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    Mellrichstadt

    Die diesmal etwas andere Vorbereitung auf Ostern

    Vater Jochen Schmitt schwang am Karfreitagmorgen um 6 Uhr kräftig die Fahne, während Tochter Katharina, Lukas und Johannes die Ratschen ankurbelten und Mutter Christin zuschaute.
    Vater Jochen Schmitt schwang am Karfreitagmorgen um 6 Uhr kräftig die Fahne, während Tochter Katharina, Lukas und Johannes die Ratschen ankurbelten und Mutter Christin zuschaute. Foto: Brigitte Gbureck

    13 Stühle standen am Gründonnerstag vor den Stufen des Altars in St. Kilian Mellrichstadt, davor Wasserkrug Schale und Handtücher, und warteten auf die Fußwaschung. Wo sonst Pfarrer Menzel an 12 Gemeindemitgliedern die Fußwaschung vollzogen hat, musste diese in diesem Jahr coronabedingt ausfallen. Auf dem mittleren Stuhl stand eine Kerze, die Jesus symbolisieren sollte. Auf dem Stuhl daneben war ein Spiegel aufgestellt, in dem sich jeder Betrachter selbst sehen und sich fragen konnte, welchen Platz er in dieser Runde einnehmen würde und wie es ihm dabei geht.

    Weil es heißt, dass ab Gründonnerstag bis Ostermorgen die "Glocken nach Rom fliegen", traten am Karfreitagmorgen in der Hellgasse in Mellrichstadt die Kinder der Familie Schmitt - Katharina, Lukas und Johannes mit Vater Jochen - in Aktion und kündeten um 6 Uhr den Engel des Herrn an. Die Prozedur wurde jeweils um 12 und um 18 Uhr bis zum Samstagabend wiederholt.

    Bereits seit 1986 beim Ratschen dabei

    "Ihr lieben Christen seid munter und wach, der Tag vertreibt die finstre Nacht. Denkt heut der großen Liebestat, die unser Heiland hat vollbracht und grüßt Maria zur Morgenstund, wie ihr vernommen aus des Engels Mund. Ave Maria, Ave Maria, Ave Maria", so sangen die Kinder mit Unterstützung des Vaters. Jochen Schmitt erzählte, dass er bereits seit 1986 beim Ratschen dabei sei und seit dieser Zeit der Text gleich geblieben ist.

    Wie von Bischof Franz Jung gewünscht, wurde das österliche Triduum von Pfarrer Menzel stellvertretend für die ganze Gemeinde mit dem Pastoralpraktikanten Marcel Thomas und den Ehrwürdigen Schwestern Meinrada und Eberharda , und zwar mit Lesungen, Weihrauch und voller Liturgie, gefeiert. Am Ende des Gründonnerstagabends wurde das Allerheiligste durch die Kirche zum Sakramentshäuschen im Seitenaltar getragen, wo es bis zum Ostersonntag seinen Platz hatte. Danach wurden alle Altäre abgeräumt.

    Kirche stand zum Gebet offen

    Am Karfreitag stand am Nachmittag das Gotteshaus zum persönlichen Gebet und zur Anbetung offen. Auch die Osternacht wurde, sogar mit Orgelbegleitung, mit Pfarrer Menzel und seinen Begleitern gefeiert. Freudig erklangen dann erstmals wieder die Glocken und kündeten die Auferstehung des Herrn.

    13 leere Stühle wiesen in St. Kilian Mellrichstadt am Gründonnerstag auf die Fußwaschung hin, die in diesem Jahr ausfallen musste. Einsam steht das Kreuz am Karfreitag in St. Kilian.
    13 leere Stühle wiesen in St. Kilian Mellrichstadt am Gründonnerstag auf die Fußwaschung hin, die in diesem Jahr ausfallen musste. Einsam steht das Kreuz am Karfreitag in St. Kilian. Foto: Brigitte Gbureck
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