleine Bäumchen, die Karin Stingl dekoriert. "Wenn wir beim Pilzesammeln das eine oder andere entdecken, das man für die Krippenlandschaft brauchen könnte, wandert das natürlich gleich mit in den Korb."

    Wie kam es zu den Figuren in der Krippenlandschaft? "Wir haben immer mit verschiedenen Tieren, Löwen, Elefanten, Dachs, Fuchs oder Wildschweinchen gespielt und waren als Kinder der Meinung, dass die einfach zu unsere Krippe gehören", erklärt Svenja. So kamen die Elefantenherde, der Waschbär und der Dachs von Marco ebenso dazu, "wie meine Rehlein, Hasen und Zicklein", fügt Svenja an.

    Nachdem die Könige an der Krippe ihren Platz gefunden haben, kommt noch der kleine Mohr dazu, der vom Nürnberger Christkindlmarkt stammt. Foto: Hanns Friedrich

    Karin und Wolfgang Stingl erinnern dabei immer wieder an die strahlenden Augen ihrer Kinder, als diese noch ans Christkind glaubten. "Auch unsere Tiere wollen zum Christkind", sagten Marco und Svenja damals. Eines merkt man schnell: Die Krippe ist der ganze Stolz der Stingls an den Weihnachtstagen. Aufgestellt wird sie kurz vor Heilig Abend und bis Lichtmess bleiben Baum und Krippe stehen, das ist Tradition im Hause Stingl.

    Noch heute geht Svenja mit ihren beiden Zicklein-Figuren sehr behutsam um. Seit ihrer Kinderzeit gehören sie zur Krippenlandschaft. Foto: Hanns Friedrich

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