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    Bastheim

    Durch Navi und GPS nicht zu ersetzen

    Neu als Feldgeschworene verpflichtet wurden von Landrat Thomas Habermann (von links): Matthias Wetzel (Rüdenschwinden), Heribert Gensler (Wechterswinkel), Andre Euring (Oberstreu), Maximilian Krimm (Roßrieth)) und Benno Müller (Frickenhausen). Foto: Marion Eckert

    Wenn sich die Feldgeschworenen des Altlandkreises Mellrichstadt zu ihrer Jahrestagung treffen, dann ist das nicht nur eine Arbeitssitzung, sondern sie verbringen den ganzen Sonntag miteinander. Ausrichtungsort war in diesem Jahr die Besengau-Scheuer in Bastheim. Der Tag begann jedoch zunächst mit einer  Kirchenparade und einem Gottesdienst mit Pfarrer Thomas Menzel. Nach dem Frühschoppen und dem gemeinsamen Mittagessen ging es zum offiziellen Teil über, zu dem sich auch Vertreter der Gemeinden, Landrat Thomas Habermann und Behördenvertreter einfanden.

    Kreisobmann Günter Langenbrunner freute sich, dass die Jahrestagung der Feldgeschworenen musikalisch durch die Musikkapelle Reyersbach umrahmt wurde. Sein Dank galt allen, die sich in diesem Ehrenamt der Allgemeinheit zur Verfügung stellen.

    Die Gemeinde Bastheim wurde vom stellvertretenden Bürgermeister Werner Fuchs vertreten. Er zollte Respekt und Achtung den Feldgeschworenen, die sich durch Rechtschaffenheit und Ehrlichkeit auszeichnen würden. "Tue recht und scheue niemand", dieser Wahlspruch der Feldgeschworenen gelte auch heute noch. "Feldgeschworene sind rechtschaffene Leute, die furchtlos für das Recht eintreten. Einen Hallodri würde man nie in dieses Amt wählen."

    Notwendig und unverzichtbar

    Landrat Thomas Habermann dankte den Behördenvertretern, Obleuten und allen aktiven Feldgeschworenen für ihren Einsatz in den Gemeinden und die Weitergabe und Wiedergabe ihres reichen Erfahrungsschatzes. "Die Siebener sind durch Navi und GPS nicht zu ersetzen. Ihre Erfahrungen und Ihr Wissen sind nicht durch die Maschine zu ersetzen", betonte er. Gerade in den historischen Grundstückssituationen Unterfrankens seien die Feldgeschworenen notwendig und unverzichtbar.

    Der Landrat sprach auch über Veränderungen in der Land- und Forstwirtschaft, lobte die erfolgreiche Waldflurbereinigung in Reyersbach und  Rödles und ging auf die Aufgaben des Landkreises in Sachen Natur- und Umweltschutz ein, sei es bei der Verpachtung von Flächen oder der Pflege des Straßenbegleitgrüns auf immerhin 244 Hektar. Nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch der Landkreis, die Gemeinden und Privateigentümer seien verantwortlich für eine ökologische Vielfalt und Blühflächen. "Nicht jeder Randstreifen muss wie ein Golfrasen aussehen", sprach sich Habermann für ein Überdenken des ästhetischen Bewusstseins aus. "Lasst das Gras doch mal hoch wachsen und blühen."

    Ehrungen

    Dem Landrat oblag es, langjährige Feldgeschworenen für ihre Tätigkeit mit der Ehrenurkunde des Freistaats Bayern auszuzeichnen. Für 25 Jahre wurden geehrt: Wolf Pittorf, Willi Rothhaupt, Rudolf Scheidler und Manfred Tobisch (alle Willmars) sowie Gebhard Will (Bahra). Die Ehrung für 40 Jahre erhielten Edmund Bach (Hendungen), Alfred Bauß (Stetten), Helmut Blümm (Wechterswinkel), Otto Leeb (Roßrieth), Karl Lörzer (Filke), Walter Schnupp (Ostheim). Seit 50 Jahren ist Max Mack (Mellrichstadt) Feldgeschworener. 

    Neu vereidigt wurden Matthias Wetzel (Rüdenschwinden), Heribert Gensler (Wechterswinkel), Andre Euring (Oberstreu), Maximilian Krimm (Roßrieth)) und Benno Müller (Frickenhausen). Der Landrat verpflichtete sie zur Verschwiegenheit und Wahrung des "Siebener-Geheimnisses".

    Das älteste Ehrenamt Bayerns

    Grußworte sprachen die Behördenvertreter des Vermessungsamtes, des Amtes für ländliche Entwicklung, des Amtes für Ernährung Landwirtschaft und Forsten und des Bauernverbandes. Dabei ging es um eine Vielzahl an Themen von forstlichen Schädlingen bis hin zum Wolf und dem Erhalt des Ökosystems. Sie alle gingen natürlich auch auf die Bedeutung des ältesten Ehrenamtes Bayerns ein, das aus dem 13. Jahrhundert überliefert sei. 24.000 Feldgeschworene gebe es derzeit in Bayern, davon alleine 15.000 in Franken. Feldgeschworene sind als Hüter der Grenzen ein fester Bestandsteil der fränkischen Kultur. 

    Für 25, 40 und 50 Jahre Feldgeschworenen-Tätigkeit führte Landrat Thomas Habermann Ehrungen durch. Foto: Marion Eckert

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