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    Bastheim

    Dorfladen: Reaktion der Bürger macht Mut

    Hier, wo früher der Schlecker-Markt zuhause war, soll der künftige Dorfladen entstehen. Foto: Archiv/Klaus-Dieter Hahn

    Wird es nun was mit einem Dorfladen im Besengau? Oder bleibt Bastheim in dieser Hinsicht auf längere Zeit ein weißer Fleck auf der Nahversorgungskarte? "Doch, es sieht ganz gut aus. Die Tendenz pro Dorfladen ist sehr, sehr gut" Volker Hahn, der geschäftsführende Gesellschafter des Instituts für Nahversorgungs Services GmbH in Seßlach macht den Einwohnern Mut. Er begleitet Gemeinde und Projektgruppe auf dem Weg, einen Dorfladen ins Leben zu rufen.

    Das Ergebnis der Fragebogenaktion im März macht Hoffnung. Doch bis zur angepeilten Eröffnung Mitte September dieses Jahres gibt es noch viel zu tun. Aber man ist schon dabei, das Fundament zu legen. Nicht nur, dass sich fast 60 Prozent der Bastheimer an der Umfrageaktion beteiligt haben. Mit 40,8 Prozent hat man auch eine „sehr, sehr gute Quote“ bei diesen Bürgern erreicht, die sich  an dem Laden auch finanziell beteiligen wollen. "Das Potenzial liegt locker bei 70 000 bis 80 000 Euro", so der Experte, der nun eine Machbarkeitsstudie erstellen wird. Bei einer Info-Veranstaltung stellte er die Ergebnisse der Fragebogenaktion vor.

    In Bastheim besonders viel Interesse

    Schon die Resonanz auf die Umfrage war für ihn sehr erfreulich. Zwar war die Rücklaufquote mit 38 Prozent nur durchschnittlich. Von den ausgegebenen 920 Bögen waren 350 ausgefüllt zurückgekommen. Das Interesse war in Bastheim, wo der Laden seinen Standort haben soll,  mit 59 Prozent ausgefüllten Fragebögen erfreulich hoch.

    Aufschlussreich war die Auswertung der einzelnen Fragen: So legen die Einwohner besonders hohen Wert auf Qualität, Regionalität und Auswahl der Produkte, die angeboten würden. Sehr wichtig wären in einem Dorfladen Backwaren, Fleisch und Wurst sowie Molkereiprodukte und natürlich Obst und Gemüse. Als schlecht beurteilten die meisten Umfrageteilnehmer die aktuelle Nahversorgung in Bastheim, die nach Ansicht von 85 Prozent unbedingt verbessert werden sollte. Gerne würde man in einem Dorfladen zusätzliche Dienstleistungen, wie Paketannahme, heiße Theke, Café oder auch Toto/Lotto nutzen. Weniger wichtig ist ein möglicher Hol- und Bringservice. Die Mehrzahl würde es begrüßen, wenn der Laden auch unter Mittag geöffnet wäre.

    Jeder Zweite würde bei der Finanzierung helfen

    Sehr erfreulich, dass drei Viertel der Befragten daran interessiert wäre, eigene Erzeugnisse im Dorfladen anzubieten. Und dass immerhin 50 Einwohner sich vorstellen könnten, ehrenamtlich am Aufbau und Betrieb mitzuarbeiten. Auf die Frage "Für welchen wöchentlichen Betrag (pro Person) würden Sie einkaufen?", ergab sich aus den Antworten ein durchschnittlicher Betrag von 26,13 Euro. Nach Ansicht von Volker Hahn würde sich ein Laden bereits finanziell tragen, wenn zwei Drittel der Bevölkerung ein Drittel ihrer Lebensmitteleinkäufe des täglichen Bedarfs im Dorfladen abwickeln würden, was einem Betrag von zwölf Euro pro Woche entsprechen würde. Fast jeder zweite Umfrageteilnehmer hat sich bereit erklärt, sich finanziell an der Gründung eines Dorfladens zu beteiligen.

    Wie geht es weiter?  In Arbeitsgruppen wird man sich um den Umbau und die Einrichtung  kümmern, eine Wirtschaftlichkeitsberechnung erstellen, Personal ausschreiben und die künftige Rechtsform festlegen. Die nächste  Gruppe nimmt sich der Lieferanten und des Marketings an, während die vierte Arbeitsgruppe den Internetauftritt kreieren soll.  Bis zum 30. Juni soll die Gesellschaft stehen. Und ab Mitte September 2019 sollen sich die Türen des Ladens öffnen.

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