• aktualisiert:

    Wegfurt

    Die Protestschilder haben ausgedient

    Stadtrat Benjamin Lenhard (links) montiert mit Hans Vorndran das letzte Protestschild mit der Aufschrift "Wir wollen auch ruhig schlafen" ab. Foto: Manfred Zirkelbach

    "Was für ein schönes Gefühl!" So kündigte Andreas Griebel, Sprecher der Bürgerinitiative "UmWeg", am späten Samstagnachmittag die letzte von insgesamt 64 Aktionen zum Bau der Wegfurter Umgehungsstraße an. An jeder Straßenlaterne entlang der B 270 durch die Ortschaft hatten die Initiatoren vor sechs Jahren Protestschilder angebracht. Sie werden nicht mehr gebraucht, denn nunmehr steht der Termin für die Eröffnung und damit die Verkehrsübergabe der Umgehung fest. "Am Freitag, 20 September, um 10 Uhr wird die Straße eingeweiht und für den Verkehr freigegeben." Die zahlreich anwesenden Wegfurter begleiteten diese Ankündigung mit viel Applaus.

    Das letzte Protestschild abmontiert

    Doch nun sei noch ein letztes Mal Arbeit angesagt. Das letzte Protestschild gegenüber des Feuerwehrhauses mit der Aufschrift "Wir wollen auch ruhig schlafen" wurde von Stadtrat Benjamin Lenhard und Hans Vorndran abmontiert. Dann durfte gefeiert werden und die Wegfurter nahmen diese Gelegenheit natürlich gerne wahr

    In einem Rückblick erinnerte Griebel an die zahlreichen, teilweise überraschenden Aktionen, welche immer mit größtem Wohlwollen von Politikern, Planern und auch Bauleuten begleitet worden seien. Eine große Anzahl an politischer Prominenz hat sich über die vergangenen Jahre hinweg in Wegfurt die Türklinke in die Hand gegeben. Die kommunalen Vertreter der Stadt Bischofsheim mit den Bürgermeistern Baumann und Seiffert, vor allem aber auch Landrat Thomas Habermann standen immer wieder mit großem Engagement hinter dem Projekt. Landtags- und Bundestagsabgeordnete, Staatsekretäre und –minister, Bundesverkehrsminister der Regierungsparteien in Land und Bund, dazu sogar der frühere Bayerische Ministerpräsidenten Günter Beckstein konnten in Wegfurt begrüßt werden. Alle hätten sich über das positive Bild, das von der Bürgerinitiative ausgegangen sei, sehr beeindruckt gezeigt.

    "Gemeinsam sind wir stark"

    Griebel lobte die Einsatzbereitschaft aller Mitglieder in der Initiative, angefangen von der ersten Aktion im Sommer 2008 mit einer 24-stündigen Verkehrszählung. Mit dem  Wahlspruch "Gemeinsam sind wir stark und können viel für unser Dorf erreichen" hätten alle ihre ganze Kraft eingesetzt, um Überzeugungsarbeit zu leisten. Kurz vor Erreichen des Zieles sei es nun allerdings auch an der Zeit, allen Helfern, allen Unterstützern in den verschiedenen politischen Positionen, aber auch den Mitarbeitern des staatlichen Bauamtes in Schweinfurt herzlichen Dank zu sagen. Ebenfalls dankte er allen Wegfurter Vereinen, die bei allen Aktionen immer wieder ihre Mithilfe angeboten hätten.

    Eine kleine Überraschung hatten die beiden Sprecher Andreas Griebel und Klaus Kleinhenz für die Kinder mitgebracht. Diese konnten nach Herzenslust über die Dorfstraße und den Festplatz hinweg am Feuerwehrhaus Seifenblasen steigen lassen.

    "Wir sind kurz vor dem Ziel"

    "Wir sind kurz vor dem Ziel", stellte auch 2. Bürgermeister Egon Sturm zufrieden fest. Er verglich die letzten elf Jahre mit einem Marathonlauf, wobei die Initiative nunmehr  auf die Zielgerade eingebogen sei. Das Ziel sei fast erreicht, der Sieg sei den Wegfurtern praktisch nicht mehr zu nehmen. Auch er erinnerte an die Anfänge, als der damalige Stadtrat Dietmar Sturm die erste Versammlung einberufen habe und dort beschlossen wurde, zur Verstärkung der berechtigten Argumente für eine Umgehung eine Initiative zu gründen.

    Mit Andreas Griebel und Klaus Kleinhenz an deren Spitze habe man einen goldenen Griff gemacht, denn beide hätten sich für die Sache voll eingesetzt, seien immer auf Augenhöhe mit Behörden und politischen Entscheidungsträgern gewesen. Die teilweise recht spektakulären Aktionen hätten nicht nur in der Region für viel Aufsehen gesorgt, auch in München und Berlin habe man lobend alle Aktionen begleitet. Man habe zwar einen langen Weg gehen müssen, dieser habe sich aber jetzt mit dem Abschluss der Maßnahme als außerordentlich lohnenswert gezeigt.

    Die Arbeiten sind auf der Ziellinie. Derzeit wird noch an der Westanbindung der Umgehungsstraße für Wegfurt gearbeitet. Am 20. September wird die neue Ortsumgehung dem Verkehr übergeben. Foto: Manfred Zirkelbach

    Vorbereitungen für das Eröffnungsfest laufen

    Die Vorbereitungen für das Fest der Straßeneröffnung sind bereits angelaufen. Auch die Westanbindung, die derzeit in Bau ist, wird bis zum 20. September ganz sicher fertig sein, sodass der Verkehr dann nach fast zweijähriger Bauzeit wieder ohne Hindernisse auf der neuen B 279 - dann allerdings um Wegfurt herum - fließen kann.

    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!