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    Mittelstreu

    Ein Wetterkreuz mit unbekannter Geschichte

    Sichtlich stolz waren die acht Männer nach dem Aufstellen des Kreuzes an seinem Platz im Mittelstreuer Wald: (hinten, von links) Thomas Mock, Bernd Mehling, Bernhard Mock, Klaus Mock, Martin Pagel und Holger Kaiser sowie (vorne, von links) Hermann-Josef Mock und Karl-Heinz Blümm.
    Sichtlich stolz waren die acht Männer nach dem Aufstellen des Kreuzes an seinem Platz im Mittelstreuer Wald: (hinten, von links) Thomas Mock, Bernd Mehling, Bernhard Mock, Klaus Mock, Martin Pagel und Holger Kaiser sowie (vorne, von links) Hermann-Josef Mock und Karl-Heinz Blümm. Foto: Sabine Pagel

    Oberhalb von Mittelstreu, im Wald versteckt, in östlicher Richtung steht schon seit vielen Jahren ein großes Holzkreuz. Leider kennt niemand mehr seine genaue Geschichte. Selbst die älteren Einwohner von Mittelstreu wissen nichts Näheres zu diesem Kreuz zu sagen – weder wann, noch warum es ursprünglich aufgestellt wurde. Vermutet wird, dass es wohl nach einem Unwetter oder Erdrutsch, bei dem Mittelstreu glimpflich davon gekommen ist, als sogenanntes Wetterkreuz aufgestellt wurde.

    Die Älteren sind sich sicher, dass das letzte Kreuz nicht das ursprüngliche Kreuz war. Ein Betonfundament zeigt die Jahreszahl 1955 sowie die Initialen OM, HSCH und ER. Nach Aussage von Josef Mock hatten die Zimmerleute Leo Mock und Basil Reichert das Kreuz 1955 gefertigt. Aufgestellt wurde es dann von Otto Mock (Sohn von Leo Mock), Heinrich Schmitt und Erwin Reichert. Außerdem sei dieses Kreuz in einer feierlichen Andacht von Pfarrer Ludwig Mälzer gesegnet worden.

    Neues Kreuz in der Gemarkung Lohn

    Inzwischen hatten Wind und Wetter an dem 65 Jahre alten Kreuz deutliche Spuren hinterlassen. Auf Initiative von Thomas Mock, einem Sohn von Otto Mock und Enkel von Leo Mock, wurde an dieser Stelle vor kurzem ein neues Holzkreuz aufgestellt. Hierbei waren ihm seine Brüder sowie die Clique vom Frühschoppen behilflich. Aktiv wurden die Männer natürlich noch vor der Corona-Krise. Glücklicherweise, sonst würde dieser Tage noch kein neues Holzkreuz in der Mittelstreuer Gemarkung Lohn stehen.

    Thomas Mock hatte bei Bürgermeister Matthias Liebst angefragt, ob die Gemeinde Oberstreu Holz für das Kreuz zu Verfügung stellen würde. Liebst war gerne bereit, eine Lärche aus dem Oberstreuer Gemeindewald zu stiften. Nachdem der Baum aus dem Wald geholt war, wurde er zunächst entrindet. Das Kreuz selbst wurde zur besseren Verbindung über Blatt gezimmert. Ein Eisenkreuz in der Mitte dient zur weiteren Verstärkung. An der Spitze wurde ein „Metallhäubchen“ zum Schutz vor der Witterung befestigt.

    Mit über neun Metern Höhe sowie fast drei Metern Breite ist es nun etwas größer als das vorherige Kreuz. Bevor das Kreuz aufgestellt wurde, hatte Mock die vorhandenen Metallhalterungen neu grundiert und gestrichen. Mithilfe eines Traktors sowie Stangen wurde es schließlich vor kurzem am angestammten Platz im Wald aufgestellt. Mit langen Schrauben wurde das Kreuz zum Schluss in seiner Halterung fixiert.

    Viele Hände packten mit an

    Beim Einholen des Holzes, den Zimmererarbeiten sowie beim Aufstellen wurde Thomas Mock von Bernhard Mock, Klaus Mock, Hermann-Josef Mock, Karl-Heinz Blümm, Bernd Mehling, Holger Kaiser sowie Martin Pagel tatkräftig unterstützt. Thomas Mock ist sichtlich stolz, dass das neue Kreuz von seinem Platz am Mittelstreu Hügel in der Gemarkung Lohn wieder ins Tal grüßt. Sein Dank gilt neben den tatkräftigen Männern auch Jürgen Straub, auf dessen Wiese das Kreuz gefertigt und gelagert wurde sowie Karl-Heinz Blümm für die Bereitstellung des Fuhrwerks und die Übernahme des Transportes. Dank gat auch der Gemeinde Oberstreu für die Holzspende und der Firma Metallbau Grimm, Mittelstreu, für die Materialspende. Martin Pagel und Bernd Mehling sorgten nach getaner Arbeit für eine zünftige Brotzeit.

    Gerne würden die Männer mehr über die Hintergründe beziehungsweise die Geschichte des Kreuzes erfahren, auch alte Bilder wären sehr willkommen. Vielleicht liegen Aufzeichnungen dazu in einem Archiv. Wer mehr zum Kreuz im Wald zu berichten weiß, ist aufgerufen, sich an Sabine Pagel zu wenden. Thomas Mock und die Frühschoppen-Clique hoffen, dass das neue Kreuz ebenfalls so lange wie sein Vorgänger Bestand hat und Mittelstreu weiterhin vor Unwettern schützt.

    Im Mittelstreuer Wald versteckt steht seit vielen Jahren ein Wetterkreuz. Die Geschichte dazu ist leider nicht genau bekannt. Das vermutlich zweite Kreuz aus dem Jahre 1955 wurde vor kurzem erneuert.
    Im Mittelstreuer Wald versteckt steht seit vielen Jahren ein Wetterkreuz. Die Geschichte dazu ist leider nicht genau bekannt. Das vermutlich zweite Kreuz aus dem Jahre 1955 wurde vor kurzem erneuert. Foto: Lena Mock
    In den Betonsockel wurde die Jahreszahl 1955 eingeritzt. Hier wurde das vermutlich zweite Kreuz von Leo Mock und Basil Reichert gefertigt und von Otto Mock, Erwin Reichert und Heinrich Schmitt aufgestellt. Deren Initialen sind ebenfalls im Beton eingeritzt.
    In den Betonsockel wurde die Jahreszahl 1955 eingeritzt. Hier wurde das vermutlich zweite Kreuz von Leo Mock und Basil Reichert gefertigt und von Otto Mock, Erwin Reichert und Heinrich Schmitt aufgestellt. Deren Initialen sind ebenfalls im Beton eingeritzt. Foto: Sabine Pagel
    Von seinem angestammten Platz in der Mittelstreuer Gemarkung Lohn grüßt nun ein neues Holzkreuz ins Tal.
    Von seinem angestammten Platz in der Mittelstreuer Gemarkung Lohn grüßt nun ein neues Holzkreuz ins Tal. Foto: Sabine Pagel
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