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    Bad Neustadt

    Die große Bedeutung der Rhöner Moore

    Einen interessanten Vortrag trug Klaus Spitzl im Umweltausschuss vor. Er erklärte, was Moore alles können.
    Ein Teil des Bohlenwegs im Schwarzen Moor ist schon erneuert. Teile des Wegs sind aber noch gesperrt. Foto: Sonja Demmler

    Eigentlich war Klaus Spitzl, der Geschäftsführer des Naturparks Bayerische Rhön, in den Umweltausschuss des Landkreises gekommen, um über die Rhöner Moore als "Nationales Geotop Deutschlands" zu berichten. Doch er begann seinen Vortrag mit dem Beginn der Industrialisierung, der Zeit in der auch die Bevölkerungszahl auf der Welt dramatisch zu steigen  begann. Beides, so Spitzl, war so um 1800 und führte zu einem deutlichen CO2-Anstieg. Und da war er dann, der Bezug zu den Mooren. 

    Hervorragende CO2-Speicher

    Denn wie Spitzl erklärte, sind die Moore, natürlich auch die in der Rhön, nicht nur hervorragende Wasserspeicher, sondern sie speichern ganz besonders gut CO2, nehmen also Kohlendioxid aus der Luft.  Moore machen laut Spitzl zwar nur etwa drei Prozent der Erdoberfläche aus, die speichern aber mehr CO2 als die Wälder auf der Erde. Grund genug, die Moore zu schützen.  

    Darüber hinaus machte Spitzl deutlich, dass die Moore wertvolle Ökosysteme sind, die noch dazu die Funktion eines Geschichtsarchives haben. Denn anhand der Pollen, die sich in den verschiedenen Tiefen der Moore finden, könne man viel über frühere Vegetationsentwicklungen ablesen und damit sogar Aussagen über die betreffenden Zeitabschnitte machen.

    Schwarzes Moor ist 14 000 Jahre alt

    Beim Schwarzen Moor kann man da auf 14 000 Jahre zurückblicken, denn so alt ist es. Es hat eine Größe von 66 Hektar und ist die Wasserscheide Rhein und Weser , erklärte Spitzl. 1939 wurde es unter Naturschutz gestellt. In den 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts entstand ein erster  Lehrpfad, ein neuer wurde 1985 errichtet. Seit 2014 ist das Schwarze Moor eine Kernzone im Biosphärenreservat Rhön.

    Seit Juli 2007 zählt das Schwarze Moor offiziell zu Bayerns schönsten Geotopen . Und seit 1. Oktober dieses Jahres sind die Rhöner Moore zertifiziert als Nationales Geotop wie zum Beispiel die Insel Helgoland, der Kaiserstuhl im Oberrheintal oder die Kreideküsten bei Jasmund, erklärte Spitzl. Seit April 2006 gibt es die Info- und Rastanlage Schwarzes Moor, die derzeit allerdings wegen Umbauarbeiten geschlossen ist, und 2007 wurde der Aussichtsturm eröffnet.

    Fehlende Niederschläge

    Auch wenn man den Menschen das Moor und ihre Funktion näher bringen will, muss manchmal der Bohlenweg im Schwarzen Moor gesperrt werden, erklärte Spitzl. So wie derzeit, da gebe es Teilsperrungen, denn der Bohlensteg ist in die Jahre gekommen und muss erneuert werden. Sorgen bereiten Spitzl, die seit einigen Jahren fehlenden Niederschläge. Das führt nach seinen Ausführungen dazu, dass auf trockenen Flächen Birken wachsen. Das schade dem Moor. Es gehe darum, das Moor zu erhalten wie es ist, wegen seiner entscheidenden Bedeutung für das Klima, betonte er.

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