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    BERLIN / RAPPERSHAUSEN

    Die Zukunft nicht verpassen

    Florian Liening-Ewert stellt Dorothee Bär auf einem Tablet seine Ideen für ein Digitalisierungsprojekt im Landschulheim ... Foto: P. Ziegler

    Was hat die Staatsministerin für Digitales mit dem Schullandheim in Rappershausen zu tun? Zunächst einmal nichts. Wäre da nicht Florian Liening-Ewert. Der ehrenamtliche Bürgermeister der Gemeinde Hendungen, zu ihr gehört der Ortsteil Rappershausen, hat beruflich als Diplom-Ingenieur Medizin-Informatik was mit Digitalisierung zu tun.

    Und er hat sich als Bürgermeister gefragt, ob die „Digitalisierungs-Sache“ in Berlin nicht auch ein spannendes und wichtiges Thema für das gemeindliche Schullandheim sein könnte. Die Antwort für ihn war einfach: Ja natürlich!

    Um der Einrichtung in Rappershausen ein bisschen Schwung zu geben, hat er ein Projekt für das Schullandheim ausgearbeitet.

    Frage der Finanzierung

    Damit es nicht beim Projekt bleibt und vielleicht umgesetzt wird, braucht es Geld. Woher nehmen? Liening-Ewert erinnerte sich an seine Parteifreundin Dorothee Bär, die jetzt in Berlin Staatsministerin für Digitalisierung ist und bat darum, ihr das Projekt vorstellen zu dürfen. Er bekam eine Zusage.

    Module entworfen

    Kurzerhand nutzte er seinen „Bürgermeistertag“ und setzte sich in den Zug. Er wollte das Projekt der Staatsministerin persönlich vorstellen. Und das tat er, früh mit dem Zug nach Berlin, am späten Nachmittag wieder retour.

    Module für Robotik, 3D-Druck, Virtual Reality, Video und Fotografie sowie Medienkompetenz hat er entworfen. Das alles könnten im Schullandheim Bestandteile für eine außerschulische Lernwoche sein. Doch dazu braucht es finanzielle Mittel, um Geräte zu kaufen. Dazu braucht es einer pädagogischen Begleitung.

    Unterstützung zugesagt

    „Ich sitze hier, um Unterstützung für dieses Projekt zu finden“, sagte er Dorothee Bär. „Um Geld zu betteln, ist nicht mein Ding“, so der ehrenamtliche Bürgermeister weiter, „aber ohne gehts nicht“.

    Die Staatsministerin sagte ihre volle Unterstützung zu. Gerade auf dem Land und in der Bildungspolitik hat die Digitalisierung einen besonders hohen Stellenwert. Bär fragte nach einer konkreten Ausstattungsliste und versprach, bei den zuständigen Ministerien und dem Deutschen Schullandheimverband sich für dieses Projekt einzusetzen.

    Das Beispiel von Florian Liening-Ewert zeigt, wie persönliches Engagement auf fruchtbaren Boden fällt. Man kann ein scheinbar bundespolitisches Thema auf kleinste Strukturen herunterbrechen und in einen positiven Schub für ein kleines Dorf verwandeln.

    Paul Ziegler

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