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    WECHTERSWINKEL

    Entspannte Kneipenmusik mit einer begnadeten Jazzsängerin

    Echo-Preisträgerin Caro Josée gastierte mit drei ausgezeichneten Musikern im Kloster Wechterswinkel. Das Quartett begeis... Foto: Klaus-Dieter Hahn

    Ein Open-Air-Konzert in der guten Stube des Kreiskulturzentrums. Statt bei sommerlich lauen Temperaturen unterm Sternenzelt im romantischen Kloster-Innenhof - Ambiente mussten die vielen Besucher des Gastspiels von Caro Josée mit dem Konzertsaal vorlieb nehmen.

    Doch auch in dem in blaues und rotes Licht getauchten Raum konnte das Publikum „summer?s ease“ - so der Titel des Konzertes und des neuen Albums der Künstlerin - jene sommerliche Leichtigkeit spüren, die uns in den vergangenen Wochen und Monaten dank eines Super-Sommers eingenommen hatte. Den Zauber und die Hochstimmung, die uns ergreifen, wenn die Sonne von einem wolkenlosen Himmel Wärme und Energie in uns erzeugt.

    Schade, dass Petrus den Verantwortlichen der Kreiskulturagentur einen Strich durch die Rechnung und mit Kühlschranktemperaturen aus der Outdoor- eine Indoor-Veranstaltung machte. Doch auch im Konzertsaal war der Reiz und die Faszination der Songs deutlich spürbar. Entspannt auf dem Stuhl zurücklehnen, die Augen schließen und sich von der Musik in die ganze Welt entführen lassen. Entspannter kann wohl kein Konzertabend genossen werden.

    Es herrscht ein wenig Club- oder Musikkneipen-Atmosphäre im „Kloster Wechterswinkel“, nachdem die begnadete Jazzsängerin und ihre hervorragenden Band-Musiker Patrick Pagels (Jazz Gitarre), Stefan Diedrichsen (Hammond Organ) und Tammo Bergmann (Drums) die ersten Takte anstimmen.

    Caro Josée nimmt an diesem Abend, in dessen Verlauf sie die Titel ihres neuen Albums vorstellt, das Publikum mit auf eine kleine Weltreise, die in ihrem Geburtsort Gießen beginnt und musikalisch über Paris und Isfahan bis nach Kuba und in die USA führt. Caros Stimme fesselt die Besucher. Mal rauchig und ein wenig sinnlich und verrucht, dann wieder temperamentvoll, bluesig und soulig. Vor allem aber eines ist sie: jazzig. Überhaupt sind der Jazz und die Gypsy-Music die musikalischen Welten, in denen die Sängerin zuhause ist.

    Hier kann die Wahl-Hamburgerin sich entfalten, ihr breites stimmliches Repertoire an den Mann/die Frau bringen. Und wie. Ob beim Tanz „Like a cha-cha-cha“, bei der Hommage an den berühmten „Django Reinhardt“ oder dem nachdenklichen „If there?s a heaven“ - Caro Josée ist an diesem Abend - knapp 700 Kilometer von Hamburg entfernt - in ihrem Element.

    Die 2013 für ihr Album „Turning Point“ mit dem Jazz-Echo in der Kategorie „Beste Sängerin“ ausgezeichnete Künstlerin stellt an diesem Abend eindrucksvoll ihr Können unter Beweis, ist bestens gelaunt und plaudert zwischen den Stücken immer wieder mal aus dem Nähkästchen. Dabei erzählt sie von ihren Kochkünsten, besonders von ihrer Fischsuppe, der „Bouillabaisse“, der sie sogar ein eigenes Lied gewidmet hat, von ihren Tonaufnahmen in einem amerikanischen Plattenstudio, das sechs Wochen später dann pleite war - „Das lag aber nicht an meinem Plattenvertrag!“,beeilt sich Caro Josée zu versichern.

    Dass es am Ende des Konzertes Standing Ovations gibt, liegt aber nicht nur an der eindrucksvollen Performance der Sängerin. Es sind auch die exzellenten Musiker, mit denen sie sich umgeben hat, die ein Gesamtwerk entstehen lassen, das sich hören und sehen lassen kann. Immer wieder erhalten sie im Laufe des Programms Gelegenheit, ihr großartiges Können unter Beweis zu stellen.

    Bei den Soli können sie brillieren. Co-Produzent Patrick Pagels spielt eine 1a- Gypsy-Gitarre, mit der er im Zusammenspiel mit den Band-Kollegen immer wieder fantastische Klangwelten zum Entstehen bringt Bei dem Stück „Isfahan“ versetzt er das Publikum mit seiner Klangvielfalt in den Orient, die nur staunen lässt. Die flotte „Bouillabaisse“ lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Nicht minder professionell sind Stefan Diedrichsen am Hammond Organ and Bass sowie Tammo Bergmann an den Drums unterwegs. Mal geht es in den Süden Frankreichs, mal nach Italien, mal in die Karibik oder nach Vorderasien.

    Viel zu schnell ist die Weltreise an diesem Abend zu Ende. Für das Quartett gibt es brausenden Applaus für einen begeisternden Auftritt.

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