• aktualisiert:

    SCHMALWASSER

    Dosen-Sammler wider Willen

    Johannes Holzheimer aus Schmalwasser hat eine Leidenschaft: das Radfahren. In der Garage stehen oder hängen zwei Mountainbikes und ein Rennrad. Er hat die Alpen überquert, er kennt die Trails in der Rhön. Und jedes Jahr nimmt er mit seinen Kollegen am Hallen-Bike-Tournier in Poppenhausen teil. 48 Stunden radeln für den guten Zweck.

    Kein Wunder, dass Johannes Holzheimer auch gerne mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt. Der Software-Entwickler bei Preh setzt sich gerne aufs Mountainbike oder den Rennradsattel, um umweltfreundlich und sportlich ins Büro zu kommen.

    Meistens Bierdosen

    Doch seit einiger Zeit macht er unliebsame Entdeckungen, vor allem auf der Strecke zwischen Windshausen und Schmalwasser durch den Salzforst. „Mit dem Auto habe ich das hin und wieder auch bemerkt, aber wenn man langsam mit dem Rad vorbeifährt, fällt es mehr auf“, sagt Holzheimer. Was er sieht, ist eine Menge von Blechdosen, zumeist Bierdosen. „Elephant Beer“ der dänischen Carlsberg-Brauerei, mit einem satten Alkoholgehalt von 7,5 Prozent.

    Auch mal ein Paderborner oder Becks-Bier ist dazwischen, gerne auch Fitness-Getränke wie Red Bull. „Am Anfang habe ich die Dosen und Flaschen gezählt, die ich gesehen habe“, sagt Holzheimer. „Und weil man Zeit hat beim Aufstieg im Salzforst, fängt man an, das Pfand zusammenzuzählen“, ergänzt der 49-Jährige.

    Alle 14 Tage ein voller Korb

    Also hat er irgendwann angefangen, die Blechdosen einzusammeln. „Mittlerweile sind das bis zu sechs Dosen zwischen Windshausen und Schmalwasser“. Nach 14 Tagen hat Holzheimer einen ordentlichen Korb voller Blechdosen, die eigentlich in der Natur gelandet wären. „Ich kann es nicht verstehen, dass Menschen so etwas tun, wo sie doch gleich zuhause wären und ihren Müll entsorgen könnten“, schimpft der Software-Entwickler.

    Worauf er auch stößt bei seinen Heimfahrten auf dem Bike, das sind leere Flaschen. „Die werden gerne gegen Leitplanken geworfen, die gefährlichen Glassplitter bemerkt man nur als Radfahrer“, berichtet Holzheimer. „Das ist alles eine Sauerei“, schimpft der Radbegeisterte. Fündig in Sachen Dosen wird er hauptsächlich im Salzforst. „Wenn ich die Strecke über Steinach für die Heimfahrt wähle, dann sind es hauptsächlich Coffee-to-go-Becher, die ich finde“, sagt der Schmalwasserer.

    17 Dosen an einem Tag

    Sein Fundrekord bei einer Heimfahrt waren 17 Dosen, die im Straßengraben lagen. Ein paarmal hat er seine Funde, alle mit dem Pfand-Symbol versehen, schon abgegeben. Das erhaltene Pfand will er für einen guten Zweck spenden. „Ich hab das ja nicht nötig, aber es ist eine Schande, seinen Unrat so gedankenlos in der Natur zu entsorgen.

    Und Holzheimer kann ja nicht wissen, ob derjenige, der seine Bierdosen austrinkt und wegwirft, nicht selbst der Fahrer ist und nicht nur Beifahrer. Im ersten Fall wäre auch durchaus eine Verkehrsgefährdung gegeben. „Die ungewöhnlichste Bierdose,die ich gefunden habe, ist eine mit Baltika-Starkbier. 0,9 Liter und 8 Prozent Alkohol. Das entspricht ungefähr drei Bieren“, rechnet Holzheimer vor.

    Ausfindig zu machen sind die Umweltfrevler kaum. Und wenn man bedenkt, dass Johannes Holzheimer nur diese kurze Strecke befährt, dann kann man sich vorstellen, wie viel Unverstand im ganzen Landkreis unterwegs ist.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!