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    SAAL

    Ein Ort für Stille und Andacht

    Gottes Segen für das gelungene Werk: Pfarrer José Karickal bei seiner Ansprache am renovierten Altarhäuschen. Foto: Josef Kleinhenz

    (jkl) Die Soldatenkameradschaft Saal kümmert sich um den Erhalt von Denkmälern und kommt der Marktgemeinde in der Pflege der Kulturgüter ein Stück entgegen. Beweis dafür ist, dass sie ein steinernes Andachtshäuschen nahe der Findelbergbrücke renovieren ließ und dafür ohne Einrechnung zusätzlicher freiwilliger Leistungen, 5000 Euro investierte.

    Am Wochenende war dies Anlass für ein Gemeindefest. Bei flotten Klängen der Musikkapelle Saal unter Leitung von Jenny Schwind wurden die Gäste in der Kehl prächtig unterhalten. Der Festerlös kommt der Aufstellung eines Kreuzes am Freialtar auf dem Findelberg zugute – eine der nächsten Aufgaben der Kameradschaft. Zunächst pilgerte die Saaler Pfarrgemeinde mit Pfarrer José Karickal durch die Flur, um den Segen des Himmels für Feldfrüchte zu erbitten. Pfarrer Karickal schritt im Rahmen der Flurprozession auch zu einem frisch renovierten Marienbildnis, das von dem Geistlichen feierlich gesegnet wurde. Anschließend bewegte sich die Prozession mit Monstranz und Baldachin, sowie Bürgermeister Georg Böhm mit einer Kerze, in die Kehl. Dort war an einem stattlichen Bildstock für die Feier eines Gottesdienstes ein Altar aufgebaut. Am Ende der Eucharistiefeier dankte Alois Reichert, der Vorsitzende der Soldatenkameradschaft, all jenen, die bei der Renovierung des Altarhäuschen mitgeholfen hatten.

    Kurze Zeit später nannte Reichert im Beisein von Vorstandsmitgliedern und BSB-Kreisvorsitzendem Sven Schimmelpfennig bei einem Gespräch mit dieser Zeitung im kühlen Festzelt alle weiteren Daten und Fakten zu der Maßnahme. Demnach stand das renovierte Altarhäuschen vor Jahren noch an der Findelbergbrücke. Wegen der Überbreite von Maschinen, die die Stelle passierten, sei es jedoch beschädigt und daraufhin von der Gemeinde etwa 100 Meter weiter in das Wiesengelände versetzt worden. „Dort stand es etwas nackt da“, formulierte Reichert die Umstände. Dank des finanziellen Polsters aus dem Fest zum 125. Jubiläum der Kameradschaft im Jahr 2007 hat sich seinerzeit die Soldatenkameradschaft zu einer gründlichen Renovierung des Altarhäuschens entschlossen. Im Frühjahr 2009 wurde das marode Gehäuse von Steinmetz Michael Bauer (Aschach) nach Rücksprache mit der Gemeinde restauriert. Die Pflasterarbeiten für den Zugangsweg erledigten Stefan Bayer und Armin Doser, die Sandsteine spendete Ludwig Schmitt und sie wurden von Gerold Haag unter Mithilfe von Mitgliedern gesetzt, so Vorsitzender Reichert. Im Innern ist das Altarhäuschen mit einem Marienbild ausgestattet, das die Tochter des Saaler Kirchenmalers Helmut Mönch malte. Die Gemeinde führte Baggerarbeiten aus und Kreisheimatpfleger Reinhold Albert besichtigte das Objekt mit dem Hinweis, auch Zuschüsse aus dem Förderprogramm für Kultur- und Denkmalpflege des Bezirks und des Landkreises beantragen zu können. Alle halfen zusammen. Vermieden werden soll nach der Freigabe eine Verunreinigung des Altarhäuschens. Daher bittet Alois Reichert, dort weder Kerzen noch Blumen abzustellen, sondern nur in andachtsvoller Geste zu verweilen. Wer das Stein-Gehäuse einmal errichtet hat, ist nicht bekannt. Es dürfte jedoch aus dem Ende des 18. Jahrhundert stammen. Bereits vor zehn Jahren hatte die Soldatenkameradschaft die Kriegergedächtniskapelle am Findelberg aufwändig renoviert und damit zum Erhalt der Kulturgüter in der Marktgemeinde vorbildlich beigetragen.

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