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    Ostheim

    Ein Lauf gegen die Zeit

    Leerstand gibt es reichlich in Ostheim, und die Situation könnte sich noch verschärfen. Mit einem städtebaulichen Konzept will die Stadt diese Entwicklung stoppen. Foto: Eckhard Heise

    Die Stadt Ostheim hat sich intensiv mit ihren Entwicklungsmöglichkeiten auseinandergesetzt und dazu ein Planungsbüro eingeschaltet. Der Städteplaner sollte sich dabei in erster Linie mit den Wohnmöglichkeiten und dem Gewerbepotenzial auseinandersetzen. Dabei traten auch alarmierende Tendenzen in der Bevölkerungsstatistik zu Tage.

    Mit seinem Zwischenbericht lieferte Bertram Wegner bei der Stadtratssitzung eine Bestandsanalyse als Grundlage für ein Zukunftskonzept. Der Veitshöchheimer hatte die bauliche Nutzung von Grundstücken für Wohngebrauch oder Gewerbe und darüber hinaus die Altersstruktur in älteren Anwesen untersucht. Dabei stellte sich ein sehr hohes Leerstandsrisiko bei knapp 200 Grundstücken und Anwesen heraus, wovon besonders der Stadtkern betroffen ist. In den Ortsteilen Oberwaldbehrungen und Urspringen sei die Situation nicht viel anders.

    Alarmierende Entwicklung

    Begleitet wird die Erscheinung durch einen relativ hohen Verlust an Einwohnern, der sogar durchschnittlich höher ist als im gesamten Landkreis. Auch die Alterspyramide hat sich stärker nach oben verschoben als im Landkreis, und trotzdem wird ein steigender Wohnraumbedarf prognostiziert, weil die Personenzahl pro Wohnung weiter sinken wird.

    Diese Entwicklung erfordere neue Strategien zur Bereitstellung von Wohnräumen im Stadtkern. Wegner zeigte dazu Beispiele, wie verdichteter Wohnraum auch in historischer Bausubstanz entstehen kann, wie sie in Ostheim zahlreich vorhanden ist.

    Förderprogramm aufgestockt

    Hilfreich bei einer städtebaulichen Entwicklung ist das kommunale Förderprogramm, das die Stadt und Regierung kräftig aufstockten. Bürgermeister Ulrich Waldsachs stellte dazu ein Programm vor, wonach künftig für private Bauvorhaben bis zu 50 000 Euro Förderung abgerufen werden können. Die Städtebauförderung trägt bei einem Jahresbudget von 150 000 Euro 60 Prozent und die Stadt 20 Prozent. Die Förderung ist aber nicht auf denkmalgeschützte Häuser beschränkt, sondern erstreckt sich allgemein auf die Erhaltung und Modernisierung von Bausubstanz im Sanierungsgebiet.

    Kämmerer Marc Huter verwies auf die wenig rosige finanzielle Lage der Stadt, doch die Stadträte betrachteten eine Belebung der Innenstadt als ein vorrangiges Ziel. Das Programm ist zunächst auf drei Jahre beschränkt, beschlossen die Mandatsträger.

    Events besser vermarkten

    Eng verknüpft mit dem Schicksal der Stadt ist das kulturelle und touristische Angebot. Da kann Ostheim richtig punkten, hielt Susanne Orf fest, Vorsitzende des Kommunalunternehmens "Tourismus und Marketing". In ihrem Vortrag ging die Touristikexpertin besonders auf die Stärken der Stadt ein, die vor allem in einem breit gefächerten Angebot von Veranstaltungen und einer attraktiven Landschaft liegen. Außerdem verfügt die Stadt über einzigartige kulturelle Stätten und kann auf ein originelles kulinarisches Angebot verweisen. Dazu stellte sie die verschiedenen Aktionen und Initiativen vor und präsentierte Vorschläge, wie die einzelnen Events noch besser vermarktet werden können.

    Im weiteren Verlauf segnete das Gremium noch einige Bauanträge ab. Danach ging es um eine Dachsanierung in Ostheim, die Umnutzung einer Tennishalle in eine Wohnung und Büroräume sowie den Bau eines Einfamilienhauses im Bleichgarten.

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