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    IRMELSHAUSEN

    Ein Rhöner bald in Berlin?

    FDP-Spitzenkandidat und Generalsekretär Daniel Föst (rechts) und FDP-Kreisvorsitzender Karl Schenk Graf von Stauffenberg wollen frischen Wind in die Parteienlandschaft bringen. Foto: Regina Vossenkaul

    Das Sommerfest des FDP-Kreisverbands Rhön-Grabfeld fand vor historischer Kulisse auf dem Gelände des Wasserschlosses Irmelshausen am Sonntag statt. Besonderer Gast war der Generalsekretär der FDP, Daniel Föst, der auf Platz eins der bayerischen FDP-Landesliste für die bevorstehenden Bundestagswahlen steht. Er ist außerdem Direktkandidat des Wahlbezirks München Nord.

    „Es ist doch gut, wenn der Kreisvorsitzende einen großen Garten hat“, meinte Hausherr Karl Schenk Graf von Stauffenberg, der sich freute, dass so viele Gäste den Weg ins Grabfeld gefunden hatten. In den Gesprächen ging es vor allem um die Aufbruchstimmung und die guten Umfragewerte der FDP, die sich ausrechnen kann, wie viele Sitze die Partei im Parlament erringt, wenn die Wahlergebnisse den Prognosen entsprechen.

    Konkurrenz belebt das Geschäft im „schwarzen Landkreis“

    Graf Stauffenberg begründete in seiner Ansprache, warum es notwendig ist im „schwarzen Landkreis“ einen starken FDP-Kreisverband zu haben. „Konkurrenz belebt das Geschäft“, ist seine Meinung. Die CSU könne ihre Arbeit relativ gemütlich angehen, sie habe nichts zu befürchten. Da sei es gut, wenn eine Partei der Mitte für frischen Wind sorge.

    Dass sich von der FDP nur Besserverdienende und Geschäftsleute vertreten fühlen, sei eine falsche Vorstellung, findet der Kreisvorsitzende. Das höchste Gut sei die Freiheit zu denken, zu meinen und zu sagen, was man will, solange es mit dem Grundgesetz vereinbar ist - und das gehe alle an. Er selbst sei nicht bereit, aus Angst vor Terror Meinungs- und Pressefreiheit einzuschränken und gegen die Menschenwürde zu verstoßen.

    Schlüsselzuweisungen generieren keine Arbeitsplätze

    Was ihn ärgert, sind Aussagen auf Gemeindeebene wie „jeder Euro eingenommene Gewerbesteuer bedeutet weniger staatliche Schlüsselzuweisungen“ – das sei zu kurz gedacht, denn die Zuschüsse generieren keine Arbeitsplätze. Die Menschen sollten den Mut haben aus der Deckung herauszukommen und die Zukunft mitzugestalten, so Graf Stauffenberg. Wer die Alternative zur großen Koalition suche, sei in der FDP gut aufgehoben.

    Föst bekräftigte das in seinem Statement, er vertrete die neue FDP, die alle Bevölkerungsschichten anspricht. „Die Dummschwätzerei ist rum“, so Föst unter Hinweis auf das Wahlprogramm unter dem Motto „Denken wir neu“. In Zeiten der hohen Steuereinnahmen sei es an der Zeit Ideen umzusetzen und vor allem in die Bildung zu investieren. Wenn in München Schüler aufs Land fahren müssen, um einen Platz in einem Gymnasium zu finden, laufe etwas schief.

    Bildung soll nicht länger Ländersache bleiben

    Bildung dürfe nicht mehr länger Ländersache sein, sondern eine gesamtstaatliche Aufgabe, forderte er. Die KfW beziffere den Investitionsstau im Bildungswesen mit 39 Mrd. Euro – und das in einem der reichsten Länder der Welt. Weitere angesprochene Themen waren die Abschaffung des „Soli“, die „inakzeptable kalte Progression“ und die innere Sicherheit.

    Viel Zeit hatte sich Föst genommen, um alle Fragen zu beantworten, der erwartete FDP-Direktkandidat des Wahlkreises, Nicolas Thoma, hatte abgesagt. Föst wird seinen Wohnsitz in München behalten, kündigte er an, der 40-Jährige lebt dort mit seiner Frau und zwei Söhnen. Der gebürtige Rhöner, der sein Abitur am Rhön-Gymnasium in Bad Neustadt ablegte, werde in Berlin seinen ehemaligen Heimatlandkreis gut vertreten, ist sich Graf Stauffenberg sicher. Er selbst werde alles dafür tun, um im kommenden Jahr nach den Landtagswahlen 2018 den Landkreis Rhön-Grabfeld in München zu vertreten.

    Bearbeitet von Regina Vossenkaul

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